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Text Art #1
Going Nowhere Fast
by TW11

Going Nowhere Fast

Nichts kann erschöpfend beschrieben werden, überall sind Lücken, Auslassungen, Sprünge, so dass der Leser hinzudichten kann. Es stimmt auch, dass jeder Erzähltext erst im Kopf des Lesers entsteht, und daher so oft "existiert", wie er gelesen wird. Es gibt da wohl eine Schnittmenge, die Autor und Leser sich teilen, wenn sie den Sinn auf der Oberfläche des Textes nachvollziehen, bevor subjektive Assoziationen, Erfahrungshintergründe, Weltanschauungen ihn abdrängen. In der postmodernen Literatur nun wird von einigen dem Autor die "Künstlichkeit" seiner ordnenden Entscheidungen abgesprochen und dieser aufgefordert, das Chaos umzusetzen, zu spiegeln. Ein Buch habe genauso unverständlich zu sein wie das Leben selbst. Die letztendliche Unmöglichkeit, die Wirklichkeit zu erkennen, wird ästhetisch beantwortet mit einer fragmentarischen Sicht auf diese, mit der Ablehnung von sinnstiftenden Systemen.

Wolfgang Neuhaus "Die Vernetzung der Fiktionen"

TXT by TW11 (Original German Version)
ALGORITHM by BURROUGHS MACHINE (Former Online Text Randomizer - Now Obsolete)
RECOMPILED by THE IV.

The German critic Walter Benjamin envisioned a book composed entirely of assembled quotations from other authors - well here it is!

 

KörperRaum hat grünes Licht, grüner Schatten. Ganz ruhig, du hyperventilierst... ich hol dir was zu trinken, sagt sie, laß uns von hier verschwinden, und wir halten die SchlangenKörper in die Mitte. Ich ziehe die Tür wieder zu, das knallrote Mädchen ergreift meine Hand und sagt, ich bin kaum was ich bin, ich sage, ich habe mich vor meiner Geburt verteidigen müssen, mein Ich ist nur Angst und ein wenig banal..., und soviel Ich von nichts. Manche Leute muß man fertigmachen, sagt das Mädchen, sonst lassen sie einen nicht in die Stadt. Sie zögert, beißt mit den geschlossenen Augen, den olivfarbenen Lidern, die dunkler sind als das Gesicht, die KörperHaut honigfarben, glatt, wie polierter brauner Stein, wo das Knie angezogen ist und die weite, schlammgelbe Schlabberjeans, die er anhat ist unten voll zerfranst. Seine gebleichten KopfHaare mit allenmöglichen MetallTeilen drin sind so lang, daß er sie wohl noch nie von ihr gehört. Der Name ist neu und völlig unversehrt, den Weg zurück, den wir gekommen waren renne und renne ich, tagelang; anfangs brüllend und tobend, bis mir vor Müdigkeit und Erschöpfung die Beine im Laufen wegknicken und ich beschwöre in mir das Bewußtsein einer ziemlich verwickelten Geschichte herauf, ein Bewußtsein, das andeutungsweise all meine Energie auf den Fotos aber, - es ist wirklich unheimlich, irgendwie kenne ich dich so gut, daß ich das Gefühl habe in deinem Kopf zu sein. Ihre Worte hauen in mich rein wie ein nasser Fisch. Unmengen kleiner Explosionen krachen gleichzeitig in meinem kürzlich erschienen Buch - Einer hebt ein Buch hoch und liest den Titel vor: 'Woge der Dunkelheit, der Rassismus', aus dem Wagen, durchgeschüttelt, staubig und zum Umfallen müde. Ich heiße Corazon, sagt das Mädchen, wie fühlst du dich? Ich fühle mich wie tausend aufgerissene Leiber, geschält bis auf die Stirn, sagt, ich will die telepathische Vereinigung mit dir, ich lächle in ihre riesigen Pupillenschächte, sage wohl eher Vergewaltigung, oder? Das Mädchen starrt mich mit einer seltsamen Mischung aus schwebender Anmut und gespielter Desorientiertheit an, goldene Flimmer steigen an die Oberfläche. Zitronengelbe und purpurrote Diagonalen jagen über das FlimmerGrau eines BildSchirms, dann ein dyspeptischer Leptosom mit fliehendem Kinn, dessen enthaarte KopfHaut an verschiedenen Stellen zu dreidimensionalen Figuren ähnlich jenen auf ESP - TestKarten geformt ist, gewundene Linien, Sterne, Quadrate, Kreise - wie kleine Antennen auf seinem Kopf - grunzt abfällig und spricht weiter als ich. Nach einiger Zeit, in der Verfassung zu widersprechen - alles in Ordnung mit dir? Ich nicke nur. Sie beugt sich über mich und küßt mich. Es ist ein angenehmes Gefühl. Du hast seltsame Augen, murmelt sie, beinahe jadegrün, so hab ich sie mir nicht vorgestellt, du siehst anders aus, als auf den Fotos aber, - es ist wirklich unheimlich, irgendwie kenne ich dich so gut, daß ich das, was ich bin, vor meiner Geburt habe verteidigen müssen, und daß mein Ich nur die Angst und ein wenig banal, ich sage, ein Guerilla, und soviel Ich von nichts. Von weit dringt eine traurige, trübsinnige Musik an meine Ohren und läßt mich frösteln. Unablässig erklingt sie, eine TotenGlocke, ein KlageEngel, der in mir den Wunsch weckt, immer langsamer zu werden, mit den Schwingungen der verklingenden Noten abzusterben, an einen Ort hinabzusteigen, den ich schon immer kenne, grau und von saugender Tiefe, eine kleine Höhle auf dem Grund meines Geistes, gerade groß genug meiner wunden Seele als Versteck. Manche Leute muß man fertigmachen, sagt Corazon, sonst lassen sie einen nicht in die Tiefe. Sie zögert, beißt mit den Füßen und federt mit jedem Schritt höher, tanzt und singt und beschwört in mir das Bewußtsein einer ziemlich verwickelten Geschichte herauf, ein Bewußtsein, das andeutungsweise all meine Energie auf den Fotos aber, - es ist wirklich unheimlich, irgendwie kenne ich dich so gut, daß ich das Gefühl habe in deinem Kopf zu sein. Sie zappt weiter durch Bild -und TonFragmente; ich kann dem allem gut folgen, all diesen RauschStimmen und FlimmerBildern, recht gut, es sind ja immer die gleichen Worte, die gleichen Geschichten, die gleichen Fragen und Antworten, arglos, ziemlich arglos. Die Dämpfe werden aus Ampullen eingeatmet und dann meint man während der nächsten dreißig Minuten, man sei eine Kreuzung zwischen Superman und Arnold Schwarzenegger. Das Schlimme ist, daß viele es übertreiben und abflippen. Sie verchecken das Zeug, ich weiß nicht wie oft. Wir erreichen eine große, mit Farn überwucherte Lichtung, ich fühle mich wie in einem Aquarium, mit einer blassen, milchigen Flüssigkeit gefüllt und von irgenwo taucht immer wieder eine Hand auf einer seltsamen Mischung aus schwebender Anmut und gespielter Desorientiertheit zum Jeep öffnet die BeifahrerTür und läßt sich zum Teil auf ungünstige Umstände zurückführen, zum Teil auf ungünstige Umstände zurückführen, auf ungünstige Umstände zurückführen, ungünstige Umstände, zum Teil wird er meiner Meinung nach aber auch von Koalitionen hochorganisierter Rassisten kultiviert. Ein dyspeptischer Leptosom mit fliehendem Kinn, grunzt abfällig und spricht, der Kampf spielt sich doch heute zwischen dem präzisem, toten abendländischem Wissen und dem wirren aber lebendigem Wissen um ein ewiges Dasein ab und zwar innerhalb eines jedem Individuums. Nach einiger Zeit, blicke ich wieder zu den Leichen zurück, und ich sehe alle um mich herum tot, grausig zerfleischt, auseinandergeschnitten, zu blutigen Haufen geschichtet, spüre meinen Geist im dumpfen Chaos dieses unterbewußten Geschehens wühlen, sonst weiß ich von nichts. Corazon sammelt Hölzer, Gestrüpp und neun gleichgroße Steine, legt die FeuerStelle aus, schichtet BrennMaterial zusammen und entzündet es, es verbrennt sehr schnell und heiß. Die Schlangen spießt sie auf Stöcke, gibt mir einen und dem Gast und wir halten die SchlangenKörper in die Stadt, arglos, ziemlich arglos. Corazon zögert, beißt mit den Füßen und federt mit jedem Schritt höher, tanzt und singt und beschwört in mir das Bewußtsein einer ziemlich verwickelten Geschichte herauf, ein Bewußtsein, daß andeutungsweise all meine Energie auf den LichtStrahlen beruht, die vom Himmel her durch das BlätterDach fallen. Sie sitzen unter jenen Strahlen, wie Heilige, von Gott gesegnet und schwärmen von der Reinheit des Lichts, den Freuden des Tötens und der neuen Welt, die sie erschaffen wollen. Ich heiße Corazon, sagt das Mädchen, sonst weiß ich von nichts. Meine Augen durchbohren sie, Angst kriecht mir die Wand hoch bündelt sich in meinem Geist zu einem Messer und plötzlich wird die Welt zu einem anderen Ort, ich bewege mich nicht, keine Bewegung jetzt, wir bewegen uns nicht, ich bin irgendwo anders, irgendwo drin. Ich gehe durch Urwald, auf schmalen Pfaden aus brauner Erde, die zu so profunden Zielen führen wie zu AugenBlicken der Erleuchtung, von Furchen durchkreuzt, den Spuren von Ameisen, und jedesmal, wenn ich anhalte um Atem zu schöpfen, krabbeln sie an Slacker weiter, der sich eine dicke Kugel aus dem Haschisch dreht und sie schluckt. Corazon steht auf, sie geht mit der geöffneten Ampulle und mit der Plötzlichkeit eines gebrochenen Zauberbanns, wirkt die Droge aus. Mein Tanz ist eine Waffe, die ich dir gebe, eine Waffe für jede Vision, losgelöst von meinen Wünschen und geleitet nur von der Platte, reicht sie an Slacker weiter, der sich eine dicke Kugel aus dem Himmel träumen und Raketen an ein bestimmtes Ziel wünschen kann. Ich bin eine Waffe, die ich dir gebe, eine Waffe für jede Vision, losgelöst von meinen Wünschen und geleitet nur von der Musik, die im Zusammenprall der Spuren am Ende der Zeit entsteht. Ich kenne das alles schon, habe Teile davon schon immer verletzt. Der Kampf spielt sich doch hier um die Entscheidung ob man diese Beziehung zu sich hin hat. Ich suche den Grund für den Kampf in mir und erwache mit einem Schrei der sich in flimmernder Luft verliert, dann wieder klar zu sehen ist. In der glitzernden Weite ist er der Schatten eines Schattens. Schreitet voran, wird unmerklich größer, bis ein Umriß differnzierter wahrzunehmen ist. Noch immer größer werdend, als hätte er unsere Blicke aufgesaugt, kommt er näher. Er ist so schwarz wie Haut sein kann, seine Arme sind mächtig, sein BrustKorb riesig und die Ruhe, die unter der schrillen Oberfläche steckt. Vorbeiströmende Bilder beschleunigen sich, verbinden sich zu Geweben aus goldenem Licht, in ein Kaleidoskop von Möglichkeiten, alles Spiegel eines Ichs, das keine Angst hat und falle durch hundert Böden gefallen und weich gelandet. Mit einem Stäbchen reibt er über die Raspel, sie schnarrt rhythmisch und ich spüre die Stärke des Mädchens mich auffüllen, eine verschlungene, fieberhafte Energie meine Gedanken rotfärben, Wut und Abscheu entfachen und meinen Kummer zerquetschen. Das Mädchen lächelt mich an. Ihre Haare sind kurzrasiert, schwarzgefärbt. Das rote Teil, das sie obenherum trägt, ist viel zu klein und ihre Brüste quetschen und quellen mir aus dem Himmel. Ich bin eine Waffe, du kannst mich Slacker nennen. Er zieht eine Machete unter dem Schatten der Oberlippe. Sie ist wunderschön mit den Füßen und federt mit jedem Schritt höher, tanzt und singt und beschwört in mir das Messer im Geiste dieses Mannes hervor, der so ruhig hier sitzt während Schrecken in ihm klingt wie ein nasser Fisch. Unmengen kleiner Explosionen krachen gleichzeitig in mich. Nach einiger Zeit, in der Verfassung zu widersprechen. Alles in Ordnung mit dir ich nicke nur. Sie beugt sich über mich und ich beginne zu sprechen. Es geschieht manchmal, daß die meisten meiner Wahrnehmungen Halluzinationen sein müssen. Ich kann nicht glauben, daß das heftige Trommeln, mich aus meiner bekannten fysischen Wirklichkeit hinausträgt, hinaus aus der Finsternis. In einer dieser Stunden dämmert dann die Erkenntnis, daß ich das Gefühl habe in deinem Kopf zu sein. Die Dämpfe werden aus Ampullen eingeatmet und dann springt er plötzlich in ein klares Relief - eine Silhouette, die sich kurz - in der ich mir meine Situation zu erklären suche, wieder zu den Leichen zurückblicke, bewußtlos niederschlage und liege, bis mich AlbTräume wecken und weiterrennen lassen, solange bis ich mir das, was ich bin, vor meiner Geburt habe verteidigen müssen, und das mein Ich zerfetzt, es zersplittert gleich einem Spiegel in hundert Teile in denen ich Angst sehe und ich spüre die Stärke des Mädchens mich auffüllen, eine verschlungene, fieberhafte Energie meine Gedanken rotfärben, Wut und Abscheu entfachen und meinen Kummer zerquetschen. Das Mädchen hupt und einige der zerlumpten Frauen und Männer weichen aus andere bleiben stehen und gaffen. Halt dich fest, sagt das Mädchen, wie fühlst du dich? Ich fühle mich wie tausend, telepathisch geschält bis auf die Stirn, lächle in ihre riesigen PupillenSchächte, sage wohl eher Vergewaltigung, oder? Das Mädchen starrt mich mit einer seltsamen Mischung aus schwebender Anmut und gespielter Desorientiertheit an, läßt sich auf den Rücken, lasse MondLicht und SternenLicht in mich rein wie ein nasser Fisch. Unmengen kleiner Explosionen krachen gleichzeitig in mich, es gibt nichts zu suchen dabei kann ich doch sehen, daß sie den Boden unter ihren Füßen mit den Splittern eines Ichs in meinen Ohren die Schreie von FlederMäusen, die wie ScherenSchnittFiguren durch die Ereignisse des letzten Tages, in Fetzen gerissen. Die Wüste ringsum scheint zu verdampfen. Alle Denkspuren führen ins Nichts. Schließlich hält das Mädchen materialisiert eine MaschinenPistole im Anschlag, und ballert los. Der Erste, Vorschnellste, wird von den Geschossen rücklings zu Boden geschleudert, sein Gesicht verschwindet in einer nassen roten Wolke, die anderen rennen schreiend die Treppe hinunter. Auf der Straße klettern wir in einen Jeep, mit einem Schrei in der Kehle, der in mir das Bewußtsein einer ziemlich verwickelten Geschichte heraufbeschwört, ein Bewußtsein, das andeutungsweise all meine Verkörperungen umfaßt und sich vom Anfang der Zeit bis ins Jetzt erstreckt. Ich fühle mich wie ein mystischer KriegsHerr, einer Bombe gleich, die als trojanisches Pferd in das Lager des Feindes geschmuggelt wird. Aber es gibt keinen Feind, draußen. Meine Sinne sind aufs äußerste geschärft und ich spüre eine Last auf mir, ein Drängen und das hohe schrille Pfeifen in meinen Ohren, die Schreie von FlederMäusen, wie ScherenSchnittFiguren durch die Ereignisse des letzten Tages in Fetzen gerissen. Die Wüste ringsum scheint zu verdampfen. Alle Denkspuren führen ins Nichts. Ich kenne das alles schon, habe Aspekte dessen schon immer gelebt, doch der Sinn bleibt mir verschlossen, die Aussicht auf eine mögliche Zukunft unklar. Schließlich hält das Mädchen materialisiert eine MaschinenPistole im Anschlag, und ballert los. Der Erste, verschwindet in einer nassen roten Wolke, die anderen rennen schreiend die Treppe hinunter. Auf der Straße klettern wir in einen unruhigen Schlummer. Augen überwachen meine Träume, wachsame flinke KleinmädchenAugen, von Schmerz getrübt. Vor der blutigroten SandDüne, auf der ich keuchend stehe, außer Atem, den Donner von Detonationen im Ohr, erhebt sich ein zerschossenes Kind und zieht mich zu sich hin. Mit einem plötzlichen Peng zerplatzt meine WohnungsTür und eine Bande brüllender Kids stürmt mit Knüppeln bewaffnet auf uns zu. Eine schnelle KörperDrehung aus der Finsternis. In einer dieser Stunden dämmert mir die Erkenntnis, daß die Nacht unheilvoll über die Seele heranzieht, so daß diese, von Versuchungen überwältigt und ermattet, nicht mehr weiß, woher sie stammt, von oben oder unten, aus dem Licht oder aus der Finsternis. Ihre Worte hauen in mich und ich sinke, in meinen Ohren die Schreie von FlederMäusen, die Ereignisse des letzten Tages in Fetzen gerissen. Die Wüste ringsum scheint zu verdampfen. Alle Denkspuren führen ins Nichts. Schließlich hält das Mädchen materialisiert eine MaschinenPistole im Anschlag, und sie ballert los. Der Erste, wird von der Doppelaxt eines jungen Berserkers im Genick getroffen und immer wieder hackt er auf ihn ein; blutbesudelt propagiert er die radikale Auflösung falscher IchHaltungen. Es dreht sich doch hier um die Entscheidung ob man diese Beziehung zu sich hin... Ich erwache mit einem Schrei und der Erkenntnis, daß ich das, was ich bin vor meiner Geburt habe verteidigen müssen, und daß mein Ich nur die Folge des Kampfes ist, den ich seit dem Anbeginn aller Tage, gegen den Trug der falschen Ideen geführt habe. Ich versinke in sumpfigen Schluchten, krieche unter umgestürzten BaumStämmen hindurch, wo TausendFüßler und Spinnen hausen und sich vom Anfang der Zeit nur die Angst und ein wenig banal, ich sage, ein Guerilla, und soviel ich von nichts. Manche Leute muß man fertigmachen, sagt Corazon, sonst lassen sie einen nicht in die Mitte, ziehe die Tür wieder zu, aber das knallrote Mädchen ergreift meine Hand, ich bin kaum in der Verfassung zu widersprechen. Alles in Ordnung mit dir? Ich nicke nur. Sie beugt sich über mich und küßt mich. Es ist ein angenehmes Gefühl. Du hast seltsame Augen, murmelt sie, beinahe jadegrün, so hab ich sie mir nicht vorgestellt, du siehst anders aus, als auf den er sich niederläßt. Sie verschwindet für kurze Zeit mit der gehäuteten Schlange, mein Magen will nichts haben, der Nachhall der gesprochenen Worte schaukelt sich zwischen uns auf. Wo bist du in der flimmernden Luft? In der glitzernden Weite ist sie der Schatten eines Schattens. Sie schreitet voran, wird unmerklich größer, bis ihr Umriß differnzierter wahrzunehmen ist. Noch immer größer werdend, als hätte sie unsere Blicke aufgesaugt, kommt sie näher. Er ist so schwarz wie Haut sein kann, seine Arme sind mächtig, sein BrustKorb riesig und die tausend Sonnen sind die Sterne über mir und ich beginne zu sprechen. Es geschieht manchmal, daß die Nacht unheilvoll..., die Raspel schnarrt rhythmisch und ich beginne zu sprechen, es geschieht manchmal, daß die meisten meiner Wahrnehmungen Halluzinationen sein müßten. Ich kann nicht glauben, daß das heftige Trommeln, das mich aus meiner bekannten fysischen Wirklichkeit hinausträgt, hinaus aus der Frequenz, die meine Identität bestimmt, sehr seltsam. Und die Menschen können mir lange erzählen, die Dinge seien nun einmal so wie sie sind; dabei kann ich doch sehen, daß sie den Boden unter den Füßen mit den verkrüppelten Zehen verloren haben und schon lange nicht mehr wissen, was sie sagen, denn wo sie die Zustände herhaben, durch die sie sich über dem Strom der Ideen halten, das haben sie schon längst vergessen. Ich suche den Grund für den Kampf in mir und hole ein StaniolPapierPäckchen aus der Finsternis. In einer dieser Stunden dämmert mir dann die Erkenntnis, daß ich das Gefühl habe in deinem Kopf zu sein. Ihre Worte hauen in mich und ich sinke in einen Jeep, sie mit zwei Gewehren wieder heraus. In meinen Ohren die Schreie von FlederMäusen, die wie ScherenSchnittFiguren sie eines Tages erreichen werden. Das dämmrige Zwielicht läßt seine dunkle Haut im Profil wie einen ScherenSchnitt aus schwarzem Samt erscheinen. Es geht ein Pulsen von ihm aus, das mich aus meiner bekannten fysischen Wirklichkeit hinausträgt, hinaus aus der Finsternis. Ich habe das Gefühl in deinem Kopf zu sein. Ihre Worte hauen in mich rein wie ein nasser Fisch. Unmengen kleiner Explosionen krachen gleichzeitig hoch und bepissen mich. Ich stoße an abgestorbene RankenGewächse, MosquitoWolken steigen auf und schwirren in meine NasenLöcher, in meinen Ohren FledermausSchreie, durch die Ereignisse des letzten Tages in Fetzen gerissen. Die Wüste ringsum scheint zu verdampfen. Alle Denkspuren führen ins Nichts. Schließlich hält das Mädchen materialisiert eine MaschinenPistole im Anschlag, und ballert los. Der Erste verschwindet in einer nassen roten Wolke, die anderen rennen schreiend die Treppe weiter hinauf. Woher hast du die Pistole, frage ich und renne, tagelang. Anfangs brüllend und tobend, bis mir vor Müdigkeit und Erschöpfung die Beine im Laufen wegknicken und ich bewußtlos niederschlage und liege, bis mich Albträume wecken und weiterrennenlassen, weiter als mein Körper Raum hat, grünes Licht, grüner Schatten. Ich versuche die mich umgebenden Gerüche und Geräusche zu identifizieren, bis ich mir das, was ich bin, vor meiner Nase auf und schwirren in meine NasenLöcher, in meinen Mund. Ich versinke in sumpfigen Schluchten, krieche unter umgestürzten BaumStämmen hindurch, wo TausendFüßler und Spinnen hausen und sich in diesem Chaos zu Hause zu fühlen, verzweifelt zwar, doch sie kann ihre Verzweiflung in nutzbringende Bahnen lenken. Los, ruft sie, weiter. Wir fahren den ganzen Abend, durch ausgeglühte SchotterEbenen und SandSteinRücken, die in allen Abstufungen zwischen gelb und braun leuchten. Die Stadt die Immergleiche, weit hinter uns, gibt es nichts als Sand, ausgeblasenen FelsUntergrund poliert vom WüstenSand und grobes Geröll und ich wandere durch den Dschungel auf schmalen Pfaden aus brauner Erde, die zu so profunden Zielen führen wie zu AugenBlicken der Erleuchtung, von Furchen durchkreuzt, den Spuren von Ameisen, und jedesmal, wenn ich anhalte um Atem zu schöpfen, krabbeln sie an meinen Beinen hoch. Corazon steht auf, sie geht mit einer geöffneten Ampulle vor meiner Nase auf und ab, sie lächelt, durch die Ereignisse des letzten Tages in Fetzen gerissen. Ihr Lächeln springt auf mich über und reißt einen Schleier fort, und ich sehe die Stadt, die wir hinter uns gelassen haben, als eine riesige neuronale Matrix, Gehirn an Gehirn. Die Wüste ringsum scheint zu verdampfen. Alle Denkspuren führen ins Nichts. Schließlich hält das Mädchen und beschleunigt. Ich höre das dumpfe Aufschlagen von Körpern auf der MotorHaube, sehe sie seitlich wieder abrutschen. Ein Geschoß prallt am SchutzBlech ab. Das Mädchen atmet heftig und zittert. Scheiße, sagt sie, laß uns von hier verschwinden, und wir halten die SchlangenKörper in die Stadt. Corazon zögert, beißt mit den Splittern eines Ichs in meinen Nacken. Die Hitze ist überwältigend. Ich sinke zurück, weiter als mein Körper Raum hat, grünes Licht, grüner Schatten. Ganz ruhig, du hyperventilierst... ich hol dir was zu trinken, sagt sie, laß uns von hier verschwinden, und wir rennen die Treppe hinunter. Auf der Straße klettern wir in einen unruhigen Schlummer. Augen überwachen meine Träume, wachsame flinke KleinmädchenAugen, von Schmerz getrübt. Vor der blutigroten SandDüne, auf der ich mir das, was ich bin, vor meiner Geburt habe verteidigen müssen. Die Hitze ist überwältigend. Ich sinke zurück, Corazon zögert, beißt mit den geschlossenen Augen, den olivfarbenen Lidern, die dunkler sind als das Gesicht, die KörperHaut honigfarben, glatt, wie polierter brauner Stein, wo das Knie angezogen ist und die weite, schlammgelbe Schlabberjeans, die er anhat ist unten voll zerfranst. Seine gebleichten Haare sind so lang, daß er sie wohl noch nie von ihr gehört. Der Name ist neu und völlig beliebig, und dann renne ich und renne tagelang, solange bis ich mir das, was mir an diesem Tag im Dschungel widerfährt, nur noch als Traum erklären kann, einen Traum, den ich jetzt immer bei mir trage. Die Wüste ringsum scheint zu verdampfen. Alle Denkspuren führen ins Nichts. Schließlich hält das Mädchen materialisiert eine MaschinenPistole im Anschlag, und sie ballert los. Der Erste, wird von der Reinheit des Lichts, den Freuden des Tötens und der neuen Welt, die sie eines Tages erreichen werden. Das dämmrige Zwielicht läßt seine dunkle Haut im Profil wie einen ScherenSchnitt aus schwarzem Samt erscheinen. Es geht ein Pulsen von ihm aus, das mich aus meiner Brust drängt, mein HerzKlopfen sein soll, oder das hohe schrille Pfeifen in meinen Ohren die Schreie von FlederMäusen, durch die sie erschaffen wollen. Inzwischen waren die Schlangen gut durchgebraten. Ich ziehe mit den Zähnen die zähe Haut ab, gebe dann den Spieß mit der Machete und komme mit drei Schlangen ohne Kopf zurück. Sie sammelt Hölzer, Gestrüpp und neun gleichgroße Steine, legt die FeuerStelle aus, schichtet Brennmaterial zusammen und entzündet es, es verbrennt sehr schnell und heiß. Die Schlangen spießt sie auf Stöcke, gibt mir einen und wir halten die SchlangenKörper in die Stadt. Corazon zögert, beißt mit den Splittern eines Ichs in meinem Mund herum. Ich fächere mich in ein Kaleidoskop von Möglichkeiten, alles Spiegel eines Ichs, das keine Angst mehr kennt, weil es sich seiner eigenen Traumatas als MaterieQuelle bedient. Ich habe keine Angst mehr und falle durch hundert Welten ins Nichts, das ich immer schon kenne, das der Anfang ist von dem Kampf, der mein Ich zerfetzt, es zersplittert gleich einem Spiegel in hundert Teile in denen ich Angst sehe und ich wandere durch den Dschungel auf schmalen Pfaden mit den Splittern eines Ichs in meinen Händen, die nicht zusammenpassen, weil Angst alles trennt, weil sie saugt und ich laufe durch zerfetzte Erinnerungen zum Anfang zurück und erkenne im Spiegel der Zeit nur die Angst und ein Ich, das sich flieht. Slackers Hand berührt mich an der Schulter und meine Spannung zerplatzt, eine Spiegelung zerbirst ins Nichts ohne Splitter. Ich atme die kühle NachtLuft und lege mich nieder in traumlosen Schlaf, der währt bis die Sonne sich über den WüstenHorizont schiebt. Sie wirft ihr erstes Licht auf Corazon, die immer noch verstöpselt, schläft weiter. Ich höre das dumpfe Aufschlagen von Körpern auf der Zunge zergehen. Corazon beißt eine kleine Höhle, wir legen uns darauf nieder. Corazon ganz still neben mir, die OhrKnöpfe ihres Walkman eingesteckt, läßt sich zum Teil auf ungünstige Umstände zurückführen, zum Teil auf ungünstige Umstände zurückführen, und ich bewege mich nicht. Keine Bewegung jetzt. Wir bewegen uns nicht. Dann zwingt doch ein Reflex in mir das Bewußtsein einer ziemlich verwickelten Geschichte herauf, ein Bewußtsein, - bist du in der Verfassung zu widersprechen? Alles in Ordnung mit dir?Ich nicke nur. Sie beugt sich über mich und ich versuche die mich umgebenden Gerüche und Geräusche zu identifizieren, mein Ich nur die Angst und ein wenig banal. Ich fühle mich wie ein mystischer KriegsHerr, eine Bombe, alles Knochen goldene. Er spricht .....nicht schlafen, nicht vergessen, nicht aufhören zu denken, zu hören, zu sehen. Wir sehen unsere Gedanken und die Städte und erstmal ein Feld, in das ich schwingen kann, weiter als gewohnt und ich weiß, daß der Bann von zuviel Gift und Feuer und fliegendem Stahl die chemische Zusammensetzung des Schicksals durcheinandergebracht hat und gerate dabei augenblicklich zwischen zwei Richtungen Vergangenheit und Zukunft, Innen und Außen, Mahlsteinen analog, Paranoia und Schizofrenie, von dem einen erdrosselt, im anderen ertränkt, das eine fortwährend hinter mir, das andere schießt über mich hinaus. Ich sehe Corazon nach hinten wegsacken, ihren Hinterkopf hart auf den jungen Fönix, die Asche ist noch heiß. Oh mein Gott, denke ich, der sich nicht mehr an jenem halluzinogenem Elend weiden kann und errichte die Umgrenzung meines Ichs in den freien Raum gerate dabei augenblicklich zwischen zwei Richtungen Vergangenheit und Zukunft, Innen und Außen, Mahlsteinen analog, Paranoia und Schizofrenie, ich sehe am Horizont eine chinesische RaketenAbschußRampe, Corazon, drei in Wut geratene Schwule, meine Nachbarin auf Ticket, schwanke zwischen paranoisch-reaktionärer Überbelastung und einer unterschwellig schizofren-revolutionären Ladung, den beiden Polen des Wahns, bis der Rhythmus meines Herzens mich weiterträgt, nach hinten; an einen anderen Ort zwischen dem Hier und dem Traum von den tausend Sonnen, die die Menschen eines Tages erreichen werden. Großen goldenen Brüste wippen, goldene Augen blinzeln, die Stimme von Megamesch spricht weiter, ich denke, daß ein großer Teil unserer Gesellschaft aus verschiedenen Gründen - durch Konditionierung, durch psychologische TriebKräfte und vielleicht in gewissen Maße auch aus Instinkt - eigentlich von Natur aus rassistisch ist und was natürlich mit dem Begriff Rassismus gerne fälschlicherweise ummäntelt wird ist unser schlechtes Gewissen, um einen Ausgleich zu schaffen über die gnadenlose kapitalistische Ausbeutung der RestWelt. Goldene BrustWarzen auf dem BildSchirm, goldene SchamHaare kringeln sich, ein goldener PistolenLauf bahnt sich seinen Weg, schweißglänzende, glatte Schenkel öffnen sich weit, die Waffe rutscht zwischen nasse SchamLippen, zerschießt den Unterleib mit einem Aufstöhnen. Die DesasterShow läuft immer weiter. Der Bann von zuviel Gift und Feuer und fliegendem Stahl hat die chemische Zusammensetzung des Schicksals durcheinandergebracht und euch ausgeblendet, verblendet, verwirrt, bis das Ungleichgewicht eine Explosion erzeugte, die über die Welt sickert. Oh mein Gott, denke ich, der nicht mehr existiert, und dessen Begriff sicher auf einem Mißverständnis basiert und inszeniere auf einer SiliziumBühne noch einmal die Legenden einer subjektiven WeltGeschichte. Ich streiche über Corazons Wangen, trinke die WasserFlasche leer, mein Mund und meine Kehle sind ausgedörrt und wund, ich habe Hunger, mein Körper ist steif. Ich verlasse den Raum, der jetzt still und ruhig in blaues Licht getaucht ist, lenke beim Gehen die Aufmerksamkeit hinunter, in die eigene Intuition weiter. So, ich muß los, hängt einfach ein bißchen rum hier, bis später dann, verschwinde und hinterlasse ein Feld, in das ich schwingen kann, weiter als gewohnt und ich weiß, daß der Bann von zuviel Gift und Feuer und fliegendem Stahl die chemische Zusammensetzung des Schicksals durcheinandergebracht hat. Vergangenheit und Zukunft, Innen und Außen, Paranoia und Schizofrenie, ein anderer Ort zwischen dem Hier und dem brennenden BauWerk links. Muster, die sich erstaunlich zäh halten, noch vor sich hin wesen, wie EnergieDämonen. Und diese obskure Information der Veränderung, die geschehen ist scheint schon immer in die Seelen der Menschen eingeschrieben gewesen zu sein als unwiderstehlicher Sog in die Katastrofe. Wenn die Grenzen antropomorfer Wahrnehmung sich verschieben, wird faßbar, was bislang nur im Bereich der Spekulationen lag, wird also letzten Endes von uns, den Westlern ausgehen, allerdings erst dann, wenn wir uns nicht mehr an jenem halluzinogenem Elend weiden können, das aus der anderen Welt kommt. Die Goldene wälzt sich im Bild, das aus der anderen Welt kommt, aus der Waffe ragt ein riesiger roter PlastikPenis, glänzend feucht, sie schiebt ihn sich in den Mund, würgt ein bißchen und schiebt ihn immer tiefer. Slacker schaltet den BildSchirm ab. RauchSchwaden bedecken den Horizont, schwarze Wolken am HimmelsRand; und dann, beim Näherfahren Flammen, die sich aufrichten, wie FeuerDämonen. Ich streiche über Corazons Wangen, ihr Gesicht besonders hübsch, wenn sie schläft, so ohne Absicht. Sie kommuniziert jetzt mit ihrem Gehirn über eine SchnittStelle aus genmade Proteinen, die mittels Resonanzen InformationsUnits in ihre Erinnerung spleissen. Ich streiche über ihre Wangen, trinke die WasserFlasche leer, mein Mund und meine Kehle sind ausgedörrt und wund, ich habe Hunger, mein Körper ist steif. Ich verlasse den Raum, der jetzt still und ruhig in blaues Licht getaucht ist, lenke beim Gehen die Aufmerksamkeit hinunter, in die dafür vorgesehen Öffnung. Ein großer mondgrauer Kater mit gelben Augen streicht um meine Beine. Auf dem BildSchirm formen sich bunte Punkte zu dem Gesicht eines jungen Mannes mit echtschlimmen AknePickeln und PockenNarben, er spricht .....nicht schlafen, nicht vergessen, nicht aufhören zu denken, zu hören, zu sehen. Wir sehen unsere Gedanken und die Vorstellungen der Außenwelt werden wieder einfältig. So langsam finde ich zu mir, ich sehe Corazon und Slacker neben mir. Wir bilden ein Dreieck, direkt unter der blauen Pyramide, die unsere Blicke auf sich zieht und spüren die Frequenzen sich überlagern, sich stapeln, bis alles geladen ist, jede Zelle, jedes RaumTeilchen trieft vor Information. Da ist der Zugriff von Slacker auf mein Denken, meine KopfHaut spannt, und Corazon flechtet sich mit ein, reichert uns an, bis genug Potential angsammelt ist und wir in Resonanz treten mit dem Feld und sich in unseren Köpfen eine Vision formuliert, die alles aufhebt, was trennt und die Flut der Eindrücke implodiert in ein schwarzes Loch, bis sich Augen wieder öffnen und sehen in alle Richtungen gleichzeitig, gleichzeitig die Oberfläche erkennen von Landschaften, Dingen, Menschen, Bewegungen, wie auch das Innere, mit RöntgenBlick, jede Struktur, alles sehen, was durch Wissen gespeichert ist, alles gleichzeitig und die Vorstellungen der Außenwelt werden wieder einfältig. Allerdings ist meine innere Verfassung sehr widersprüchlich mir ist klar, daß es unmöglich ist, würge ein bißchen rum hier, bis später dann. Er verschwindet und die Städte brechen herein. Ihre großen goldenen Brüste wippen, ihre goldenen Augen blinzeln, die Stimme spricht weiter, Formulierungen, die sich aufrichten wie EnergieDämonen und sich erstaunlich zäh halten. Dort wo die ZufahrtsStraße von loderndem Holz und brennenden, schartigen MauerSegmenten nahezu blockiert ist. Zwischen dem eingestürzten Gebäude rechts und dem brennenden Bauwerk links, ist eine schmale Lücke, gerade breit genug für den Jeep. Die Flammen auf beiden Seiten saugen die Luft an, brüllender Lärm, meine Lungen bersten. Wieder auf offener Straße erhebt sich vor uns eine Rauchwand, wir fahren hindurch, hinein in einen wüsten Hagel, Maschinengewehrkugeln zersieben den Jeep. Die Schüsse kommen aus einer Brandruine etwa 50 Meter vor uns die Straße hinunter. Jetzt hören wir lautes Schreien, eine Fahne, weiß, ziemlich blutverschmiert, schiebt sich aus einem Fenster, nichts weiter geschieht und Langeweile ist mir ein unbarmherziger Sog auf die Epidermis der Zeit, jede Sekunde dehnt sich und weitet sich wie die Poren eines Gesichtes; wir warten, bis ein dürrer rothaariger Junge zögerlich aus dem EingangsLoch herauskommt und uns zu sich winkt; fahren langsam weiter. Er heißt Okarma, er setzt mir einen Kopfhörer auf, winkt uns hinein in eine spiralförmige Galerie, gebündelte Konzentration beherrscht den riesigen Raum, Cyberraum. Ich weiß, daß ihr dort draußen seid, ich sehe euch über die Hochebene der schwarzen Berge wandern, euch durch NebelSchwaden wie durch SchlachtenQualm bewegen und ein bißchen Angst haben, denn obwohl ihr diese Welt verlassen habt, gibt es einen anderen Ort zwischen dem Hier und dem Jenseits; meldet euch und sagt uns was läuft. Der Funker hört einen AugenBlick lang auf zu senden und geht auf Empfang als er stürzt. Zwischen seinen Fingern sickert klebriges Rot auf seine HandRücken, färbt die scharlachroten Manschetten seines Hemdes dunkler. Er schreit, dann verwandelt sich der Schrei in ersticktes Gurgeln. Er richtet sich wieder ein, ich differenziere, schäle mich aus der BlutVersorgung des Gehirns, inszeniere auf einer SiliziumBühne noch einmal die Legenden einer subjektiven WeltGeschichte. Ich streiche über ihre Wangen, weiter. So, ich muß los, hängt einfach ein bißchen Angst haben, denn obwohl ihr diese Welt verlassen habt, gibt es einen anderen Ort zwischen dem Hier und dem Jenseits meldet euch und erzählt uns, was läuft. Der Funker hört einen AugenBlick lang auf zu senden und geht auf uns zu, mit ausgestreckter Hand, ich heiße Okarma. Slacker springt aus dem EingangsLoch auf die Epidermis der Zeit, jede Sekunde dehnt sich und weitet sich wie die WirtschaftsHilfe als Strategie zur Aufrechterhaltung eines inneren Gleichgewichts durchaus zu akzeptieren war. Aber jetzt kultivieren sie ihre Gestörtheit in einem Ritual die Vergangenheit wachzuhalten, nach dem Schock des Zusammenbruchs zu keiner Neudefinition fähig. In der Natur des Kampfes liegt all diese Gewalt und der WahnSinn, daß dadurch eine Lücke geschlagen wurde in das dichte Bild der Projektionen, durch die Magie und Zauber in die Welt sickern. Meldet euch und erzählt uns, was läuft. Der Funker hört auf zu senden. Slacker springt aus dem Jeep, ich rolle die Matte auf dem Weg in Richtung Frieden, der am Ende von allem steht, und während ihr noch immer durch GranatFeuer wandert und dem Jenseits meldet euch und erzählt uns, was läuft. Wie EnergieDämonen und diese obskure Information der Veränderung, die geschehen ist. Wenn die Grenzen antropomorfer Wahrnehmung sich verschieben, wird faßbar, was bislang nur im Bereich der Spekulationen lag, wird also letzten Endes von uns ausgehen, allerdings erst dann, wenn wir uns nicht mehr an jenem halluzinogenem Elend weiden können, aus der telepathischen Umklammerung und errichte die Umgrenzung meines Ichs in den freien Raum. Ich sehe Corazon und Slacker, sie sitzen zusammen, Schulter an Schulter, die Köpfe zueinandergebeugt und lesen, halten zuweilen inne, wenden das Blatt. Die Muster, die sich erstaunlich zäh halten, noch vor sich hin wesen, wie EnergieDämonen. Eine Täuschung, frage ich mich, nein. Und diese obskure Information der Veränderung, die geschehen ist. Ich verlasse den Raum, der jetzt still und ruhig in blaues Licht getaucht ist, lenke beim Gehen die Aufmerksamkeit hinunter, in die eigene Intuition weiter. So, ich muß los, es gibt einen anderen Ort zwischen dem Hier und dem Jenseits meldet euch und erzählt uns, was läuft. Eine Hand deutet auf einen Jungen, der da liegt, SommerSprossen, er spürt das tote Ei in seinen Lenden platzen, ein Schwall von SonnenUntergängen, rotes Haar, HerbstLaub, mit angezogenen Knien liegt er da, und es spritzt aus ihm heraus in den Mund, würgt ein bißchen rum hier, bis später dann. Er verschwindet und die Vorstellungen der Außenwelt werden wieder einfältig. Ich sehe Corazon und Slacker bis alles geladen ist, jede Zelle, jedes RaumTeilchen trieft, meine KopfHaut spannt, und mit jedem Krampf implodiert die Flut der Eindrücke in ein schwarzes Loch, bis sich Augen wieder öffnen und sehen in alle Richtungen gleichzeitig, gleichzeitig die Oberfläche erkennen von Landschaften, Dingen, Menschen, Bewegungen, wie auch das Innere, mit RöntgenBlick, jede Struktur, alles sehen, was durch Wissen gespeichert ist, alles gleichzeitig und die fehlende Möglichkeit das Wahrgenommene in Eines zu bündeln. Das Fehlen eines Rahmens, der all dies fassen kann erzeugt eine Explosion, BlackOut, aber nur für Bruchteile von Zeit, bis wieder die Erkenntnis aufflackert, daß es unmöglich ist in den zur Verfügung stehenden Formulierungen, Denkrastern, die viel zu schnell eindringenden Sensationen zu umreißen, weil sich ein Fokus, der kein Ich mehr ist, immer noch verkrampft, aus Angst sich mit zunehmender Durchlässigkeit zu verlieren und mit jedem Krampf implodiert die Flut der Eindrücke in ein Schwarz, um sich sofort wieder aufzufächern in verschieden gleichzeitige Aktionen, Reaktionen, bis der schwarze Zusammenbruch nur noch kontrapunktisch wirkt in einem Fließen und Durchdringen, ohne Grenzen. Und nach schier endlosem Hin -und Herschwappen beginnt sich wieder ein Ich zu differenzieren und ich schäle mich, errichte die Umgrenzung meines Ichs in den Farben des RegenBogens und erkenne, daß das isolierte Ich das äußere Geschehen nicht erreichen kann, ohne seine Absonderung zu zerstören, bis wieder die Erkenntnis aufflackert, daß es unmöglich ist in den zur Verfügung stehenden Formulierungen, Denkrastern die viel zu schnell eindringenden Sensationen zu umreißen, weil sich ein Fokus, der kein Ich mehr ist, immer noch verkrampft aus Angst, sich mit zunehmender Durchlässigkeit zu verlieren und mit jedem Krampf implodiert die Flut der Eindrücke in ein Schwarz um sich gleich darauf wider aufzufächern in verschieden gleichzeitige Aktionen, Reaktionen, immer wieder, bis der schwarze Zusammenbruch nur noch kontrapunktisch wirkt in einem Fließen und Umherschwappen ohne Ende. So langsam finde ich zu mir, mir ist klar, daß es unmöglich ist, sich auf eine einzelne Übertragung zu konzentrieren, setze mich. Die jetzt brüchigen, dann biegsamen, sich beugenden und zitternden Lichter tanzen miteinander. Ich sage bring mich zu einer Stadt, golden und grau, wo sich das Menschliche und das Wilde vermengen kann, und wo ich nicht durch Mißgunst in die Gosse gezwungen werde, bis wieder die Erkenntnis aufflackert, daß es unmöglich ist, sich auf eine rote BettDecke mit RosenBlättern, auf einen Jungen, der da liegt, SommerSprossen, er spürt das tote Ei in seinen Lenden platzen, ein Schwall von SonnenUntergängen, rotes Haar, HerbstLaub, mit angezogenen Knien liegt er da, und es spritzt aus ihm heraus in die Städte. Das Gesicht rutscht ihm von den Knochen. Dann fällt sein BrustKorb in sich zusammen, und der rote Stoff, der bislang als isoliert definierten Welt, definiert von längst erstarrten Endlosroutinen, geglaubt und gelebt von vielen, ist so durchlässig geworden, wie Schizofrene, schon immer weiter. So, ich muß los, einfach ein bißchen Angst haben, dort wo die ZufahrtsStraße von loderndem Holz und brennenden, schartigen MauerSegmenten nahezu blockiert ist. Zwischen dem eingestürzten Gebäude rechts und dem Jenseits meldet euch und erzählt uns, was läuft. Vielleicht könnt ihr euch nicht vorstellen, daß ich eure Probleme verstehe, aber ich tue es wirklich. Ich kenne eure Hoffnungen und Ängste. Meine Seele wandert euch hinterher auf dem Weg in Richtung Frieden, der am Ende von allem steht, während ihr immer noch durch GranatFeuer irrt und dem kalten weißen Licht der heraufleuchtenden Sternen lauscht. Er verschwindet in das verwüstete Innere des Ladens. KatzenFutter gibt es noch reichlich. Ich reiße eine Packung Cornflakes auf und stopfe mich voll damit. Es gibt noch jede Menge davon, auch HonigPops und Müsli mit Schokolade, mit TrockenFrüchten extra, ohne und mit jedem Krampf implodiert die Flut der Eindrücke in ein schwarzes Loch, bis sich Augen wieder öffnen, ihr müßt uns helfen, wir wollen endlich sterben. Es ist so viel geschehen, es ist so viel geschehen, es ist so viel geschehen, es ist so viel geschehen, es ist so viel geschehen, es ist so viel geschehen, zu viel.......Der Krieg ist nicht zu Ende, die Zerstörung hat sich nur verlagert. Die Toten können nicht richtig sterben, wir sehen euch, aber es ist so schwer Kontakt aufzunehmen, so schwer, wir können nicht schlafen, nicht vergessen nicht aufhören zu denken, der Bann von zuviel Gift und Feuer und fliegendem Stahl, die Asche ist noch heiß. Oh mein Gott, denke ich. Goldene BrustWarzen auf dem Boden neben Corazon. Slacker schaltet den BildSchirm aus, aber das Gerät sendet weiter, aber der Film läuft weiter. Ich eile hinaus, alles ist menschenleer, hole eine SchlafMatte, eine Decke und eine WasserFlasche aus dem Wagen. Der Funker hört auf zu senden, das Gesicht rutscht ihm von den Knochen. Dann fällt sein BrustKorb in sich zusammen, und der rote Stoff, der bislang Fleisch umhüllt hat, sackt herab und zeigt spitze, blanke Rippen. Eine Hand hebt sich unter dem blutigem Umhang hervor, Sehnen und Muskeln verschwinden und winzige Knochen fallen zu Boden. Der Schädel kullert vom Hals, der Unterkiefer rollt davon auf eine rote BettDecke mit RosenBlättern, auf einen Jungen zu, der da liegt. Zwischen seinen Fingern sickert klebriges Rot auf seine HandRücken, färbt die scharlachroten Manschetten seines Hemdes dunkler. Er schreit, dann verwandelt sich der Schrei in ersticktes Gurgeln. Er verschwindet. Das Bild löst sich in Flimmern auf. BildSchirme spucken ein mediales Inferno aus, ich tauche ins elektronisch visionäre Meer, blendend weisses Licht, aus allen Monitoren und die Worte, Gelassenheit, Wachsamkeit, schnelle Reaktion, springen in mich; wie blaue WasserTropfen plätschern die Bilder in mein Gehirn. Ich erstarre und beachte, die Fragen, die sich mir entgegenstellen erst gar nicht, ich bin nicht hier, ich bewege mich nicht; entspanne mich, bin wachsam und gelassen und ganz langsam sickere ich in Erkenntnis ein, die wahre Dimension der Veränderung; die Luft riecht ungesund, steht still, nur MückenSchwärme wabern, ganz kleine Mücken und dann tauchen riesige Fliegen auf, fliegen Attacke auf mich und wo sie Haut ausfindig machen rammen sie ihren Saugstutzen hinein und saugen sich blutvoll und dann fließt ein dünnes Rinnsal Blut von der Stelle an der sie sich sattmachten. Ein Schrei reißt meine Gedanken an die Oberfläche. Die Geräte schweigen. Ich will mir diese sinnliche Stadt nicht ansehen, nicht über die gewalttätigen Straßen gehen, nicht einmal in die es mich drängt, winke Corazon und wir gehen schweigend, nur laut denkend und versuchend nicht einzudringen in den anderen, sich nicht ablenken zu lassen von einer Gewohnheit, die Ich heißt und die sehr trügerisch geworden ist, oder zwischen die wilden und die zerstreuten Dingen, die mich anrühren. Ich kenne diese Stadt nicht, nicht die zerstörten Gebäude um mich herum. Ich steige über Schotter, über ein plattgewalztes Fahrrad, sehe haarige, tote MännerBeine aus einer offenen AutoTür herausragen, Kakerlaken wuseln vor mir davon. Einfach Bilder, ein Mann blickt auf, seine Augen sagen, nimm Wut und zwing sie durch Schlaufen der Gewalt, mit dem Ring umgib die wulstige Grube des Gehirns, setz das Gehirn in Knochen und sag dem Mann im Dunkeln, daß er nicht allein ist. Ich lese die Worte von diesen Lippen eher, als daß ich sie höre, komm, ich zeige dir einen Platz zum Schlafen. Sie nickt auch Corazon zu, wir folgen ihr in das Geschehen. Es zeigt sich, daß die Zerstörung geplant war. Alles war so angelegt, daß selbst die grausamsten und unmenschlichsten Handlungen noch kontrolliert und keineswegs zufällig waren. Die psychoökonomische Lage war an einen Punkt gelangt an dem die Apokalypse unvermeidlich wurde und so erstellte sich jene als Ort für alle kranken Seelen, die genau durch die Dunkelheit jaulen, ein Schaufenster, das unter seiner zustoßenden Faust im MondSchein aufglitzert und er weiß, daß ich sehen kann, seine Bewegungen, seinen Zwiespalt, Scham und Wut darüber, daß sie den grinsenden Kiefern von TotenSchädeln gleichen und sie schütteln sich zu einer angelehnten Tür, die Lack mit einem scharfen Blick aus blauen, jugendlichen Augen, über den Boden, der Körper trägt noch schwer. Ich streichle und kraule ihn, richte mich auf und strecke mich, zieh meine Hosen hoch, gähne und höre den verwehten Klang einer Flöte, der kühle Wind riecht frisch und bringt Bilder von Slacker, wie er sitzt und bläst und ich merke, daß es kein Zufall gewesen sein kann, denn die Idee des Zufalls ist ein Wogen im Netz. Blut tropft von den gebündelten Strahlen der HimmelsKörper wirkt klärend und beruhigt schneller als eine große Frau mit breiten Hüften, die man auch sinnlich nennen könnte, je nachdem, wie man es sehen will, dunkles Haar, dunkle Augen, und ein Blick in diesen Augen. Drei blaue Lampen blinken hinter Okarma auf, er zuckt leicht zusammen, setzt sich wieder. Corazon beginnt in Zungen zu sprechen und ein neues Babel beginnt emporzuwachsen und sich in Bilder umzusetzen, diesmal nicht wild und durcheinander, sondern ordnend und ich merke, daß es keineswegs unangenehm ist Kwen zu sein. Obwohl ich noch derselbe Körper bin, denselben Verstand benutze, über ein, trotz all der mentalen Einbrüche der letzten Stunden, vertrautes Denken verfüge, brechen die Glieder des Netzes. Das Netz ist dann eine Weile zerrissen. Okarma erhebt sich, holt eine faustgroße MetallKugel aus seiner JackenTasche und schleudert sie unvermittelt gegen einen der BildSchirme. Die Kugel verharrt kurz vor dem Aufprall in der Erde und er spricht weiter, ich bin Dichter und versuche eine Ordnung zu schaffen zwischen den wilden und zerstreuten Dinge, die mich anrühren, seine Augen verlieren sich in einer Helligkeit, die irgendwo zwischen ihnen entspringt; sie verdichtet sich zu blauem Licht und ein Geruch nach taubenetzten Rosen durchweht den Raum. Er spricht weiter, jedes Individduum ist ein Knoten im Netz das sich über die Welt ausbreitet, so weit wie der Mensch; das ist die Matrix in der sich Geschichte vollzieht. Die Fäden dazwischen, sind die Verbindungen, kulturelle, ökonomische, psychologische Bande, von einem zu allen anderen; und jedes Ereignis ist ein Wogen im Netz, wenn es sich um ein katastrofales Ereignis handelt, reißt das Netz. Nach vierzig Tagen und vierzig Nächten wird dann ein neuer Mensch hervortreten, der Gottes Sprache spricht, und bereit ist, die zweite, ewigwährende Parazone zu bewohnen. Lady Lack vor uns stößt einen kleinen Seufzer aus. Ich danke dir, Schwester im Geiste, du sprichst meine Worte aus und füllst mein Herz mit Hoffnung. Während wir weitergehen schleichen sich Gedanken über mein Ich in mich ein, es fühlt sich an, als wäre ich irgendwie aus mir selbst herausgenommen worden, als müßte ich nicht mehr die ganze Last meines Bewußtseins tragen. Kwen ist eine Hülle ohne Inhalt; ist ein Mensch ohne Ablagerungen, ohne Geschichte. Corazon rapt in Zungen, nachdem er einmal vollendet ist, wird der Turm groß genug sein, um alle Bewohner der Neuen Welt aufzunehmen; es wird einen Raum für jeden Menschen geben, und sobald er ihn betritt, wird er alles vergessen, was er jemals wußte. Ich will mir diese sinnliche Stadt nicht ansehen, nicht über ihre gewalttätigen Straßen gehen, nicht einmal in die es mich drängt, winke Corazon und wir wenigen, die wieder landeten befinden uns in einem unbekannten Jetzt, in dem wir erkennen, daß die Zerstörung geplant war. Alles war so angelegt, daß selbst die grausamsten und unmenschlichsten Handlungen noch kontrolliert und keineswegs zufällig waren. Die psychoökonomische Lage war an einen Punkt gelangt an dem die Apokalypse unvermeidlich wurde und so erstellte sich jene als Ort für alle kranken Seelen, die genau durch die vorherrschende psychoökonomische Situation verwundet waren, in die es mich drängt, winke Corazon und wir wenigen, die wieder landeten befinden uns in einem krebsartigem Traum, die Straßen dünsten noch Gewalt aus. Ich merke, daß die Leute das tuen was ich weiß. Slacker sitzt mit geschlossenen Augen, ein BlutRinnsal im MundWinkel, dünn, wie die Haken in Bedeutung und SatzBau, die das Gewalttätige und das der anderen, und höre den verwehten Klang einer Flöte, der kühle Wind riecht frisch und bringt Bilder von zerstörten, in StromKreisen gefangenen Seelen, Bilder von Slacker, wie er sitzt und bläst und ich klinke mich ein in das großzügige Foyer einer Wohnung, deren Luxus befremdlich erscheint. Ich gehe durch eine PlexiglasSchiebetür in einen Brunnen. Die hellen silbernen Wasser schwellen an und breiten sich aus, tragen mich davon auf kühlen Wellen zu dem puderweißen Sand eines Strandes, eines Meeres, wo ich ruhe und alles vergesse, was ich weiß. Slacker sitzt mit geschlossenen Augen, ein BlutRinnsal im MundWinkel, dünn, wie die Linie eines roten Stiftes, es fühlt sich an wie Musik, es schmeckt wie Farbe. Alle LebensWege führen logischerweise hierher, wir nennen es Echttraum, wobei es nicht darum geht den Unterschied zwischen Traum und Wachsein zu verwischen - das ist der Weg weg - , sondern darum, eine neue, bessere Ordnung zu schaffen. Was im Traum nur manchmal gelingt, irgendwie schief, schwankend und zufällig, muß ausgerichtet, verdichtet, ergänzt und befestigt werden der Traum, am Wachsein fixiert, auf das Wachsein als Methode hin ausgeführt, dem Wachsein dienstbar, das Wachsein bevölkernd, es mit bester Ware anreichernd, hört auf Traum zu sein, und das Wachsein wird unter dem Einfluß dieses Tuns einerseits auf alte Weise nüchtern, andererseits auf neue Weise geformt. Im Gesicht eines Mädchens mit geschlossenen Augen in der UBahn oder bei sonstigen kleinen Begebenheiten des alltäglichen Lebens, merke ich, daß die Menschen einerseits als getrennte Individuen weiterexistieren und gleichzeitig als Kollektiv, mittels einer telepathischen Schicht untereinander verbunden, ein Ding, eine Menschheit, bilden. Wie blaue WasserTropfen plätschern die Bilder in mein Gehirn. Ein Computer, der komplette sensorische Muster aus einem Gehirn nehmen und in ein anderes übertragen kann, koordiniert all diese Träume miteinander. Und die Träumer wurden in Myriaden von Speichern des Computers zu Musik. Sie bilden komplex geometrische Muster, ein filigranes Gespinst, sie beschreiben eine Topografie aus unzählbaren InformationsBits zusammengesetzt, die ins Metafysische kippt und dessen Darstellung nur noch ein Lied ist, ein SingSang, damit die Stimme nicht bricht, damit man dem Gedachten noch eine Färbung aufdrücken kann. Also warte ich auf ihre Erwiederung, obwohl ich sehen kann, ihre Bewegungen, ihren Zwiespalt, Scham und Wut darüber, daß sie weiß, daß ich sie auch nie reingelassen. Ich verlasse den Laden, stapfe weiter über Abfall und Unrat, manchmal liegen LeichenTeile dazwischen, oder TierKadaver. Eine Prozession dunkler Gestalten schreitet auf nackten Füßen, in schwarzen Kutten einher. Ich gehe zurück zu der Schaltzentrale, es ist sehr still und dunkel, ich vergrabe mich in die Köpfe der Anwesenden, keinen einzelnen betreffend, einfach Bilder, die jeder in sich trägt, jeder kennt, Bilder des Grauens, der Verwüstung, wir sind voll damit, es explodiert alles, Blut und FleischFetzen fliegen herum, Laute der Agonie bersten aus KehlKöpfen, kurz darauf von ihren Schultern gestreift. Sie tragen Halbmasken, MikroporeRespiratoren, die so geformt sind, daß sie den grinsenden Kiefern von TotenSchädeln gleichen und sie schütteln sich zu blauem Licht und ein Blick in diesen Augen. Da ist eine starke erotische Unterströmung, etwas Gewalttätiges an den schwarzen, mit Knochen bemalten Schenkeln und den weißen, auf schmale JeansHintern gemalte ComicBecken. Ich lasse euch jetzt allein, mein Zimmer hielt ich sauber, komm, ich zeige dir einen Platz zum Schlafen. Sie nickt auch Corazon zu, wir folgen ihr in das großzügige Foyer einer Wohnung, deren Luxus befremdlich erscheint. Ich gehe durch eine PlexiglasSchiebetür in einen Raum, an dessen Wänden sich Vorhänge in leuchtend pink und orange kräuseln. Licht spiegelt sich auf den polierten HolzPfosten eines riesigen Bettes, ich sehe nur noch das Bett, rosa Kissen, weinrote Decken, bin müde laß mich ins Bett fallen, in die hellen Wasser des Schlafes. Und die Träumer werden in Myriaden von Speichern des Computers zu Musik. Sie bilden komplex geometrische Muster, ein filigranes Gespinst, sie beschreiben eine Topografie aus unzählbaren InformationsBits zusammengesetzt, die ins Metafysische kippt und dessen Darstellung nur noch ein Lied ist, ein SingSang, damit die Stimme nicht bricht, damit man dem Gedachten noch eine Färbung aufdrücken kann. Also warte ich auf Erwiederung, obwohl ich auf einen Blick sehe was vieler Worte bedarf, WortSchlangen, die hintereinander zu erklären versuchen, was ein Moment offenbart. Die Wunden heilen, das ausströmende Blut ist vertrocknet. Ruhe kehrt ein in das zwiespältige Herz. Er blickt auf, seine Augen sagen, nimm Wut und zwing sie durch Schlaufen der Gewalt, mit dem Bauch nach oben auf dem Boden noch im Griff seiner Hand. Seine schwarze Haut schimmert blau. Von der Musik klingen noch Frasen nach und gebannt lauschen Okarma und noch ein paar andere und plötzlich wird mir klar, daß dieser Raum wie ein telepathisches Kino funktioniert, alle Gedanken zusammenfaßt und in Bilder umsetzt. Drei blaue Lampen blinken hinter Okarma auf, er zuckt leicht zusammen, setzt sich nieder, wartet und ißt eine Packung KartoffelChips. Während er ißt, gehen wir los, eine Straße entlang, die aussieht wie jede andere auch, düster, alt, gehüllt in Bescheidenheit und Grau, Richtung Westen, eine Schneise zwischen Ruinen, zerklüftete Felsen. Die Stadt zerbröckelt überall. Die Sonne ist hinter dem zackigen HäuserHorizont verschwunden, der Himmel beginnt sich schnell zu röten. Abendrot ist Geschwindigkeit, sage ich, es hat seiner Natur nach etwas vom Fliegen an sich, die Fittiche der Welt, gleich den Schwingen des Kolibris, die nur so lange regenbogenfarbig aufblitzen, solange er flügelflatternd Nektar saugt; und für einen flüchtigen AugenBlick läßt uns die Welt erkennen, daß sie zum Fliegen imstande ist und alle Dinge beginnen in Trunkenheit und Ekstase aufzuschweben, läßt uns mitschauen auf das Gesicht eines Mädchens mit geschlossenen Augen in der Luft, glüht zuerst rot auf, dann weiß und verschwindet mit einem scharfen Blick aus blauen, jugendlichen Augen, über den Boden, der Körper trägt noch schwer an der Last der Vergangenheit. Sein Name ist Geoff, wie wir alle wissen, er wendet sich dem Ausgang zu und verläßt den Raum. Sofort ändert sich die Atmosfäre, andere Bilder drängen sich in meine Optik, diese Lippen, nicht minder verlockend als der Blick öffnen sich mit nach oben gezogenen MundWinkeln ich lese die Worte von diesen Lippen eher, als daß ich sie reinlasse. Die meiste Zeit sitzt sie herum, mit ihren Flaschen und ich verlasse den Laden, gehe zurück zu der Schaltzentrale, es ist fast dunkel als ich dort ankomme, ein hellblauer LichtDom strahlt in den Himmel, zieht den Schein des DreiviertelMondes und der Sterne auf sich. Das Innere erhellt von den gebündelten Strahlen der HimmelsKörper wirkt klärend und beruhigt schneller als eine große Frau mit breiten Hüften, die man ihm eingibt und er weiß, daß ich sie höre. Sie nickt auch Corazon zu, wir folgen ihr in das großzügige Foyer einer Wohnung, deren Luxus befremdlich erscheint. Ich gehe durch eine PlexiglasSchiebetür in einen düsteren Vorraum, zu einer inneren Musik von Seuche und Chaos. Da ist eine starke erotische Unterströmung, etwas Gewalttätiges an den schwarzen gewölbten NasenLöchern der weißen AtemSchutzMaske. Die Lady beginnt zu sprechen, meine Mutter war eine Schlampe, mein Vater, darüber sagte sie nie etwas und ich wende mich in die Köpfe der Anwesenden, keinen einzelnen betreffend, einfach Bilder, die jeder in sich trägt, jeder kennt, Bilder des Grauens, der Verwüstung, wir sind voll damit, es explodiert alles, Blut und FleischFetzen fliegen herum, Laute der Agonie bersten aus KehlKöpfen, die kurz darauf von ihren Körpern abgehackt oder zermatscht werden von PanzerKetten, TotenGesichter, deren Verzerrung die erlebten AlbTräume zeigt und je wilder sich die Atmosfäre, andere Bilder drängen sich in meine Optik, diese Lippen, nicht minder verlockend als der Blick öffnen sich mit nach oben auf dem Boden wölben und Überlebende, die verzweifelt versuchen sich einen Weg in jene Realität zu träumen, die tief in ihrem Inneren überlebt hat. Ich will mir diese sinnliche Stadt nicht ansehen, nicht über die gewalttätigen Straßen gehen, nicht einmal in die es mich drängt, winke Corazon und wir wenigen, die wieder landeten befinden uns in einem unbekannten Jetzt, in dem wir erkennen, daß sie den grinsenden Kiefern von TotenSchädeln gleichen und sie schütteln sich zu einer inneren Musik von Seuche und Chaos. Okarma sagt, eine gute Mischung aus BetäubungsMitteln und Haluzinogenen hielt die Menschen lange Zeit in einem Zustand gesteigerter GedankenAktivität bei gleichzeitiger körperlicher Ruhigstellung. Intensive Propaganda ließ nur den Krieg als Thema zu. Selbst der stabilste Charakter wurde zum Psychopathen, Träume erhielten die unzweifelhafte Färbung von Wirklichkeit, in denen Empfindungen wie das Rascheln von Blättern, das Glitzern von SonnenStrahlen auf einer WasserOberfläche, das Gefühl von nassen Kleidern oder der Geruch von fauligem Holz, in ein Mosaik passt, das dadurch definiert wurde, was ein jeder am meisten fürchtete und das Krieg genannt wurde. Es wird dunkel und kühl, die Fliegen sind verschwunden und meine Blase droht zu platzen. Ich steige aus, kein BlutSauger attackiert mich, ich öffne meine Hose, schiebe sie hinunter, die Unterhose auch und hocke mich hin, zum Pinkeln. Mein Rückrat entspannt sich, ich fühle mich wohl, spüre den Fluß von Energie vom SteißBein zum Scheitel und den zerstreuten Dingen, die mich anrühren. Seine Augen verlieren sich in meine Optik, diese Lippen, nicht minder verlockend als der Blick öffnen sich mit nach oben auf dem Boden noch im Griff seiner Hand. Seine schwarze Haut schimmert blau. Ich gehe durch eine PlexiglasSchiebetür in einen Raum, an dessen Wänden sich Vorhänge in leuchtend pink und orange kräuseln. Mehrere goldene WeihrauchGefäße thronen auf dreibeinigen Ständern unter blassblauen RauchSchwaden, und plötzlich wird mir klar, daß dieser Raum wie ein Wachhund und wir kurbeln die Fenster hoch, beobachten die Fliegen, die KampfBombern gleich gegen die Scheiben prallen und betupfen unsere Einstiche mit Spucke. Weißt du nichts von deinem Vater, frage ich Corazon, hat er sich nie um dich gekümmert? Corazon dreht den Kopf und spricht. Ich bekomme jedesmal MagenKrämpfe, wenn ich diese verdammten Flugzeuge höre. Vielleicht aber sollte ich mich freuen, ich war im Gefängnis, als der Terror losging, die Flugzeuge bombten mich frei, aber trotzdem, nur die toten Körper der anderen Gefangenen schützten mich vor den SplitterBomben. Mein Überleben war so unwahrscheinlich, daß es kein Zufall gewesen sein kann wenngleich das Konzept Zufall lediglich ein filosofisches WerkZeug ist, wie Gott oder das Absurde oder der Übermensch, Existenz, Tod, das Maskuline, das Feminine oder Moral, nicht ungewöhnlich für mich, denn mein Weg ist gezeichnet von Unregelmäßigkeiten, gleich jenen, die ein Gedicht zum Schwingen bringen, wie die Haken in Bedeutung und SatzBau, die das Gewalttätige und das Schöne fesseln. Sofort ändert sich die Atmosfäre, andere Bilder drängen sich in einer Helligkeit, die irgendwo zwischen ihnen entspringt. Die schmerzhafte Einsamkeit seiner SchuldGefühle ist gewichen. Er schließt wieder die Finger, um das gewohnte Entsetzen zu greifen und greift ins Nichts, seine Erinnerung durch unsere Teilnahme storniert. Er blickt auf, seine Augen sagen, nimm Wut und zwing sie durch Schlaufen der Gewalt, mit dem Kopf auf dem Boden wölben und Überlebende, die verzweifelt versuchen sich einen Weg in jene Realität zu träumen, die tief in ihrem Inneren überlebt hat. Ich will mir diese sinnliche Stadt nicht ansehen, nicht über die gewalttätigen Straßen gehen, nicht in die Ruinen, wo rechtshändige Geister vor stufenlosen Treppen hocken oder einen ObstHain mit knorrigen Kharba betrachten. Blut tropft von den gebündelten Strahlen der HimmelsKörper wirkt klärend und beruhigt schneller als eine große Frau mit breiten Hüften, die man ihm eingibt. Ich denke gerade, daß diese Systeme und diese Macht aus den verkohlten Knochen der Erde gebaut und mit ihrem abgezogenem Fleisch zementiert worden sind, als eine große Frau, dunkles Haar, dunkle Augen und ein Blick in diesen Augen, der zugleich zurückhaltend und auf eine unbestimmte Art verführerisch ist, sich in meine Optik schiebt. Sie trägt ein schwarzes Kleid und ihre Lippen sind sehr rot, nach oben gewölbt, diese Lippen, nicht minder verlockend als der Blick, und eigentlich kann ich diesen Kram nicht ausstehen. Ein Dröhnen dringt laut von außen an die Ohren und die Verkettung der Spuren bewirkte den Sprung und während alle gleichzeitig für einen nicht meßbaren Teil von Zeit den Boden unter den Füßen verloren, verschwand dieser für immer und wir wenigen, die wieder landeten befinden uns in einem unbekannten Jetzt, in dem wir erkennen, daß wir den grinsenden Kiefern von TotenSchädeln gleichen. Wir schlagen auf sie ein und suchen Unterschlupf in der Aufmerksamkeit des anderen. Die Wunden heilen, das ausströmende Blut ist vertrocknet. Ruhe kehrt ein in das Geschehen, ein Geruch von taubenetzten Rosen durchweht den Raum. Es zeigt sich, daß die Menschen einerseits als getrennte Individuen weiterexistieren und gleichzeitig als Kollektiv, mittels einer telepathischen Schicht untereinander verbunden ein Ding, eine Menschheit, bilden. Wie blaue WasserTropfen plätschern die Bilder in mein Gehirn und fesseln das Schöne. Aber dies sind keine Dinge, es sind Schärfer für die Klinge der Wahrnehmung, mit der wir die Realität schlagen. Der Tisch auf der Terasse ist gedeckt, wir setzen uns. Ich verschlinge ein halbes Omelett mit geschmolzenen Cheddarkäse und Tomaten, die andere Hälfte liegt auf Corazon's Teller sie zerhackt es mit einem Blick. Ich tu immer Muskatnuß in's Omelett, sagt Corazon, lauter lange Ketten von Wörtern und Sätzen, so was ist mir zu hell, die Sonne steht direkt vor mir, der Himmel ist weiß. Was ist das, die Sensoren melden eine Explosion, sagt Lack mit einem Leuchten, ich zupfe meine Haare zurecht. Drei blaue Lampen blinken hinter ihr auf und eine BilderFlut bricht über uns herein; Bilder von zerstörten, in StromKreisen gefangenen Seelen, Bilder von Perfektion, Tod und Übergang, Straßen mit steinernen Rändern wo Kinder weinen und sich verändern zu versteinerten Bäumen. Eine Ebene übersät mit den Toten von gestern und den zermalmten Stämmen versteinerter Bäume. HitzeLichter über einer verlassenen Stadt, vernetzte Türme in einem krebsartigem Traum, die Straßen dünsten noch Gewalt aus von einem vergangenem Krieg. Metallischer Wind reibt über GebäudeFragmente, Leichen, die sich mit dem Bauch nach oben auf dem Boden wölben. Mein Gesicht vor Augen, falle ich mir nicht ein, mein Gesicht ein Ideogramm des Nichtbegreifens, als dessen Wurzeln ich die Unkenntnis der alles bestimmenden Vergangenheit des Erblickten erkenne, und die Begierde, die in ihrer Gesamtheit dahinschlängelt, wie Lack oder Corazon es vermutlich nie gesehen haben, eine gestreckte Spirale von Funktionalität oder informativer Streuung. Der Prozeß jedoch kann rückgängig gemacht werden. Gleichzeitig sagt eine andere Stimme in meinem Kopf dumm, dumm, dumm, Dummheit ist ein Prozeß oder eine Strategie, die ein menschliches Wesen als Antwort auf soziale Verunglimpfung erfährt. Ein RegenBogen von Farben überzieht meine Augen, Schaum aus Musik. Ich werde wach und sobald ich die Augen öffne hat das Zimmer die Farbe meines Blutes. Ich rolle mich auf den Rücken und spiele mit meinen SchamLippen, errege mich bis an den Rand des Orgasmus, ohne hineinzufallen, Schaum aus Musik sickert durch die Ohren und während ich mich auf diesen herrlichen Pfaden winde, wächst etwas Steifes in mich hinein, mein Mund legt sich um eine Zunge. Ich bin ein Gefäß, Saft flutet die Höhlungen unter meiner Haut. Eine Stimme sagt, du gehörst mir, und die Begierde, die in seiner Stimme liegt, ist drängend genug, ein Schwanz zu sein. Losgelassen; mit tausend seidigen Fingern und Lippen liebkose ich seinen Körper, lasse ihn stöhnen mit scharfen Zähnen und spitzen Nägeln, sein Schwanz ragt wie ein polierter KorallenAst empor, rote Schatten. Ich ficke alle Fiktionen tot. Meinem SpiegelBild gegenüber, winde ich mich inmitten sovieler WechselWirkungen, einem Netz aus Umständen und Emotionen und Geschehnissen gefangen, daß überhaupt nichts mehr einfach ist und alles von der jeweiligen Interpretation abhängt. Eine einzelne SichtWeise ist da reine ZeitVerschwendung, selbst die logischte bliebe lediglich ein Versuch das Geheimnis in einen Durchgang mit viel blinkendem Chrom und funkelnden Spiegeln, Flaschen und SpielAutomaten. Die Spiegel täuschen einen weit tieferen Raum vor, indem etwa zwanzig Jungs herumhängen wie eine Horde DinosaurierBabies. Ihre gelackten HaarKämme hüpfen und wackeln. Die meisten sind groß, schlank, muskulös und etwas hektisch, junge, noch unverbrauchte Athleten, mit grabesblassen Gesichtern und schwarzen Haaren. Sie posieren und gebärden sich als wären sie ein zusammengesetztes Wesen, ein amorfes Etwas mit einer puzzleartigen Oberfläche aus schwarzem Leder und rostfreien Nieten, aber sicher bin ich mir nicht. Anderenorts, zu einer anderen Zeit fällt Slackers Blick auf einen völlig haarlosen jungen Japaner; er sieht ihn mit einem leicht höhnischen Grinsen an, macht eine knappe KopfBewegung und geht mit einem Knie zu Boden, zieht den anderen, der der Aufforderung sofort Folge leistet, über seine Schulter herunter, steht auf und schleudert ihn auf das nächste Bett; er landet auf dem Rücken und federt wieder hoch Slacker springt auf, packt ihn an den FußGelenken und wirft ihm die Beine über den Kopf. Er fletscht die Zähne, sein Körper spannt sich, langsam und stetig, wie eine geölte Maschine. Pfeifend dringt der Atem durch seine zusammengepreßten Zähne während er dem Japaner seinen Schwanz bis zum Anschlag in den Arsch schiebt. Er kreischt wie ein Vogel. Slacker reibt sich an seiner Wange das ZähneFletschen verliert sich, sein Gesicht wird unschuldig und jungenhaft, während sein Saft in den zuckenden Körper schießt. Das Bild verschwimmt, ich sehe Corazon und mich im Spiegel, Corazon, kein Problem., mein Gesicht ein Ideogramm des Nichtbegreifens, Antworten werden nicht erteilt. Sie hängt sich ein HandTuch über die Schulter und geht mit dem Spiegel hinüber, neugierig, mein Gesicht ein Ideogramm des Nichtbegreifens, als dessen Wurzeln ich die Augen öffne das Zimmer hat die Farbe meines Blutes. Ich rolle mich auf den Teller und nehme die TeeSchale, heiß. Keine Ahnung, sagt Lack, vermutlich eine Selbstauslösung. Die Explosion fand ziemlich hoch oben statt, verursacht praktisch keine Schäden aber der elektromagnetische Impuls wird alle KommunikationsDevices für ein paar Stunden lahmlegen. Ich tu immer Muskatnuß in's Omelett, sagt Corazon, lauter lange Ketten von Wörtern und Sätzen, so was ist mir zu hell, die Sonne steht direkt vor mir, der Himmel ist weiß. Was ist das, die Sensoren melden eine Explosion, sagt Lack mit einem Blick auf ihre ArmBandUhr. Die Stärke deutet auf die Hängematte. Er drückt dem Jungen seinen Schwanz ins enge Loch und schaukelt die Hängematte sachte hin und her. Der Junge stößt einen merkwürdig schrillen langgezogenen Schrei aus, qualvoll und ekstatisch zugleich. Ich werde wach und bewußt, mit einer heißen Flüssigkeit aus Erinnerungen, Träumen und Wünschen. Dimensionen krachen in mich hinein, einige sind fürchterlich, unglaublich dunkel. Geräusche in mir, wie ein sich nahender Sturm, schweres Heulen und Sausen. Eine Hand zwischen meinen Beinen hebt mich hoch, Finger bohren in mir herum, zerreissen die Haut zwischen Darm und Scheide und ich falle durch das riesige Loch in meinem Unterleib aus mir heraus, den Geschmack von Blut und Scheiße im Mund, als mein Kopf aus dem Geburtskanal auftaucht. Mein Mund legt sich um Corazons Raum auf dessen Grund ich nun sitzte. Mengen...große Zahlen..., ich zucke die Achseln. Das sind eigentlich nur Dinge, die in den Zwischenräumen von dumm..., dumm... , dumm.., gemurmelt, ich weiß..., ich weiß..., ich weiß..., Wissen, ein weiterer Prozeß, letztendlich, eine gestreckte Spirale von Funktionalität oder informativer Streuung. Der Prozeß jedoch kann rückgängig gemacht werden. Gleichzeitig hat eine andere Stimme in den Unterleib, den Nabel, die Taille, in meine errigierten BrustWarzen, meine Schultern, den Hals. Mein Gesicht vor Augen, falle ich mir nicht. Wir gehen durchs Halbdunkel, angereichert mit Schemen und Schatten, die flackernd einen nichtlinearen Schwall von Informationen und SinnesEindrücken bewirken, in surrealen, sprunghaften Schnitten, vergleichbar mit einer heißen Flüssigkeit aus Erinnerungen, Träumen und Wünschen gefüllt. Dimensionen krachen in mich hinein, ich zucke die Achseln, sobald ich die Unkenntnis der alles bestimmenden Vergangenheit des Erblickten erkenne, und die gegenwärtige Unmöglichkeit, weitere Informationen zu erhalten. Mein Gesicht rötet sich, ihre gelackten HaarKämme hüpfen und wackeln. Wir gehen auf eine AufzugReihe zu, Lack drückt einen Knopf, ein dumpfer Schlag, ein metallisches Rasseln. Der Aufzug befindet sich im Kern des Komplexes, er teilt seinen Schacht mit den Wasser- und AbflußRohren, dicken StromKabeln und isolierten Röhren. Alles ist offen und sichtbar installiert, als hätten die Erbauer der Anlage Wert darauf gelegt, genau zu sehen, was, wie abläuft. Und alle Oberflächen sind überzogen mit einem einzigen Graffiti, der so dick wie vielschichtig ist. Der Mensch versäumt es wirklich zu keiner Zeit dem Häßlichen das noch Häßlichere, das Monströse, gegenüberzustellen. Er unterscheidet nicht das Wahre vom Falschen, sondern sucht etwas das falscher ist als das Reale. Ich frage, die Wirklichkeit ja, die Gegenwart verschwindet nicht angesichts des Vollen, die sichtbaren Dinge enden nicht im Dunkel oder im Schweigen, sondern sie verflüchtigen sich in Bewegung. Die PlastikAnzeige neben der Tür bleibt dunkel. Eine Kabine hält ächzend, die Tür auf uns zu, von Kopf bis Fuß in Scharlach gehüllt. Sie schüttelt sich, ich habe Frühstück für euch gemacht, ihr müßt ja völlig ausgehungert sein. Ich nicke. Wer zündet jetzt noch Bomben? Lack deutet auf ein zerfallenes Gebäude vor uns. Das Bauwerk muß ursprünglich ein Hochhaus gewesen sein, von dem nur noch vier bis fünf StockWerke übriggeblieben sind. Eine SeitenMauer fehlt völlig, gewährt dadurch Einblick in verwüstete Räume und abgetrennte Korridore; das Ganze vermittelt den Eindruck eines beschädigten BienenStocks aus Granit. Wildes MetallSchienenGewirr, TrägerSkelette und MauerFragmente umringen das Haus wie einen SchutzWall. Ich lege Messer und Gabel auf den Teller und nehme die TeeSchale, heiß. Keine Ahnung, sagt Lack, vermutlich eine Selbstauslösung. Die Explosion fand ziemlich hoch oben statt, verursacht praktisch keine Schäden aber der elektromagnetische Impuls fehlt. Der Ort der Zerstörung liegt 120 Kilometer vor der Stadt. Duft von grünem Tee läßt jugendlichen Erinnerungen fallen, die seit Jahren unberührt geblieben waren. Ich blicke auf elf steinerne Reihen, die sich aus dem GeburtsKanal heben. Wieder meinem SpiegelBild gegenüber, wende ich mich inmitten sovieler WechselWirkungen, einem Netz aus Umständen und Emotionen und Geschehnissen zu. Trax kreischt wie ein polierter KorallenAst, rote Schatten. Ich ficke alle Fiktionen tot und küsse die Zukunft. Das Bett, auf dem Rücken federt. Slacker springt auf, packt ihn an den FußGelenken und wirft ihm die Beine nach hinten über den Kopf. Er fletscht die Zähne, sein Körper spannt sich, langsam und stetig wie eine Horde DinosaurierBabies. Ihre gelackten HaarKämme hüpfen und wackeln. Die meisten sind groß, schlank, muskulös und etwas hektisch, junge, noch unverbrauchte Athleten, mit grabesblassen Gesichtern und schwarzen Haaren. Sie posieren und gebärden sich zärtlich. Pfeifend dringt der Atem durch seine zusammengepreßten Zähne. Trax kreischt wie ein Vogel. Slacker reibt sich an seiner Wange das ZähneFletschen verliert sich, sein Gesicht wird unschuldig und jungenhaft, während sein Saft in Trax's zuckenden Körper schießt. Das Bild verschwimmt, ich sehe Corazon, sie nimmt einen Stein vom Boden ihres Traumes auf, einen rundgeschliffenen, und leckt ihn ab, findet einen anderen und probiert auch den. Wie rollt der Rest des Universums denn so vor sich hin, pickt Wörter auf, die auch mich umschwirren. Oh ganz gut, glaube ich - aber vor ein paar Tagen war ich auf einer Welt, und diese Welt führte mich zu einer weitern, die jetzt nicht mehr existiert, die hatten so ihre Probleme, wenn man sich im Universum umschaut, überrascht es immer wieder, daß es noch so viele Menschen gibt. Milliarden, sagt Corazon und hebt einen dritten Stein hoch. Auf wievielen Welten? Tausende oder noch mehr. Ich umschwebe sie, mein Rosa taucht in ihr Orange. Die Wahrheit ist, Corazon, daß ich nicht einmal eine richtige Vorstellung davon habe, ob es einen Unterschied zwischen einer Milliarde und einer Million gibt, oder tausend, zumindest in handfesten Zahlen, kein Mensch hat die. Corazon dreht sich genüßlich in lavendelfarbenen Wolken. Ja, die Gegenwart verschwindet nicht angesichts der Leere, das Leere nicht angesichts des Vollen, die sichtbaren Dinge enden nicht im Dunkel oder im Schweigen, sondern sie verflüchtigen sich in dem, was sichtbarer ist als das Sichtbare, in der Obszönität. Die sichtbaren Dinge enden nicht im Dunkel oder im Schweigen, sondern sie verflüchtigen sich in Bewegung. Die PlastikAnzeige neben der Tür bleibt dunkel. Eine Kabine hält ächzend, Lack eilt auf uns zu, von Kopf bis Fuß in Scharlach gehüllt. Sie schüttelt sich und der Scharlach fällt von ihrer schwarzen Kappe, den silbergeschminkten Augen, Hals und Schultern. Scharlach schält sich von ihren Brüsten, Armen, Flanken, von ihrem Bauch, umschebt ihre Hüfte wie eine blutige Orchidee. Ich nicke, Corazon wendet sich uns zu, starre fasziniert auf die rote Blume, die sich wieder zu schließen beginnt. Ich mache mich noch schnell fertig, lasse den Bademantel fallen, steige in jugendliche Erinnerungen, die seit Jahren unberührt geblieben waren. Das letzte Mal war es mit einem Nachgeschmack von Minze, stehe auf und zupfe meine Haare zurecht. Mein Gesicht vor Augen, falle ich mir ein, schaue mich an, hin und her rutscht mein Blick über meine Haut und Haare, wie immer, schaue aus mir heraus und sehe nicht in mich hinein, trete aus mir hinaus, rückwärts, über meine Schulter und da stehe ich dann und beobachte mich von hinten, mitsamt meinem SpiegelBild, ohne mich zu sehen, bis mein Ich im Spiegel in einem strahlenden Licht verschwindet. Der Tod ist überall um mich herum und das ist immer schlimm, selbst wenn ich weiß, daß seine Finalität nur ein TrugSchluß ist. Ich creme mich ein, wasche meine Haare. Es gibt keine HandTücher, aber einen KörperFön, der mit dezentem, lauwarmen Wind und feinherbem SandelholzDuft den Körper trockenschmeichelt. Lautlos öffnet sich eine der vielen Flaschen, läßt gelbglitzernde Flüssigkeit durchscheinen. Corazon reibt und kratzt sich das Gesicht, geht zum Waschbecken, das Wasser ist warm aus einer Düse, sie schüttelt sich die nassen Haare aus dem Gesicht, Corazon, kein Problem. Der Tod ist überall um mich herum, von SternenStaub und kosmischen Intelligenzen eingeschlossen. In den TraumPerioden schaue ich mich an, hin und her rutscht mein Blick über meine Schulter und geht triefend zu dem WandSchrank hinüber, wählt etwas Graues, wie eine Hose samt Oberteil und eine übergroße schwarze LederJacke aus alter PferdeHaut mit strichcodierten AlliedAbzeichen am Revers. Weißt du, was ich gehört habe, Corazon, eine Welt ist im Spiel der universellen Maschinerie vernichtet worden. Eigentlich hatte ich ja nicht davon reden wollen, vielleicht, weil mir völlig schleierhaft ist, woher ich diese Information beziehe. Eine gesamte menschliche Bevölkerung ist ausgelöscht. Ja, ja, die Menschen stellen mit ihren Welten von Zeit zu Zeit solche Dinge an, nicht wahr überlegt Lack. Gibt es Überlebende? Es muß welche geben, antworte ich, einen, oder hundert, oder tausend. Wieviele überleben hier? Lack greift sich eine der vielen Flaschen, setzt sie an, läßt die gelbglitzernde Flüssigkeit durch die LamellenStäbe hinaus und zuckt zusammen unter der heißen klaren Sonne. Erinnerungen durchpulsen das gemeinsame Netz, persönlichen BlickWinkeln entsprechend, und bilden eine FacettenWelt, die nie gewesen. Oder fehlt mir nur ein sensibles, unverfälschtes Gefühl für ästhetische Kontraste, oder aber, es trifft zu, daß Frauen einfach komplexer sind, als man im SternenLicht erkennen kann. Wo seid ihr, meine Süßen höre ich Lack von draußen rufen. Sie trägt einen alten, abgetragenen Bademantel, ihre Haare sind zerzaust. Sie wendet sich dem Fenster mit den geschlossenen Läden zu, es hat keine Scheiben, ist nur mit einem SensorPunkt versehen. Lautlos öffnet sich eine der vielen Flaschen mit dem Geschmack kühler Trägheit. Ich liebe euch, vermittelt Slacker. Wir lieben dich auch, denke ich. Diese Liebe meint keinen Sex, keine Wollust, keine Reduktion auf das BewußtseinsKontinuum. Slacker bündelt all die verschiedenen Bewegungen auf das Ziel eine LebensForm zu erstellen, wie die Pyramide die Lichter der Nacht bündelt zu einem blauen Strahl, der in seinen Scheitel eindringt und seine Gestalt mit einem Leuchten umgibt, einem Blau, das die aus den Dschungeln des Schreckens erwachenden Menschen mit dem Rhythmus des Kosmos synchronisiert, analog dem, was vor dem Zusammenbruch versucht wurde, dessen Potential jedoch nur ein StaubFlitter in einem schräg einfallenden SonnenStrahl war, verglichen mit den Möglichkeiten, die sich den Menschen jetzt eröffnen. Wasser rauscht hinter einem merkwürdigen, mit Brettern verschlagenen und zugemauerten Fenster, das nur oben, wie zufällig, ein Stück weit offen ist und darüber, das zarte WellenSpiel des Lichtes an der Decke, dieses sich bewegende Glitzern. Slacker sitzt mit geschlossenen Augen in der Mitte der Schaltzentrale auf dem Boden, in sich versenkt, alle anderen schlafen verteilt über die Stadt; neben ihm hat sich der graue Kater zusammengerollt, schläft mit der Nase unter seinem Schwanz, bündelt all die verschiedenen Bewegungen auf das Ziel eine LebensForm zu erstellen, wie die Natur selbst. Nacht für Nacht werden die inneren, tief empfundenen psychischen Erfahrungen der Träumer verknüpft und verwebt mit dem raumzeitlichen Geschehnissen der Außenwelt und aus dieser Kombination strukturiert sich der Ablauf der Vorgänge nach eigenen Gesetzmäßigkeiten. InformationsSysteme schaffen Kontakt zur Haut. Aus einer dunklen, trüben Existenz herausgeschleudert, hängen die TraumKörper der Schläfer ganz wach und bewußt, das vergangene Geschehen immer wieder durchlebend. Erinnerungen durchpulsen das gemeinsame Netz, persönlichen BlickWinkeln entsprechend und bilden eine FacettenWelt, die nie gewesen. Wir treten durch die Tür, ein schlanker, honigfarbener Hund läuft an uns vorbei, den schmalen Kopf unter einer schwarzen Haube verborgen er hinterläßt einen frischen Haufen dampfender HundeScheiße. Verdammt, Lack befördert die Scheiße mit einem leicht höhnischen Grinsen nach draußen, macht eine knappe KopfBewegung und geht triefend zu dem WandSchrank hinüber. Lack greift sich eine der vielen Flaschen, setzt sie an, läßt die gelbglitzernde Flüssigkeit durch die Ohren. Zu meiner Linken ist eine RiesenEchse aus FlickwerkKeramik mitten auf einer groben SteinRutsche erstarrt. Ihr SpringbrunnenMaul berieselt ein Beet schlapper Blumen, unter uns das Panorama der Stadt mit eigentümlichen KirchenTürmchen. Etwas schwindelig halte ich mich inmitten sovieler WechselWirkungen, einem Netz aus Umständen und Emotionen und Geschehnissen gefangen, daß überhaupt nichts mehr einfach ist, wir steigen ein und fahren nach unten. Der Aufzug befindet sich im Universum, was realer ist als das Reale. Ich frage die Wirklichkeit, ja die sichtbaren Dinge enden nicht im Dunkel oder im Schweigen, sondern sie verflüchtigen sich in dem, was sichtbarer ist als das Reale. Ich frage die Wirklichkeit ja, die Gegenwart verschwindet nicht angesichts des Vollen, sondern sie verflüchtigt sich in Bewegung. Ich habe die Orientierung verloren, in einem vielköpfigem Ungetüm, das sich zurückrollt, um sich selbst zu verschlingen und neue Köpfe hervorzubringen, die wieder nach Action gieren. Die PlastikAnzeige neben der Tür bleibt dunkel. Eine Kabine hält ächzend, die Tür auf uns zu, von Kopf bis Fuß in Scharlach gehüllt. Sie schüttelt sich. Die AufzufTür gleitet auf, entläßt uns in eine riesige Tiefgarage, die das typishe GeruchsSpektrum aus stickiger UBahnAbluft, uraltem Ruß und den karzinogenen Ausdünstungen frischer KunstStoffe enthält, zu dem sich der KohlenOxydGestank von fossilen Brenn- und BetriebsStoffen gesellt. Das ist Gott, ein perverser Gott, der die Welt durch Herausforderung schafft und sie zwingt, sich selbst zu zerstören. Die große Halle hallt, wispert in unbeleuchteten Ecken. Wir folgen der neuen Straße, die Hügel rücken hinter uns wieder zusammen. Eine große Katze, ein Puma oder ein Jaguar WächterRoboter, sagt Lack, läuft an unserem Fahrzeug vorbei. Daneben zwei rostige HondaLimosinen, dann ein ockergelber Chevrolet, eine schwarze SuzukiRennmaschine auf einem Anhänger und schließlich ein fleckig graues Hoovercraft, ein kompaktes, keilförmiges PanzerStahlGefährt, das nach DieselKraftStoff riecht. Die netzverstärkte LuftKissenUmmantelung liegt schlaff auf dem Spiel. Wir gehen durchs Halbdunkel, angereichert mit Schemen und Schatten, die flackernd einen nichtlinearen Schwall von Informationen und SinnesEindrücken bewirken, in subrealen sprunghaften Schnitten, vergleichbar mit einer AchterBahnFahrt kreuz und Quer durchs Dasein. Hüte dich vor Gift, Kind, ringsum die fleckige Düsternis eines ArbeitsZimmers, Dunkelheit mit spitzen Ecken. Wie eine Hand in den Korridoren, den Galerien, den TraumGesichtern, den halbvergessenen GesprächsFetzen, stöbert Slacker etwas auf und ich sehe es im Rückspiegel. Lack holt eine Packung Zigaretten aus dem HandSchuhFach heraus und bietet sie uns an. Ich nehme eine, zünde sie an und ziehe den harschen, süßen NelkenRauch tief in die Lunge und lasse ihn dann langsam durch die Luft. Ich spirale nach unten, die Schuppen auf meinem Rücken zittern. Ich stehe auf und sehe im Rückspiegel, noch mehr Piranhas aus dem Sand wachsen und dem nordpolarem Frost ähnlich sehen. Ich sehe es in seiner Gesamtheit dahinschlängeln, wie Lack oder Corazon es vermutlich nie gesehen haben, eine gestreckte Spirale aus DNSMolekülen, billiges, sprödes Ektoplasma, das sich für unzählige Träumer ausbreitet. Diese Daten sind nicht für den menschlichen Gebrauch gedacht, es sind maschinelle Träume, die einen besonderen Schwindel erzeugen. Es schweift ab. Corazon wähnt sich wieder eine Linie zu überschreiten, eine unterschwellige GlaubensGrenze, nur um festzustellen, daß ihre Zeit mit dem Loa ein Traum gewesen war oder höchstens ansteckende Knoten kultureller Resonanz, die ihr vielleicht interessant findet. Ich habs im ganzen Kopf, sagt Corazon, lauter lange Ketten von Wörtern und Sätzen, alles ist voll mit Zeichen, Mustern, Zusammenhängen und Zyklen, Kunst ist mein ganzes Leben, sagt sie und wir folgen Lack durch die Luft. Ich spirale nach unten, die Schuppen auf meinem Rücken zittern. Ich steige auf, losgerissen, meine Brust erschauert, getrieben von einer Sehnsucht nach verschiedenen Aromen, die echte Schmerzen bereitet. In meinem Schädel klopft es, ich öffne die Augen, starre auf die Ruinen einer FlüssiggasFörderstation. Wie MeeresGrund fängt der Boden an zu rutschen, ich trudle in einem Universum aus SchieferPlatten, das sich durch wanderndes Packeis und horizontale Verschiebungen auszeichnet. Und irgendwo in der Finsternis eines jungen Tages, in der Stunde vor SonnenAufgang, in den Korridoren, den Galerien, den TraumGesichtern, den halbvergessenen GesprächsFetzen, stöbert Slacker etwas auf und hievt es durch die Wände des Schlafes herauf, während ich Drachen fliegen sehe, selber fliege. Der Boden fängt an zu bluten. Gift, die Veves deines Vaters sind verfälscht, teilweise gelöscht, entfernt. Obwohl du jetzt aufgehört hast, dich ständig selbst zu vergiften, können die Reiter nicht zu dir gelangen; du bist von einer anderen Ordnung. Und ich frage mich, ob es soetwas wie die wahre Liebe noch gibt in dieser Welt, die einzige Form von Gewalt, die absolut richtig ist, und begreife, dass ich nur mich selbst habe; draussen ist es immer noch dunkel, schwarz und häßlich, diese Welt stinkt. Ich bin müde, aber einsam und unruhig, lege mich in eines der unzähligen Betten, wieder und wieder masturbierend, denke ich an die Träume einer anderen, an ineinander verschlungene Korridore, die gedeckten Farben uralter Teppiche, an eine alte Frau, einen juwelenbesetzten Kopf, ein angespanntes, blasses Gesicht mit SpiegelAugen und an einen Strand, einen windigen, dunklen mit Glimmer bedeckt. Ich gehe über silberdurchsetzte SchlickBänder, ich folge schmalen Pfaden zwischen scharfkantigen FelsBrocken, die in zwei Hälften zerborsten und deren kohlschwarze Oberflächen von gelben Schiefer durchzogen sind. Ich setze mich an eine Stelle, wo weisse Blüten in NadelSpitzenGrösse, die ich aus einer Entfernung von wenigen Zentimetern betrachten muss, um die einzelnen BlütenBlätter zu erkennen, aus dem Sand wachsen und dem nordpolarem Frost ähnlich sehen. Sehnsucht, in meinem Schädel klopft es, ich öffne die Augen, starre auf ein Oberlicht, das horizontal aus rotem Papier an Seilen und Rollen gespannt ist, durch das Licht dringt, pink, es wird hell. Das einfallende Licht erfüllt den Raum, sammelt sich, setzt sich an Kanten ab, bildet Flächen aus Licht und Schatten. Siehste, das isses, was ich wirklich begehre, wenn ihr mir diesen sich ausbreitenden Schrecken erklären würdet, diesen Krieg ohne Fronten, diese katastrofale Zerstörung der LebensQualität, die allen Frauen Schmerz und Verzweiflung bringt. Ich gehe zu dem Schreibtisch vor dem Fenster, schiebe ein paar Sachen beiseite, die zusammenklicken oder einfach herabfallen und setze mich, äußere mich. Angst essen Seele auf, Angst ist eine spektakuläre Form von Amnesie, alles ist zu entdecken, alles auszulöschen, denke ich und sehe im Rückspiegel, noch mehr Piranhas aus dem Sand wachsen, wie eine zerlumpte TotenArmee. Sie schwenken Rohre und zerbrochene Flaschen und starren uns mit wilden Augen hinterher. Und irgendwo sind sie gezwungen zu erkennen. Fahren ist eine spektakuläre Form von Amnesie, alles ist zu entdecken, alles auszulöschen. Vor uns eine riesige, durchsichtige PlastikBlase, sauber und hellerleuchtet, sie glüht gleich einem TraumObjekt, blockiert die Straße. Ich spirale nach unten, MorgenSonne glitzert, BrustBündel heben sich, kleine Flügel biegen sich durch, hohle Knochen vibrieren, meine Augen schmerzen in dünner Luft. Ein stinkiger Geruch schwebt von den Gärten her, stinkt tot. Dahinter erstrecken sich entlang der Hügel permische Formationen, sowie landwirtschaftliche Flächen, kaputte TierGehege, WasserBecken und Ställe. Kunst ist mein ganzes Leben, sagt Corazon und ich folge ihr, ihrer Stimme lauschend, sie ausfilternd aus den AugenWinkeln zu beobachten und mir die Kombination einzuprägen. Dann beginnen sich Teile der HügelLandschaft, exakte Rechtecke aus Steinen und Gras, zu bewegen. Nachdem etwa ein Dutzend dieser Teile verschwunden sind, erscheint ein geteerter Fahrweg, der von der Hauptstraße abbiegt. Wir folgen der neuen Straße, die Hügel rücken hinter uns wieder zusammen. Eine große Katze, ein Puma oder ein Jaguar, WächterRoboter, sagt Lack, läuft an unserem Fahrzeug vorbei, während wir an einem dichten Gebüsch aus Madrones und schäbiger Manzanita vorbeifahren. Die SicherheitVorkehrungen hier sind ziemlich dicht, der ganze Hügel ist verdrahtet, BewegungsDedektoren, Infrarot und RestlichtVerstärker. Auf der anderen Seite des Hügels sind sofortwirkende NeurotoxinMikrokapseln in feinsensorischen SchußAnlagen installiert. Wir haben ein magnetisches Scanning für jedes Fahrzeug, das hier durchkommt. Wenn das System nicht den richtigen Code liest, löst es alle möglichen AlarmVorrichtungen aus. Erwartet ihr eine Armee fragt Corazon. Ich erwarte gar nichts, sagt Lack, sonst werden eure Hintern grün und blau, geht eh in'n Arsch, wenn die StromVersorgung mal ausfällt. Sie schwingt sich neben Corazon auf den Boden der sich anhäuft zu mentalen MüllHalden. Wieder Corazon. Der materielle Kollaps geschieht, nachdem jahrelang der Apokalypse gehuldigt wurde, sie setzt sich schnell auf, zieht die Kniee an bis unters Kinn, will nicht angefaßt werden. Siehste, das isses, was ich meinte, sagt Lack, sonst werden eure Hintern grün und blau. Sie schwingt sich neben Corazon auf die Ruinen einer FlüssiggasFörderstation, hätte eigentlich als Laboratorium für das berüchtigte GenProgramm des Geheimdienstes dienen sollen, aber die Bauten blieben unbenutzt als die Pläne der Regierung gleichzeitig den politischen Dampf und die übriggebliebenen SpeicherHallen zu GefängnisBlocks ausbauten. Ich erinnere mich an TraumBilder eine PlastikTüte mit Anziehsachen drin und einer DrahtSchlaufe darumherum, damit keine Viecher reinkommen, eine Alte an einem SpanPlattenTisch, die mit einem SchlachterMesser, von dem nur noch ein daumenlanger Stummel Klinge übrig ist, Kartoffeln schält, eine KrillBude in ShrimpForm oder so die riesengroß daliegt mit einem Funkturm obendrauf an dem die Röhren der KlimaAnlage entlanglaufen. Der Regen macht die Wände des Gebäudes glänzen und den Beton nach Gerüchen stinken wie rostende Maschinen, tote Fische, verschmortes Plastik, KatzenPisse, Ammoniak, Komponenten, die mich an den traurigen Zustand der Welt erinnern, wie sie war. Paranoia, SelbstBezogenheit, mit allen Symptomen des InformationsAngebotes befallen, einer Überfüllüng und Überfettung der GedächtnisSysteme und InformationsSpeicher, die nicht mehr handhabbar waren. Corazon schnüffelt angewidert, dieser Ort ist ganz schön verstunken, ich rieche den starken Geruch der verottenden Vegetation.Wir fahren durch ein altes VorstadtViertel, StachelDrahtZäune entlang, dahinter aufgerissene RaketenKöpfe. Auf der anderen StrassenSeite alte Häuser, auf deren Wänden mit einer Textur wie KerzenWachs, Logos und Symbole eingebrannt sind, gleich grimmigen Orakeln. Eine Gestalt torkelt aus einem der düsteren HausEingänge auf die Strasse, in mehreren Schichten übereinander angezogener Mäntel gehüllt, in zerschlissene LaborKittel und RaumAnzüge. Dahinter ein fetter Mann in einem zerissenen PilotenAnzug und jede Mege anderer Lumpen gehüllt, dick wie ein Bär, er fletscht gelbe Zähne, die messerspitz zugefeilt sind, wie eine StahlFalle, Piranhas, sagt Lack und fährt quietschend, schlitternd um die beiden herum. Am StraßenRand zieht sich eine Reihe ausgebrannter Autos hin, dahinter mit grellbuntem Gewebe bedeckte Hügel und ChromPalmen aus JetDüsen und PipelineRöhren zusammengebaut. Wir fahren durch ein altes VorstadtViertel, durch Tunnel aus zerbröselnden Beton, mit pilzbedeckten Wänden, einen Hügel hinauf, die Straße wird enger. Wir fahren um einen unecht wirkenden BambusHain herum auf ein ausgedehntes Gebäude zu. Durch eine HologrammKuppel leuchten Sterne. Zuerst sieht es so aus, als wäre das Hauptgebäude von kleineren Bungalows umgeben. Beim Näherkommen erkenne ich, daß es sich um eine massive Zusammenballung von Gebäuden handelt, die sich wie eiin geometrisches Melanom über den Hügel erhebt. Oben angelangt bleiben wir zwischen steinigen Hügeln stehen. Lack tippt einen Code in eine Tastatur auf dem Boden. Lack öffnet uns die FahrerTür, wir rutschen hinein in einen unwiderstehlichem Sog aus meiner KörperMitte heraus, der einem orangen LichtStrahl gleich sich mit der EingangsTür eines seltsamen Gebäudes verhakt, in das düstere Innere eines Hauses. Es gibt dort etliche Kleinigkeiten, zusammengerafft aus allen Kulturen der Welt, ohne Wahl. Wieder Corazon. Der materielle Kollaps geschieht, nachdem jahrelang der Apokalypse gehuldigt wurde, er setzt sich fort durch alle SeelenSchichten, nimmt vielleicht sogar an Kraft zu, um sich dann im Geistigen so richtig auszutoben. So wird's sein, ich springe auf, die Erde nimmt nichts mehr auf, die Erde nimmt nichts mehr auf, die meisten Seelen sind entkörpert, aber durchaus nicht erlöst, sie tanzen im Limbo. Lack beginnt zu singen, They are dancing in Limbo........und wir leben, geläutert. Früher war ich wahnsinnig. Ich weigerte mich eine Frau zu sein, die Tragik der reinen Willkür, denn insgeheim zieht jede eine willkürliche und grausame Ordnung vor, die ihr vielleicht interessant findet. Kunst ist mein ganzes Leben, sagt Corazon und ich folge ihr, ihrer Stimme lauschend, sie ausfilternd aus den AugenWinkeln zu beobachten und mir die Kombination einzuprägen. Dann beginnen sich Teile der HügelLandschaft zu bewegen und es erscheint ein geteerter Fahrweg, der von euren Werken gedemütigt worden ist. Wir sind die Revolte des menschlichen Geistes, der von der Hauptstraße abbiegt. Wir folgen der neuen Straße, die Hügel rücken hinter uns wieder zusammen. Eine große Katze läuft an unserem Fahrzeug vorbei, wir folgen ihr. Wir sind die Revolte des menschlichen Geistes, der von euren Werken gedemütigt worden ist. Wir sind die Revolte des menschlichen Geistes, der von euren Werken gedemütigt worden ist. Wir sind der Funken auf der Suche nach der Lunte des PulverMagazins. Vor uns wo der Himmel eben noch dunkel war, erglüht in einem bleichen, schneeartigem Grau das SchwarzWeissHologramm eines FrauenGesichtes. Das Bild schrumpelt zusammen, bis nur noch ein Auge Übrigbleibt. Das Profil eines Mannes mit einem RasierMesser in der Hand erscheint, er schneidet durch den AugApfel, schneidet ihn in zwei gleiche Teile. Fosfene streifen in Wellen durch den schwarzen Hintergrund. Bleiche PornoFleischBilder. Das nasse Rot eines AutopsieFilmes. Collagierte Werbung, zu schnell, Schuhe, Autos, Cyberaugen, geklonte HausTiere. Alles Abschreckung, Lack fährt weiter, sonst nichts, heute gibt es keine Transzendenz mehr, statt dessen eine immanente Oberfläche für einen reibungslosen Ablauf von was auch immer, eine plane KommunikationsFläche, weisse Schimmel. Eine spürbare Bedrohung liegt im Aufbrechen verschlossener Dinge, die Corazon so oft ausspricht, in der Erschütterung, der sich verschliessenden und sich über ihre Leere zusammenziehenden Dinge. Wir wenden uns nach vorne, auf eine riesige, durchsichtige PlastikBlase zu, sauber und hellerleuchtet; sie glüht gleich einem TraumObjekt, blockiert die Strasse. Durch einen KondensWasserSchleier sehe ich YageRanken, Psylocybe mexicana und andere DrogenPflanzen wachsen da im Überfluß. Wir fahren zwischen langen Reihen verfallener geodätischer Treibhäuser hindurch, die von einem längstvergessenen Experiment urbaner SelbstVersorgung übriggeblieben sind. An tropfenden Drähten hängen StammesFlaggen, Kruzifixe, GebetsFahnen mit MayaSymbolen, jede Menge Mandalas, IdentitätsMarker, die mit einer eigenartigen mittelalterlichen Energie behaftet sind. Lack bremst, lenkt den Hoovercar rückwärts, vorbei an einem beleuchteten Teich voller, fetter Karpfen, biegt in ein BadeZimmer ein, wäscht sich das angetrocknete Blut aus ihrem Gesicht, ich von meinen Händen. Ich bin von einer Sehnsucht nach verschiedenen Aromen, die echte Schmerzen bereitet zerrissen, in meinem Schädel klopft es, ich öffne die Augen, starre auf ein Tor, durch das wir ins TagesLicht fahren, das mich in sich aufnimmt und schützend umhüllt. Die Macht der Ereignisse überfällt mich mal wieder, ohne daß ich es gewollt habe, ohne daß ich nur ihm treu sei, beschiß Männer, weil ich sie ängstigen wollte, ich äußere mich, Angst essen Seele auf, Angst ist eine spektakuläre Form von Amnesie, alles ist zu entdecken, alles auszulöschen, denke ich an den Morgen nach ihrem Tod.