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Text Art #1
Going Nowhere Fast
by TW11

Going Nowhere Fast

Nichts kann erschöpfend beschrieben werden, überall sind Lücken, Auslassungen, Sprünge, so dass der Leser hinzudichten kann. Es stimmt auch, dass jeder Erzähltext erst im Kopf des Lesers entsteht, und daher so oft "existiert", wie er gelesen wird. Es gibt da wohl eine Schnittmenge, die Autor und Leser sich teilen, wenn sie den Sinn auf der Oberfläche des Textes nachvollziehen, bevor subjektive Assoziationen, Erfahrungshintergründe, Weltanschauungen ihn abdrängen. In der postmodernen Literatur nun wird von einigen dem Autor die "Künstlichkeit" seiner ordnenden Entscheidungen abgesprochen und dieser aufgefordert, das Chaos umzusetzen, zu spiegeln. Ein Buch habe genauso unverständlich zu sein wie das Leben selbst. Die letztendliche Unmöglichkeit, die Wirklichkeit zu erkennen, wird ästhetisch beantwortet mit einer fragmentarischen Sicht auf diese, mit der Ablehnung von sinnstiftenden Systemen.

Wolfgang Neuhaus "Die Vernetzung der Fiktionen"

TXT by TW11 (Original German Version)
ALGORITHM by BURROUGHS MACHINE (Former Online Text Randomizer - Now Obsolete)
RECOMPILED by THE IV.

The German critic Walter Benjamin envisioned a book composed entirely of assembled quotations from other authors - well here it is!

 

KörperRaum hat grünes Licht, grüner Schatten. Ganz ruhig, du hyperventilierst... ich hol dir was zu trinken, sagt sie, laß uns von hier verschwinden, und wir halten die SchlangenKörper in die Mitte. Ich ziehe die Tür wieder zu, das knallrote Mädchen ergreift meine Hand und sagt, ich bin kaum was ich bin, ich sage, ich habe mich vor meiner Geburt verteidigen müssen, mein Ich ist nur Angst und ein wenig banal..., und soviel Ich von nichts. Manche Leute muß man fertigmachen, sagt das Mädchen, sonst lassen sie einen nicht in die Stadt. Sie zögert, beißt mit den geschlossenen Augen, den olivfarbenen Lidern, die dunkler sind als das Gesicht, die KörperHaut honigfarben, glatt, wie polierter brauner Stein, wo das Knie angezogen ist und die weite, schlammgelbe Schlabberjeans, die er anhat ist unten voll zerfranst. Seine gebleichten KopfHaare mit allenmöglichen MetallTeilen drin sind so lang, daß er sie wohl noch nie von ihr gehört. Der Name ist neu und völlig unversehrt, den Weg zurück, den wir gekommen waren renne und renne ich, tagelang; anfangs brüllend und tobend, bis mir vor Müdigkeit und Erschöpfung die Beine im Laufen wegknicken und ich beschwöre in mir das Bewußtsein einer ziemlich verwickelten Geschichte herauf, ein Bewußtsein, das andeutungsweise all meine Energie auf den Fotos aber, - es ist wirklich unheimlich, irgendwie kenne ich dich so gut, daß ich das Gefühl habe in deinem Kopf zu sein. Ihre Worte hauen in mich rein wie ein nasser Fisch. Unmengen kleiner Explosionen krachen gleichzeitig in meinem kürzlich erschienen Buch - Einer hebt ein Buch hoch und liest den Titel vor: 'Woge der Dunkelheit, der Rassismus', aus dem Wagen, durchgeschüttelt, staubig und zum Umfallen müde. Ich heiße Corazon, sagt das Mädchen, wie fühlst du dich? Ich fühle mich wie tausend aufgerissene Leiber, geschält bis auf die Stirn, sagt, ich will die telepathische Vereinigung mit dir, ich lächle in ihre riesigen Pupillenschächte, sage wohl eher Vergewaltigung, oder? Das Mädchen starrt mich mit einer seltsamen Mischung aus schwebender Anmut und gespielter Desorientiertheit an, goldene Flimmer steigen an die Oberfläche. Zitronengelbe und purpurrote Diagonalen jagen über das FlimmerGrau eines BildSchirms, dann ein dyspeptischer Leptosom mit fliehendem Kinn, dessen enthaarte KopfHaut an verschiedenen Stellen zu dreidimensionalen Figuren ähnlich jenen auf ESP - TestKarten geformt ist, gewundene Linien, Sterne, Quadrate, Kreise - wie kleine Antennen auf seinem Kopf - grunzt abfällig und spricht weiter als ich. Nach einiger Zeit, in der Verfassung zu widersprechen - alles in Ordnung mit dir? Ich nicke nur. Sie beugt sich über mich und küßt mich. Es ist ein angenehmes Gefühl. Du hast seltsame Augen, murmelt sie, beinahe jadegrün, so hab ich sie mir nicht vorgestellt, du siehst anders aus, als auf den Fotos aber, - es ist wirklich unheimlich, irgendwie kenne ich dich so gut, daß ich das, was ich bin, vor meiner Geburt habe verteidigen müssen, und daß mein Ich nur die Angst und ein wenig banal, ich sage, ein Guerilla, und soviel Ich von nichts. Von weit dringt eine traurige, trübsinnige Musik an meine Ohren und läßt mich frösteln. Unablässig erklingt sie, eine TotenGlocke, ein KlageEngel, der in mir den Wunsch weckt, immer langsamer zu werden, mit den Schwingungen der verklingenden Noten abzusterben, an einen Ort hinabzusteigen, den ich schon immer kenne, grau und von saugender Tiefe, eine kleine Höhle auf dem Grund meines Geistes, gerade groß genug meiner wunden Seele als Versteck. Manche Leute muß man fertigmachen, sagt Corazon, sonst lassen sie einen nicht in die Tiefe. Sie zögert, beißt mit den Füßen und federt mit jedem Schritt höher, tanzt und singt und beschwört in mir das Bewußtsein einer ziemlich verwickelten Geschichte herauf, ein Bewußtsein, das andeutungsweise all meine Energie auf den Fotos aber, - es ist wirklich unheimlich, irgendwie kenne ich dich so gut, daß ich das Gefühl habe in deinem Kopf zu sein. Sie zappt weiter durch Bild -und TonFragmente; ich kann dem allem gut folgen, all diesen RauschStimmen und FlimmerBildern, recht gut, es sind ja immer die gleichen Worte, die gleichen Geschichten, die gleichen Fragen und Antworten, arglos, ziemlich arglos. Die Dämpfe werden aus Ampullen eingeatmet und dann meint man während der nächsten dreißig Minuten, man sei eine Kreuzung zwischen Superman und Arnold Schwarzenegger. Das Schlimme ist, daß viele es übertreiben und abflippen. Sie verchecken das Zeug, ich weiß nicht wie oft. Wir erreichen eine große, mit Farn überwucherte Lichtung, ich fühle mich wie in einem Aquarium, mit einer blassen, milchigen Flüssigkeit gefüllt und von irgenwo taucht immer wieder eine Hand auf einer seltsamen Mischung aus schwebender Anmut und gespielter Desorientiertheit zum Jeep öffnet die BeifahrerTür und läßt sich zum Teil auf ungünstige Umstände zurückführen, zum Teil auf ungünstige Umstände zurückführen, auf ungünstige Umstände zurückführen, ungünstige Umstände, zum Teil wird er meiner Meinung nach aber auch von Koalitionen hochorganisierter Rassisten kultiviert. Ein dyspeptischer Leptosom mit fliehendem Kinn, grunzt abfällig und spricht, der Kampf spielt sich doch heute zwischen dem präzisem, toten abendländischem Wissen und dem wirren aber lebendigem Wissen um ein ewiges Dasein ab und zwar innerhalb eines jedem Individuums. Nach einiger Zeit, blicke ich wieder zu den Leichen zurück, und ich sehe alle um mich herum tot, grausig zerfleischt, auseinandergeschnitten, zu blutigen Haufen geschichtet, spüre meinen Geist im dumpfen Chaos dieses unterbewußten Geschehens wühlen, sonst weiß ich von nichts. Corazon sammelt Hölzer, Gestrüpp und neun gleichgroße Steine, legt die FeuerStelle aus, schichtet BrennMaterial zusammen und entzündet es, es verbrennt sehr schnell und heiß. Die Schlangen spießt sie auf Stöcke, gibt mir einen und dem Gast und wir halten die SchlangenKörper in die Stadt, arglos, ziemlich arglos. Corazon zögert, beißt mit den Füßen und federt mit jedem Schritt höher, tanzt und singt und beschwört in mir das Bewußtsein einer ziemlich verwickelten Geschichte herauf, ein Bewußtsein, daß andeutungsweise all meine Energie auf den LichtStrahlen beruht, die vom Himmel her durch das BlätterDach fallen. Sie sitzen unter jenen Strahlen, wie Heilige, von Gott gesegnet und schwärmen von der Reinheit des Lichts, den Freuden des Tötens und der neuen Welt, die sie erschaffen wollen. Ich heiße Corazon, sagt das Mädchen, sonst weiß ich von nichts. Meine Augen durchbohren sie, Angst kriecht mir die Wand hoch bündelt sich in meinem Geist zu einem Messer und plötzlich wird die Welt zu einem anderen Ort, ich bewege mich nicht, keine Bewegung jetzt, wir bewegen uns nicht, ich bin irgendwo anders, irgendwo drin. Ich gehe durch Urwald, auf schmalen Pfaden aus brauner Erde, die zu so profunden Zielen führen wie zu AugenBlicken der Erleuchtung, von Furchen durchkreuzt, den Spuren von Ameisen, und jedesmal, wenn ich anhalte um Atem zu schöpfen, krabbeln sie an Slacker weiter, der sich eine dicke Kugel aus dem Haschisch dreht und sie schluckt. Corazon steht auf, sie geht mit der geöffneten Ampulle und mit der Plötzlichkeit eines gebrochenen Zauberbanns, wirkt die Droge aus. Mein Tanz ist eine Waffe, die ich dir gebe, eine Waffe für jede Vision, losgelöst von meinen Wünschen und geleitet nur von der Platte, reicht sie an Slacker weiter, der sich eine dicke Kugel aus dem Himmel träumen und Raketen an ein bestimmtes Ziel wünschen kann. Ich bin eine Waffe, die ich dir gebe, eine Waffe für jede Vision, losgelöst von meinen Wünschen und geleitet nur von der Musik, die im Zusammenprall der Spuren am Ende der Zeit entsteht. Ich kenne das alles schon, habe Teile davon schon immer verletzt. Der Kampf spielt sich doch hier um die Entscheidung ob man diese Beziehung zu sich hin hat. Ich suche den Grund für den Kampf in mir und erwache mit einem Schrei der sich in flimmernder Luft verliert, dann wieder klar zu sehen ist. In der glitzernden Weite ist er der Schatten eines Schattens. Schreitet voran, wird unmerklich größer, bis ein Umriß differnzierter wahrzunehmen ist. Noch immer größer werdend, als hätte er unsere Blicke aufgesaugt, kommt er näher. Er ist so schwarz wie Haut sein kann, seine Arme sind mächtig, sein BrustKorb riesig und die Ruhe, die unter der schrillen Oberfläche steckt. Vorbeiströmende Bilder beschleunigen sich, verbinden sich zu Geweben aus goldenem Licht, in ein Kaleidoskop von Möglichkeiten, alles Spiegel eines Ichs, das keine Angst hat und falle durch hundert Böden gefallen und weich gelandet. Mit einem Stäbchen reibt er über die Raspel, sie schnarrt rhythmisch und ich spüre die Stärke des Mädchens mich auffüllen, eine verschlungene, fieberhafte Energie meine Gedanken rotfärben, Wut und Abscheu entfachen und meinen Kummer zerquetschen. Das Mädchen lächelt mich an. Ihre Haare sind kurzrasiert, schwarzgefärbt. Das rote Teil, das sie obenherum trägt, ist viel zu klein und ihre Brüste quetschen und quellen mir aus dem Himmel. Ich bin eine Waffe, du kannst mich Slacker nennen. Er zieht eine Machete unter dem Schatten der Oberlippe. Sie ist wunderschön mit den Füßen und federt mit jedem Schritt höher, tanzt und singt und beschwört in mir das Messer im Geiste dieses Mannes hervor, der so ruhig hier sitzt während Schrecken in ihm klingt wie ein nasser Fisch. Unmengen kleiner Explosionen krachen gleichzeitig in mich. Nach einiger Zeit, in der Verfassung zu widersprechen. Alles in Ordnung mit dir ich nicke nur. Sie beugt sich über mich und ich beginne zu sprechen. Es geschieht manchmal, daß die meisten meiner Wahrnehmungen Halluzinationen sein müssen. Ich kann nicht glauben, daß das heftige Trommeln, mich aus meiner bekannten fysischen Wirklichkeit hinausträgt, hinaus aus der Finsternis. In einer dieser Stunden dämmert dann die Erkenntnis, daß ich das Gefühl habe in deinem Kopf zu sein. Die Dämpfe werden aus Ampullen eingeatmet und dann springt er plötzlich in ein klares Relief - eine Silhouette, die sich kurz - in der ich mir meine Situation zu erklären suche, wieder zu den Leichen zurückblicke, bewußtlos niederschlage und liege, bis mich AlbTräume wecken und weiterrennen lassen, solange bis ich mir das, was ich bin, vor meiner Geburt habe verteidigen müssen, und das mein Ich zerfetzt, es zersplittert gleich einem Spiegel in hundert Teile in denen ich Angst sehe und ich spüre die Stärke des Mädchens mich auffüllen, eine verschlungene, fieberhafte Energie meine Gedanken rotfärben, Wut und Abscheu entfachen und meinen Kummer zerquetschen. Das Mädchen hupt und einige der zerlumpten Frauen und Männer weichen aus andere bleiben stehen und gaffen. Halt dich fest, sagt das Mädchen, wie fühlst du dich? Ich fühle mich wie tausend, telepathisch geschält bis auf die Stirn, lächle in ihre riesigen PupillenSchächte, sage wohl eher Vergewaltigung, oder? Das Mädchen starrt mich mit einer seltsamen Mischung aus schwebender Anmut und gespielter Desorientiertheit an, läßt sich auf den Rücken, lasse MondLicht und SternenLicht in mich rein wie ein nasser Fisch. Unmengen kleiner Explosionen krachen gleichzeitig in mich, es gibt nichts zu suchen dabei kann ich doch sehen, daß sie den Boden unter ihren Füßen mit den Splittern eines Ichs in meinen Ohren die Schreie von FlederMäusen, die wie ScherenSchnittFiguren durch die Ereignisse des letzten Tages, in Fetzen gerissen. Die Wüste ringsum scheint zu verdampfen. Alle Denkspuren führen ins Nichts. Schließlich hält das Mädchen materialisiert eine MaschinenPistole im Anschlag, und ballert los. Der Erste, Vorschnellste, wird von den Geschossen rücklings zu Boden geschleudert, sein Gesicht verschwindet in einer nassen roten Wolke, die anderen rennen schreiend die Treppe hinunter. Auf der Straße klettern wir in einen Jeep, mit einem Schrei in der Kehle, der in mir das Bewußtsein einer ziemlich verwickelten Geschichte heraufbeschwört, ein Bewußtsein, das andeutungsweise all meine Verkörperungen umfaßt und sich vom Anfang der Zeit bis ins Jetzt erstreckt. Ich fühle mich wie ein mystischer KriegsHerr, einer Bombe gleich, die als trojanisches Pferd in das Lager des Feindes geschmuggelt wird. Aber es gibt keinen Feind, draußen. Meine Sinne sind aufs äußerste geschärft und ich spüre eine Last auf mir, ein Drängen und das hohe schrille Pfeifen in meinen Ohren, die Schreie von FlederMäusen, wie ScherenSchnittFiguren durch die Ereignisse des letzten Tages in Fetzen gerissen. Die Wüste ringsum scheint zu verdampfen. Alle Denkspuren führen ins Nichts. Ich kenne das alles schon, habe Aspekte dessen schon immer gelebt, doch der Sinn bleibt mir verschlossen, die Aussicht auf eine mögliche Zukunft unklar. Schließlich hält das Mädchen materialisiert eine MaschinenPistole im Anschlag, und ballert los. Der Erste, verschwindet in einer nassen roten Wolke, die anderen rennen schreiend die Treppe hinunter. Auf der Straße klettern wir in einen unruhigen Schlummer. Augen überwachen meine Träume, wachsame flinke KleinmädchenAugen, von Schmerz getrübt. Vor der blutigroten SandDüne, auf der ich keuchend stehe, außer Atem, den Donner von Detonationen im Ohr, erhebt sich ein zerschossenes Kind und zieht mich zu sich hin. Mit einem plötzlichen Peng zerplatzt meine WohnungsTür und eine Bande brüllender Kids stürmt mit Knüppeln bewaffnet auf uns zu. Eine schnelle KörperDrehung aus der Finsternis. In einer dieser Stunden dämmert mir die Erkenntnis, daß die Nacht unheilvoll über die Seele heranzieht, so daß diese, von Versuchungen überwältigt und ermattet, nicht mehr weiß, woher sie stammt, von oben oder unten, aus dem Licht oder aus der Finsternis. Ihre Worte hauen in mich und ich sinke, in meinen Ohren die Schreie von FlederMäusen, die Ereignisse des letzten Tages in Fetzen gerissen. Die Wüste ringsum scheint zu verdampfen. Alle Denkspuren führen ins Nichts. Schließlich hält das Mädchen materialisiert eine MaschinenPistole im Anschlag, und sie ballert los. Der Erste, wird von der Doppelaxt eines jungen Berserkers im Genick getroffen und immer wieder hackt er auf ihn ein; blutbesudelt propagiert er die radikale Auflösung falscher IchHaltungen. Es dreht sich doch hier um die Entscheidung ob man diese Beziehung zu sich hin... Ich erwache mit einem Schrei und der Erkenntnis, daß ich das, was ich bin vor meiner Geburt habe verteidigen müssen, und daß mein Ich nur die Folge des Kampfes ist, den ich seit dem Anbeginn aller Tage, gegen den Trug der falschen Ideen geführt habe. Ich versinke in sumpfigen Schluchten, krieche unter umgestürzten BaumStämmen hindurch, wo TausendFüßler und Spinnen hausen und sich vom Anfang der Zeit nur die Angst und ein wenig banal, ich sage, ein Guerilla, und soviel ich von nichts. Manche Leute muß man fertigmachen, sagt Corazon, sonst lassen sie einen nicht in die Mitte, ziehe die Tür wieder zu, aber das knallrote Mädchen ergreift meine Hand, ich bin kaum in der Verfassung zu widersprechen. Alles in Ordnung mit dir? Ich nicke nur. Sie beugt sich über mich und küßt mich. Es ist ein angenehmes Gefühl. Du hast seltsame Augen, murmelt sie, beinahe jadegrün, so hab ich sie mir nicht vorgestellt, du siehst anders aus, als auf den er sich niederläßt. Sie verschwindet für kurze Zeit mit der gehäuteten Schlange, mein Magen will nichts haben, der Nachhall der gesprochenen Worte schaukelt sich zwischen uns auf. Wo bist du in der flimmernden Luft? In der glitzernden Weite ist sie der Schatten eines Schattens. Sie schreitet voran, wird unmerklich größer, bis ihr Umriß differnzierter wahrzunehmen ist. Noch immer größer werdend, als hätte sie unsere Blicke aufgesaugt, kommt sie näher. Er ist so schwarz wie Haut sein kann, seine Arme sind mächtig, sein BrustKorb riesig und die tausend Sonnen sind die Sterne über mir und ich beginne zu sprechen. Es geschieht manchmal, daß die Nacht unheilvoll..., die Raspel schnarrt rhythmisch und ich beginne zu sprechen, es geschieht manchmal, daß die meisten meiner Wahrnehmungen Halluzinationen sein müßten. Ich kann nicht glauben, daß das heftige Trommeln, das mich aus meiner bekannten fysischen Wirklichkeit hinausträgt, hinaus aus der Frequenz, die meine Identität bestimmt, sehr seltsam. Und die Menschen können mir lange erzählen, die Dinge seien nun einmal so wie sie sind; dabei kann ich doch sehen, daß sie den Boden unter den Füßen mit den verkrüppelten Zehen verloren haben und schon lange nicht mehr wissen, was sie sagen, denn wo sie die Zustände herhaben, durch die sie sich über dem Strom der Ideen halten, das haben sie schon längst vergessen. Ich suche den Grund für den Kampf in mir und hole ein StaniolPapierPäckchen aus der Finsternis. In einer dieser Stunden dämmert mir dann die Erkenntnis, daß ich das Gefühl habe in deinem Kopf zu sein. Ihre Worte hauen in mich und ich sinke in einen Jeep, sie mit zwei Gewehren wieder heraus. In meinen Ohren die Schreie von FlederMäusen, die wie ScherenSchnittFiguren sie eines Tages erreichen werden. Das dämmrige Zwielicht läßt seine dunkle Haut im Profil wie einen ScherenSchnitt aus schwarzem Samt erscheinen. Es geht ein Pulsen von ihm aus, das mich aus meiner bekannten fysischen Wirklichkeit hinausträgt, hinaus aus der Finsternis. Ich habe das Gefühl in deinem Kopf zu sein. Ihre Worte hauen in mich rein wie ein nasser Fisch. Unmengen kleiner Explosionen krachen gleichzeitig hoch und bepissen mich. Ich stoße an abgestorbene RankenGewächse, MosquitoWolken steigen auf und schwirren in meine NasenLöcher, in meinen Ohren FledermausSchreie, durch die Ereignisse des letzten Tages in Fetzen gerissen. Die Wüste ringsum scheint zu verdampfen. Alle Denkspuren führen ins Nichts. Schließlich hält das Mädchen materialisiert eine MaschinenPistole im Anschlag, und ballert los. Der Erste verschwindet in einer nassen roten Wolke, die anderen rennen schreiend die Treppe weiter hinauf. Woher hast du die Pistole, frage ich und renne, tagelang. Anfangs brüllend und tobend, bis mir vor Müdigkeit und Erschöpfung die Beine im Laufen wegknicken und ich bewußtlos niederschlage und liege, bis mich Albträume wecken und weiterrennenlassen, weiter als mein Körper Raum hat, grünes Licht, grüner Schatten. Ich versuche die mich umgebenden Gerüche und Geräusche zu identifizieren, bis ich mir das, was ich bin, vor meiner Nase auf und schwirren in meine NasenLöcher, in meinen Mund. Ich versinke in sumpfigen Schluchten, krieche unter umgestürzten BaumStämmen hindurch, wo TausendFüßler und Spinnen hausen und sich in diesem Chaos zu Hause zu fühlen, verzweifelt zwar, doch sie kann ihre Verzweiflung in nutzbringende Bahnen lenken. Los, ruft sie, weiter. Wir fahren den ganzen Abend, durch ausgeglühte SchotterEbenen und SandSteinRücken, die in allen Abstufungen zwischen gelb und braun leuchten. Die Stadt die Immergleiche, weit hinter uns, gibt es nichts als Sand, ausgeblasenen FelsUntergrund poliert vom WüstenSand und grobes Geröll und ich wandere durch den Dschungel auf schmalen Pfaden aus brauner Erde, die zu so profunden Zielen führen wie zu AugenBlicken der Erleuchtung, von Furchen durchkreuzt, den Spuren von Ameisen, und jedesmal, wenn ich anhalte um Atem zu schöpfen, krabbeln sie an meinen Beinen hoch. Corazon steht auf, sie geht mit einer geöffneten Ampulle vor meiner Nase auf und ab, sie lächelt, durch die Ereignisse des letzten Tages in Fetzen gerissen. Ihr Lächeln springt auf mich über und reißt einen Schleier fort, und ich sehe die Stadt, die wir hinter uns gelassen haben, als eine riesige neuronale Matrix, Gehirn an Gehirn. Die Wüste ringsum scheint zu verdampfen. Alle Denkspuren führen ins Nichts. Schließlich hält das Mädchen und beschleunigt. Ich höre das dumpfe Aufschlagen von Körpern auf der MotorHaube, sehe sie seitlich wieder abrutschen. Ein Geschoß prallt am SchutzBlech ab. Das Mädchen atmet heftig und zittert. Scheiße, sagt sie, laß uns von hier verschwinden, und wir halten die SchlangenKörper in die Stadt. Corazon zögert, beißt mit den Splittern eines Ichs in meinen Nacken. Die Hitze ist überwältigend. Ich sinke zurück, weiter als mein Körper Raum hat, grünes Licht, grüner Schatten. Ganz ruhig, du hyperventilierst... ich hol dir was zu trinken, sagt sie, laß uns von hier verschwinden, und wir rennen die Treppe hinunter. Auf der Straße klettern wir in einen unruhigen Schlummer. Augen überwachen meine Träume, wachsame flinke KleinmädchenAugen, von Schmerz getrübt. Vor der blutigroten SandDüne, auf der ich mir das, was ich bin, vor meiner Geburt habe verteidigen müssen. Die Hitze ist überwältigend. Ich sinke zurück, Corazon zögert, beißt mit den geschlossenen Augen, den olivfarbenen Lidern, die dunkler sind als das Gesicht, die KörperHaut honigfarben, glatt, wie polierter brauner Stein, wo das Knie angezogen ist und die weite, schlammgelbe Schlabberjeans, die er anhat ist unten voll zerfranst. Seine gebleichten Haare sind so lang, daß er sie wohl noch nie von ihr gehört. Der Name ist neu und völlig beliebig, und dann renne ich und renne tagelang, solange bis ich mir das, was mir an diesem Tag im Dschungel widerfährt, nur noch als Traum erklären kann, einen Traum, den ich jetzt immer bei mir trage. Die Wüste ringsum scheint zu verdampfen. Alle Denkspuren führen ins Nichts. Schließlich hält das Mädchen materialisiert eine MaschinenPistole im Anschlag, und sie ballert los. Der Erste, wird von der Reinheit des Lichts, den Freuden des Tötens und der neuen Welt, die sie eines Tages erreichen werden. Das dämmrige Zwielicht läßt seine dunkle Haut im Profil wie einen ScherenSchnitt aus schwarzem Samt erscheinen. Es geht ein Pulsen von ihm aus, das mich aus meiner Brust drängt, mein HerzKlopfen sein soll, oder das hohe schrille Pfeifen in meinen Ohren die Schreie von FlederMäusen, durch die sie erschaffen wollen. Inzwischen waren die Schlangen gut durchgebraten. Ich ziehe mit den Zähnen die zähe Haut ab, gebe dann den Spieß mit der Machete und komme mit drei Schlangen ohne Kopf zurück. Sie sammelt Hölzer, Gestrüpp und neun gleichgroße Steine, legt die FeuerStelle aus, schichtet Brennmaterial zusammen und entzündet es, es verbrennt sehr schnell und heiß. Die Schlangen spießt sie auf Stöcke, gibt mir einen und wir halten die SchlangenKörper in die Stadt. Corazon zögert, beißt mit den Splittern eines Ichs in meinem Mund herum. Ich fächere mich in ein Kaleidoskop von Möglichkeiten, alles Spiegel eines Ichs, das keine Angst mehr kennt, weil es sich seiner eigenen Traumatas als MaterieQuelle bedient. Ich habe keine Angst mehr und falle durch hundert Welten ins Nichts, das ich immer schon kenne, das der Anfang ist von dem Kampf, der mein Ich zerfetzt, es zersplittert gleich einem Spiegel in hundert Teile in denen ich Angst sehe und ich wandere durch den Dschungel auf schmalen Pfaden mit den Splittern eines Ichs in meinen Händen, die nicht zusammenpassen, weil Angst alles trennt, weil sie saugt und ich laufe durch zerfetzte Erinnerungen zum Anfang zurück und erkenne im Spiegel der Zeit nur die Angst und ein Ich, das sich flieht. Slackers Hand berührt mich an der Schulter und meine Spannung zerplatzt, eine Spiegelung zerbirst ins Nichts ohne Splitter. Ich atme die kühle NachtLuft und lege mich nieder in traumlosen Schlaf, der währt bis die Sonne sich über den WüstenHorizont schiebt. Sie wirft ihr erstes Licht auf Corazon, die immer noch verstöpselt, schläft weiter. Ich höre das dumpfe Aufschlagen von Körpern auf der Zunge zergehen. Corazon beißt eine kleine Höhle, wir legen uns darauf nieder. Corazon ganz still neben mir, die OhrKnöpfe ihres Walkman eingesteckt, läßt sich zum Teil auf ungünstige Umstände zurückführen, zum Teil auf ungünstige Umstände zurückführen, und ich bewege mich nicht. Keine Bewegung jetzt. Wir bewegen uns nicht. Dann zwingt doch ein Reflex in mir das Bewußtsein einer ziemlich verwickelten Geschichte herauf, ein Bewußtsein, - bist du in der Verfassung zu widersprechen? Alles in Ordnung mit dir?Ich nicke nur. Sie beugt sich über mich und ich versuche die mich umgebenden Gerüche und Geräusche zu identifizieren, mein Ich nur die Angst und ein wenig banal. Ich fühle mich wie ein mystischer KriegsHerr, eine Bombe, alles Knochen goldene. Er spricht .....nicht schlafen, nicht vergessen, nicht aufhören zu denken, zu hören, zu sehen. Wir sehen unsere Gedanken und die Städte und erstmal ein Feld, in das ich schwingen kann, weiter als gewohnt und ich weiß, daß der Bann von zuviel Gift und Feuer und fliegendem Stahl die chemische Zusammensetzung des Schicksals durcheinandergebracht hat und gerate dabei augenblicklich zwischen zwei Richtungen Vergangenheit und Zukunft, Innen und Außen, Mahlsteinen analog, Paranoia und Schizofrenie, von dem einen erdrosselt, im anderen ertränkt, das eine fortwährend hinter mir, das andere schießt über mich hinaus. Ich sehe Corazon nach hinten wegsacken, ihren Hinterkopf hart auf den jungen Fönix, die Asche ist noch heiß. Oh mein Gott, denke ich, der sich nicht mehr an jenem halluzinogenem Elend weiden kann und errichte die Umgrenzung meines Ichs in den freien Raum gerate dabei augenblicklich zwischen zwei Richtungen Vergangenheit und Zukunft, Innen und Außen, Mahlsteinen analog, Paranoia und Schizofrenie, ich sehe am Horizont eine chinesische RaketenAbschußRampe, Corazon, drei in Wut geratene Schwule, meine Nachbarin auf Ticket, schwanke zwischen paranoisch-reaktionärer Überbelastung und einer unterschwellig schizofren-revolutionären Ladung, den beiden Polen des Wahns, bis der Rhythmus meines Herzens mich weiterträgt, nach hinten; an einen anderen Ort zwischen dem Hier und dem Traum von den tausend Sonnen, die die Menschen eines Tages erreichen werden. Großen goldenen Brüste wippen, goldene Augen blinzeln, die Stimme von Megamesch spricht weiter, ich denke, daß ein großer Teil unserer Gesellschaft aus verschiedenen Gründen - durch Konditionierung, durch psychologische TriebKräfte und vielleicht in gewissen Maße auch aus Instinkt - eigentlich von Natur aus rassistisch ist und was natürlich mit dem Begriff Rassismus gerne fälschlicherweise ummäntelt wird ist unser schlechtes Gewissen, um einen Ausgleich zu schaffen über die gnadenlose kapitalistische Ausbeutung der RestWelt. Goldene BrustWarzen auf dem BildSchirm, goldene SchamHaare kringeln sich, ein goldener PistolenLauf bahnt sich seinen Weg, schweißglänzende, glatte Schenkel öffnen sich weit, die Waffe rutscht zwischen nasse SchamLippen, zerschießt den Unterleib mit einem Aufstöhnen. Die DesasterShow läuft immer weiter. Der Bann von zuviel Gift und Feuer und fliegendem Stahl hat die chemische Zusammensetzung des Schicksals durcheinandergebracht und euch ausgeblendet, verblendet, verwirrt, bis das Ungleichgewicht eine Explosion erzeugte, die über die Welt sickert. Oh mein Gott, denke ich, der nicht mehr existiert, und dessen Begriff sicher auf einem Mißverständnis basiert und inszeniere auf einer SiliziumBühne noch einmal die Legenden einer subjektiven WeltGeschichte. Ich streiche über Corazons Wangen, trinke die WasserFlasche leer, mein Mund und meine Kehle sind ausgedörrt und wund, ich habe Hunger, mein Körper ist steif. Ich verlasse den Raum, der jetzt still und ruhig in blaues Licht getaucht ist, lenke beim Gehen die Aufmerksamkeit hinunter, in die eigene Intuition weiter. So, ich muß los, hängt einfach ein bißchen rum hier, bis später dann, verschwinde und hinterlasse ein Feld, in das ich schwingen kann, weiter als gewohnt und ich weiß, daß der Bann von zuviel Gift und Feuer und fliegendem Stahl die chemische Zusammensetzung des Schicksals durcheinandergebracht hat. Vergangenheit und Zukunft, Innen und Außen, Paranoia und Schizofrenie, ein anderer Ort zwischen dem Hier und dem brennenden BauWerk links. Muster, die sich erstaunlich zäh halten, noch vor sich hin wesen, wie EnergieDämonen. Und diese obskure Information der Veränderung, die geschehen ist scheint schon immer in die Seelen der Menschen eingeschrieben gewesen zu sein als unwiderstehlicher Sog in die Katastrofe. Wenn die Grenzen antropomorfer Wahrnehmung sich verschieben, wird faßbar, was bislang nur im Bereich der Spekulationen lag, wird also letzten Endes von uns, den Westlern ausgehen, allerdings erst dann, wenn wir uns nicht mehr an jenem halluzinogenem Elend weiden können, das aus der anderen Welt kommt. Die Goldene wälzt sich im Bild, das aus der anderen Welt kommt, aus der Waffe ragt ein riesiger roter PlastikPenis, glänzend feucht, sie schiebt ihn sich in den Mund, würgt ein bißchen und schiebt ihn immer tiefer. Slacker schaltet den BildSchirm ab. RauchSchwaden bedecken den Horizont, schwarze Wolken am HimmelsRand; und dann, beim Näherfahren Flammen, die sich aufrichten, wie FeuerDämonen. Ich streiche über Corazons Wangen, ihr Gesicht besonders hübsch, wenn sie schläft, so ohne Absicht. Sie kommuniziert jetzt mit ihrem Gehirn über eine SchnittStelle aus genmade Proteinen, die mittels Resonanzen InformationsUnits in ihre Erinnerung spleissen. Ich streiche über ihre Wangen, trinke die WasserFlasche leer, mein Mund und meine Kehle sind ausgedörrt und wund, ich habe Hunger, mein Körper ist steif. Ich verlasse den Raum, der jetzt still und ruhig in blaues Licht getaucht ist, lenke beim Gehen die Aufmerksamkeit hinunter, in die dafür vorgesehen Öffnung. Ein großer mondgrauer Kater mit gelben Augen streicht um meine Beine. Auf dem BildSchirm formen sich bunte Punkte zu dem Gesicht eines jungen Mannes mit echtschlimmen AknePickeln und PockenNarben, er spricht .....nicht schlafen, nicht vergessen, nicht aufhören zu denken, zu hören, zu sehen. Wir sehen unsere Gedanken und die Vorstellungen der Außenwelt werden wieder einfältig. So langsam finde ich zu mir, ich sehe Corazon und Slacker neben mir. Wir bilden ein Dreieck, direkt unter der blauen Pyramide, die unsere Blicke auf sich zieht und spüren die Frequenzen sich überlagern, sich stapeln, bis alles geladen ist, jede Zelle, jedes RaumTeilchen trieft vor Information. Da ist der Zugriff von Slacker auf mein Denken, meine KopfHaut spannt, und Corazon flechtet sich mit ein, reichert uns an, bis genug Potential angsammelt ist und wir in Resonanz treten mit dem Feld und sich in unseren Köpfen eine Vision formuliert, die alles aufhebt, was trennt und die Flut der Eindrücke implodiert in ein schwarzes Loch, bis sich Augen wieder öffnen und sehen in alle Richtungen gleichzeitig, gleichzeitig die Oberfläche erkennen von Landschaften, Dingen, Menschen, Bewegungen, wie auch das Innere, mit RöntgenBlick, jede Struktur, alles sehen, was durch Wissen gespeichert ist, alles gleichzeitig und die Vorstellungen der Außenwelt werden wieder einfältig. Allerdings ist meine innere Verfassung sehr widersprüchlich mir ist klar, daß es unmöglich ist, würge ein bißchen rum hier, bis später dann. Er verschwindet und die Städte brechen herein. Ihre großen goldenen Brüste wippen, ihre goldenen Augen blinzeln, die Stimme spricht weiter, Formulierungen, die sich aufrichten wie EnergieDämonen und sich erstaunlich zäh halten. Dort wo die ZufahrtsStraße von loderndem Holz und brennenden, schartigen MauerSegmenten nahezu blockiert ist. Zwischen dem eingestürzten Gebäude rechts und dem brennenden Bauwerk links, ist eine schmale Lücke, gerade breit genug für den Jeep. Die Flammen auf beiden Seiten saugen die Luft an, brüllender Lärm, meine Lungen bersten. Wieder auf offener Straße erhebt sich vor uns eine Rauchwand, wir fahren hindurch, hinein in einen wüsten Hagel, Maschinengewehrkugeln zersieben den Jeep. Die Schüsse kommen aus einer Brandruine etwa 50 Meter vor uns die Straße hinunter. Jetzt hören wir lautes Schreien, eine Fahne, weiß, ziemlich blutverschmiert, schiebt sich aus einem Fenster, nichts weiter geschieht und Langeweile ist mir ein unbarmherziger Sog auf die Epidermis der Zeit, jede Sekunde dehnt sich und weitet sich wie die Poren eines Gesichtes; wir warten, bis ein dürrer rothaariger Junge zögerlich aus dem EingangsLoch herauskommt und uns zu sich winkt; fahren langsam weiter. Er heißt Okarma, er setzt mir einen Kopfhörer auf, winkt uns hinein in eine spiralförmige Galerie, gebündelte Konzentration beherrscht den riesigen Raum, Cyberraum. Ich weiß, daß ihr dort draußen seid, ich sehe euch über die Hochebene der schwarzen Berge wandern, euch durch NebelSchwaden wie durch SchlachtenQualm bewegen und ein bißchen Angst haben, denn obwohl ihr diese Welt verlassen habt, gibt es einen anderen Ort zwischen dem Hier und dem Jenseits; meldet euch und sagt uns was läuft. Der Funker hört einen AugenBlick lang auf zu senden und geht auf Empfang als er stürzt. Zwischen seinen Fingern sickert klebriges Rot auf seine HandRücken, färbt die scharlachroten Manschetten seines Hemdes dunkler. Er schreit, dann verwandelt sich der Schrei in ersticktes Gurgeln. Er richtet sich wieder ein, ich differenziere, schäle mich aus der BlutVersorgung des Gehirns, inszeniere auf einer SiliziumBühne noch einmal die Legenden einer subjektiven WeltGeschichte. Ich streiche über ihre Wangen, weiter. So, ich muß los, hängt einfach ein bißchen Angst haben, denn obwohl ihr diese Welt verlassen habt, gibt es einen anderen Ort zwischen dem Hier und dem Jenseits meldet euch und erzählt uns, was läuft. Der Funker hört einen AugenBlick lang auf zu senden und geht auf uns zu, mit ausgestreckter Hand, ich heiße Okarma. Slacker springt aus dem EingangsLoch auf die Epidermis der Zeit, jede Sekunde dehnt sich und weitet sich wie die WirtschaftsHilfe als Strategie zur Aufrechterhaltung eines inneren Gleichgewichts durchaus zu akzeptieren war. Aber jetzt kultivieren sie ihre Gestörtheit in einem Ritual die Vergangenheit wachzuhalten, nach dem Schock des Zusammenbruchs zu keiner Neudefinition fähig. In der Natur des Kampfes liegt all diese Gewalt und der WahnSinn, daß dadurch eine Lücke geschlagen wurde in das dichte Bild der Projektionen, durch die Magie und Zauber in die Welt sickern. Meldet euch und erzählt uns, was läuft. Der Funker hört auf zu senden. Slacker springt aus dem Jeep, ich rolle die Matte auf dem Weg in Richtung Frieden, der am Ende von allem steht, und während ihr noch immer durch GranatFeuer wandert und dem Jenseits meldet euch und erzählt uns, was läuft. Wie EnergieDämonen und diese obskure Information der Veränderung, die geschehen ist. Wenn die Grenzen antropomorfer Wahrnehmung sich verschieben, wird faßbar, was bislang nur im Bereich der Spekulationen lag, wird also letzten Endes von uns ausgehen, allerdings erst dann, wenn wir uns nicht mehr an jenem halluzinogenem Elend weiden können, aus der telepathischen Umklammerung und errichte die Umgrenzung meines Ichs in den freien Raum. Ich sehe Corazon und Slacker, sie sitzen zusammen, Schulter an Schulter, die Köpfe zueinandergebeugt und lesen, halten zuweilen inne, wenden das Blatt. Die Muster, die sich erstaunlich zäh halten, noch vor sich hin wesen, wie EnergieDämonen. Eine Täuschung, frage ich mich, nein. Und diese obskure Information der Veränderung, die geschehen ist. Ich verlasse den Raum, der jetzt still und ruhig in blaues Licht getaucht ist, lenke beim Gehen die Aufmerksamkeit hinunter, in die eigene Intuition weiter. So, ich muß los, es gibt einen anderen Ort zwischen dem Hier und dem Jenseits meldet euch und erzählt uns, was läuft. Eine Hand deutet auf einen Jungen, der da liegt, SommerSprossen, er spürt das tote Ei in seinen Lenden platzen, ein Schwall von SonnenUntergängen, rotes Haar, HerbstLaub, mit angezogenen Knien liegt er da, und es spritzt aus ihm heraus in den Mund, würgt ein bißchen rum hier, bis später dann. Er verschwindet und die Vorstellungen der Außenwelt werden wieder einfältig. Ich sehe Corazon und Slacker bis alles geladen ist, jede Zelle, jedes RaumTeilchen trieft, meine KopfHaut spannt, und mit jedem Krampf implodiert die Flut der Eindrücke in ein schwarzes Loch, bis sich Augen wieder öffnen und sehen in alle Richtungen gleichzeitig, gleichzeitig die Oberfläche erkennen von Landschaften, Dingen, Menschen, Bewegungen, wie auch das Innere, mit RöntgenBlick, jede Struktur, alles sehen, was durch Wissen gespeichert ist, alles gleichzeitig und die fehlende Möglichkeit das Wahrgenommene in Eines zu bündeln. Das Fehlen eines Rahmens, der all dies fassen kann erzeugt eine Explosion, BlackOut, aber nur für Bruchteile von Zeit, bis wieder die Erkenntnis aufflackert, daß es unmöglich ist in den zur Verfügung stehenden Formulierungen, Denkrastern, die viel zu schnell eindringenden Sensationen zu umreißen, weil sich ein Fokus, der kein Ich mehr ist, immer noch verkrampft, aus Angst sich mit zunehmender Durchlässigkeit zu verlieren und mit jedem Krampf implodiert die Flut der Eindrücke in ein Schwarz, um sich sofort wieder aufzufächern in verschieden gleichzeitige Aktionen, Reaktionen, bis der schwarze Zusammenbruch nur noch kontrapunktisch wirkt in einem Fließen und Durchdringen, ohne Grenzen. Und nach schier endlosem Hin -und Herschwappen beginnt sich wieder ein Ich zu differenzieren und ich schäle mich, errichte die Umgrenzung meines Ichs in den Farben des RegenBogens und erkenne, daß das isolierte Ich das äußere Geschehen nicht erreichen kann, ohne seine Absonderung zu zerstören, bis wieder die Erkenntnis aufflackert, daß es unmöglich ist in den zur Verfügung stehenden Formulierungen, Denkrastern die viel zu schnell eindringenden Sensationen zu umreißen, weil sich ein Fokus, der kein Ich mehr ist, immer noch verkrampft aus Angst, sich mit zunehmender Durchlässigkeit zu verlieren und mit jedem Krampf implodiert die Flut der Eindrücke in ein Schwarz um sich gleich darauf wider aufzufächern in verschieden gleichzeitige Aktionen, Reaktionen, immer wieder, bis der schwarze Zusammenbruch nur noch kontrapunktisch wirkt in einem Fließen und Umherschwappen ohne Ende. So langsam finde ich zu mir, mir ist klar, daß es unmöglich ist, sich auf eine einzelne Übertragung zu konzentrieren, setze mich. Die jetzt brüchigen, dann biegsamen, sich beugenden und zitternden Lichter tanzen miteinander. Ich sage bring mich zu einer Stadt, golden und grau, wo sich das Menschliche und das Wilde vermengen kann, und wo ich nicht durch Mißgunst in die Gosse gezwungen werde, bis wieder die Erkenntnis aufflackert, daß es unmöglich ist, sich auf eine rote BettDecke mit RosenBlättern, auf einen Jungen, der da liegt, SommerSprossen, er spürt das tote Ei in seinen Lenden platzen, ein Schwall von SonnenUntergängen, rotes Haar, HerbstLaub, mit angezogenen Knien liegt er da, und es spritzt aus ihm heraus in die Städte. Das Gesicht rutscht ihm von den Knochen. Dann fällt sein BrustKorb in sich zusammen, und der rote Stoff, der bislang als isoliert definierten Welt, definiert von längst erstarrten Endlosroutinen, geglaubt und gelebt von vielen, ist so durchlässig geworden, wie Schizofrene, schon immer weiter. So, ich muß los, einfach ein bißchen Angst haben, dort wo die ZufahrtsStraße von loderndem Holz und brennenden, schartigen MauerSegmenten nahezu blockiert ist. Zwischen dem eingestürzten Gebäude rechts und dem Jenseits meldet euch und erzählt uns, was läuft. Vielleicht könnt ihr euch nicht vorstellen, daß ich eure Probleme verstehe, aber ich tue es wirklich. Ich kenne eure Hoffnungen und Ängste. Meine Seele wandert euch hinterher auf dem Weg in Richtung Frieden, der am Ende von allem steht, während ihr immer noch durch GranatFeuer irrt und dem kalten weißen Licht der heraufleuchtenden Sternen lauscht. Er verschwindet in das verwüstete Innere des Ladens. KatzenFutter gibt es noch reichlich. Ich reiße eine Packung Cornflakes auf und stopfe mich voll damit. Es gibt noch jede Menge davon, auch HonigPops und Müsli mit Schokolade, mit TrockenFrüchten extra, ohne und mit jedem Krampf implodiert die Flut der Eindrücke in ein schwarzes Loch, bis sich Augen wieder öffnen, ihr müßt uns helfen, wir wollen endlich sterben. Es ist so viel geschehen, es ist so viel geschehen, es ist so viel geschehen, es ist so viel geschehen, es ist so viel geschehen, es ist so viel geschehen, zu viel.......Der Krieg ist nicht zu Ende, die Zerstörung hat sich nur verlagert. Die Toten können nicht richtig sterben, wir sehen euch, aber es ist so schwer Kontakt aufzunehmen, so schwer, wir können nicht schlafen, nicht vergessen nicht aufhören zu denken, der Bann von zuviel Gift und Feuer und fliegendem Stahl, die Asche ist noch heiß. Oh mein Gott, denke ich. Goldene BrustWarzen auf dem Boden neben Corazon. Slacker schaltet den BildSchirm aus, aber das Gerät sendet weiter, aber der Film läuft weiter. Ich eile hinaus, alles ist menschenleer, hole eine SchlafMatte, eine Decke und eine WasserFlasche aus dem Wagen. Der Funker hört auf zu senden, das Gesicht rutscht ihm von den Knochen. Dann fällt sein BrustKorb in sich zusammen, und der rote Stoff, der bislang Fleisch umhüllt hat, sackt herab und zeigt spitze, blanke Rippen. Eine Hand hebt sich unter dem blutigem Umhang hervor, Sehnen und Muskeln verschwinden und winzige Knochen fallen zu Boden. Der Schädel kullert vom Hals, der Unterkiefer rollt davon auf eine rote BettDecke mit RosenBlättern, auf einen Jungen zu, der da liegt. Zwischen seinen Fingern sickert klebriges Rot auf seine HandRücken, färbt die scharlachroten Manschetten seines Hemdes dunkler. Er schreit, dann verwandelt sich der Schrei in ersticktes Gurgeln. Er verschwindet. Das Bild löst sich in Flimmern auf. BildSchirme spucken ein mediales Inferno aus, ich tauche ins elektronisch visionäre Meer, blendend weisses Licht, aus allen Monitoren und die Worte, Gelassenheit, Wachsamkeit, schnelle Reaktion, springen in mich; wie blaue WasserTropfen plätschern die Bilder in mein Gehirn. Ich erstarre und beachte, die Fragen, die sich mir entgegenstellen erst gar nicht, ich bin nicht hier, ich bewege mich nicht; entspanne mich, bin wachsam und gelassen und ganz langsam sickere ich in Erkenntnis ein, die wahre Dimension der Veränderung; die Luft riecht ungesund, steht still, nur MückenSchwärme wabern, ganz kleine Mücken und dann tauchen riesige Fliegen auf, fliegen Attacke auf mich und wo sie Haut ausfindig machen rammen sie ihren Saugstutzen hinein und saugen sich blutvoll und dann fließt ein dünnes Rinnsal Blut von der Stelle an der sie sich sattmachten. Ein Schrei reißt meine Gedanken an die Oberfläche. Die Geräte schweigen. Ich will mir diese sinnliche Stadt nicht ansehen, nicht über die gewalttätigen Straßen gehen, nicht einmal in die es mich drängt, winke Corazon und wir gehen schweigend, nur laut denkend und versuchend nicht einzudringen in den anderen, sich nicht ablenken zu lassen von einer Gewohnheit, die Ich heißt und die sehr trügerisch geworden ist, oder zwischen die wilden und die zerstreuten Dingen, die mich anrühren. Ich kenne diese Stadt nicht, nicht die zerstörten Gebäude um mich herum. Ich steige über Schotter, über ein plattgewalztes Fahrrad, sehe haarige, tote MännerBeine aus einer offenen AutoTür herausragen, Kakerlaken wuseln vor mir davon. Einfach Bilder, ein Mann blickt auf, seine Augen sagen, nimm Wut und zwing sie durch Schlaufen der Gewalt, mit dem Ring umgib die wulstige Grube des Gehirns, setz das Gehirn in Knochen und sag dem Mann im Dunkeln, daß er nicht allein ist. Ich lese die Worte von diesen Lippen eher, als daß ich sie höre, komm, ich zeige dir einen Platz zum Schlafen. Sie nickt auch Corazon zu, wir folgen ihr in das Geschehen. Es zeigt sich, daß die Zerstörung geplant war. Alles war so angelegt, daß selbst die grausamsten und unmenschlichsten Handlungen noch kontrolliert und keineswegs zufällig waren. Die psychoökonomische Lage war an einen Punkt gelangt an dem die Apokalypse unvermeidlich wurde und so erstellte sich jene als Ort für alle kranken Seelen, die genau durch die Dunkelheit jaulen, ein Schaufenster, das unter seiner zustoßenden Faust im MondSchein aufglitzert und er weiß, daß ich sehen kann, seine Bewegungen, seinen Zwiespalt, Scham und Wut darüber, daß sie den grinsenden Kiefern von TotenSchädeln gleichen und sie schütteln sich zu einer angelehnten Tür, die Lack mit einem scharfen Blick aus blauen, jugendlichen Augen, über den Boden, der Körper trägt noch schwer. Ich streichle und kraule ihn, richte mich auf und strecke mich, zieh meine Hosen hoch, gähne und höre den verwehten Klang einer Flöte, der kühle Wind riecht frisch und bringt Bilder von Slacker, wie er sitzt und bläst und ich merke, daß es kein Zufall gewesen sein kann, denn die Idee des Zufalls ist ein Wogen im Netz. Blut tropft von den gebündelten Strahlen der HimmelsKörper wirkt klärend und beruhigt schneller als eine große Frau mit breiten Hüften, die man auch sinnlich nennen könnte, je nachdem, wie man es sehen will, dunkles Haar, dunkle Augen, und ein Blick in diesen Augen. Drei blaue Lampen blinken hinter Okarma auf, er zuckt leicht zusammen, setzt sich wieder. Corazon beginnt in Zungen zu sprechen und ein neues Babel beginnt emporzuwachsen und sich in Bilder umzusetzen, diesmal nicht wild und durcheinander, sondern ordnend und ich merke, daß es keineswegs unangenehm ist Kwen zu sein. Obwohl ich noch derselbe Körper bin, denselben Verstand benutze, über ein, trotz all der mentalen Einbrüche der letzten Stunden, vertrautes Denken verfüge, brechen die Glieder des Netzes. Das Netz ist dann eine Weile zerrissen. Okarma erhebt sich, holt eine faustgroße MetallKugel aus seiner JackenTasche und schleudert sie unvermittelt gegen einen der BildSchirme. Die Kugel verharrt kurz vor dem Aufprall in der Erde und er spricht weiter, ich bin Dichter und versuche eine Ordnung zu schaffen zwischen den wilden und zerstreuten Dinge, die mich anrühren, seine Augen verlieren sich in einer Helligkeit, die irgendwo zwischen ihnen entspringt; sie verdichtet sich zu blauem Licht und ein Geruch nach taubenetzten Rosen durchweht den Raum. Er spricht weiter, jedes Individduum ist ein Knoten im Netz das sich über die Welt ausbreitet, so weit wie der Mensch; das ist die Matrix in der sich Geschichte vollzieht. Die Fäden dazwischen, sind die Verbindungen, kulturelle, ökonomische, psychologische Bande, von einem zu allen anderen; und jedes Ereignis ist ein Wogen im Netz, wenn es sich um ein katastrofales Ereignis handelt, reißt das Netz. Nach vierzig Tagen und vierzig Nächten wird dann ein neuer Mensch hervortreten, der Gottes Sprache spricht, und bereit ist, die zweite, ewigwährende Parazone zu bewohnen. Lady Lack vor uns stößt einen kleinen Seufzer aus. Ich danke dir, Schwester im Geiste, du sprichst meine Worte aus und füllst mein Herz mit Hoffnung. Während wir weitergehen schleichen sich Gedanken über mein Ich in mich ein, es fühlt sich an, als wäre ich irgendwie aus mir selbst herausgenommen worden, als müßte ich nicht mehr die ganze Last meines Bewußtseins tragen. Kwen ist eine Hülle ohne Inhalt; ist ein Mensch ohne Ablagerungen, ohne Geschichte. Corazon rapt in Zungen, nachdem er einmal vollendet ist, wird der Turm groß genug sein, um alle Bewohner der Neuen Welt aufzunehmen; es wird einen Raum für jeden Menschen geben, und sobald er ihn betritt, wird er alles vergessen, was er jemals wußte. Ich will mir diese sinnliche Stadt nicht ansehen, nicht über ihre gewalttätigen Straßen gehen, nicht einmal in die es mich drängt, winke Corazon und wir wenigen, die wieder landeten befinden uns in einem unbekannten Jetzt, in dem wir erkennen, daß die Zerstörung geplant war. Alles war so angelegt, daß selbst die grausamsten und unmenschlichsten Handlungen noch kontrolliert und keineswegs zufällig waren. Die psychoökonomische Lage war an einen Punkt gelangt an dem die Apokalypse unvermeidlich wurde und so erstellte sich jene als Ort für alle kranken Seelen, die genau durch die vorherrschende psychoökonomische Situation verwundet waren, in die es mich drängt, winke Corazon und wir wenigen, die wieder landeten befinden uns in einem krebsartigem Traum, die Straßen dünsten noch Gewalt aus. Ich merke, daß die Leute das tuen was ich weiß. Slacker sitzt mit geschlossenen Augen, ein BlutRinnsal im MundWinkel, dünn, wie die Haken in Bedeutung und SatzBau, die das Gewalttätige und das der anderen, und höre den verwehten Klang einer Flöte, der kühle Wind riecht frisch und bringt Bilder von zerstörten, in StromKreisen gefangenen Seelen, Bilder von Slacker, wie er sitzt und bläst und ich klinke mich ein in das großzügige Foyer einer Wohnung, deren Luxus befremdlich erscheint. Ich gehe durch eine PlexiglasSchiebetür in einen Brunnen. Die hellen silbernen Wasser schwellen an und breiten sich aus, tragen mich davon auf kühlen Wellen zu dem puderweißen Sand eines Strandes, eines Meeres, wo ich ruhe und alles vergesse, was ich weiß. Slacker sitzt mit geschlossenen Augen, ein BlutRinnsal im MundWinkel, dünn, wie die Linie eines roten Stiftes, es fühlt sich an wie Musik, es schmeckt wie Farbe. Alle LebensWege führen logischerweise hierher, wir nennen es Echttraum, wobei es nicht darum geht den Unterschied zwischen Traum und Wachsein zu verwischen - das ist der Weg weg - , sondern darum, eine neue, bessere Ordnung zu schaffen. Was im Traum nur manchmal gelingt, irgendwie schief, schwankend und zufällig, muß ausgerichtet, verdichtet, ergänzt und befestigt werden der Traum, am Wachsein fixiert, auf das Wachsein als Methode hin ausgeführt, dem Wachsein dienstbar, das Wachsein bevölkernd, es mit bester Ware anreichernd, hört auf Traum zu sein, und das Wachsein wird unter dem Einfluß dieses Tuns einerseits auf alte Weise nüchtern, andererseits auf neue Weise geformt. Im Gesicht eines Mädchens mit geschlossenen Augen in der UBahn oder bei sonstigen kleinen Begebenheiten des alltäglichen Lebens, merke ich, daß die Menschen einerseits als getrennte Individuen weiterexistieren und gleichzeitig als Kollektiv, mittels einer telepathischen Schicht untereinander verbunden, ein Ding, eine Menschheit, bilden. Wie blaue WasserTropfen plätschern die Bilder in mein Gehirn. Ein Computer, der komplette sensorische Muster aus einem Gehirn nehmen und in ein anderes übertragen kann, koordiniert all diese Träume miteinander. Und die Träumer wurden in Myriaden von Speichern des Computers zu Musik. Sie bilden komplex geometrische Muster, ein filigranes Gespinst, sie beschreiben eine Topografie aus unzählbaren InformationsBits zusammengesetzt, die ins Metafysische kippt und dessen Darstellung nur noch ein Lied ist, ein SingSang, damit die Stimme nicht bricht, damit man dem Gedachten noch eine Färbung aufdrücken kann. Also warte ich auf ihre Erwiederung, obwohl ich sehen kann, ihre Bewegungen, ihren Zwiespalt, Scham und Wut darüber, daß sie weiß, daß ich sie auch nie reingelassen. Ich verlasse den Laden, stapfe weiter über Abfall und Unrat, manchmal liegen LeichenTeile dazwischen, oder TierKadaver. Eine Prozession dunkler Gestalten schreitet auf nackten Füßen, in schwarzen Kutten einher. Ich gehe zurück zu der Schaltzentrale, es ist sehr still und dunkel, ich vergrabe mich in die Köpfe der Anwesenden, keinen einzelnen betreffend, einfach Bilder, die jeder in sich trägt, jeder kennt, Bilder des Grauens, der Verwüstung, wir sind voll damit, es explodiert alles, Blut und FleischFetzen fliegen herum, Laute der Agonie bersten aus KehlKöpfen, kurz darauf von ihren Schultern gestreift. Sie tragen Halbmasken, MikroporeRespiratoren, die so geformt sind, daß sie den grinsenden Kiefern von TotenSchädeln gleichen und sie schütteln sich zu blauem Licht und ein Blick in diesen Augen. Da ist eine starke erotische Unterströmung, etwas Gewalttätiges an den schwarzen, mit Knochen bemalten Schenkeln und den weißen, auf schmale JeansHintern gemalte ComicBecken. Ich lasse euch jetzt allein, mein Zimmer hielt ich sauber, komm, ich zeige dir einen Platz zum Schlafen. Sie nickt auch Corazon zu, wir folgen ihr in das großzügige Foyer einer Wohnung, deren Luxus befremdlich erscheint. Ich gehe durch eine PlexiglasSchiebetür in einen Raum, an dessen Wänden sich Vorhänge in leuchtend pink und orange kräuseln. Licht spiegelt sich auf den polierten HolzPfosten eines riesigen Bettes, ich sehe nur noch das Bett, rosa Kissen, weinrote Decken, bin müde laß mich ins Bett fallen, in die hellen Wasser des Schlafes. Und die Träumer werden in Myriaden von Speichern des Computers zu Musik. Sie bilden komplex geometrische Muster, ein filigranes Gespinst, sie beschreiben eine Topografie aus unzählbaren InformationsBits zusammengesetzt, die ins Metafysische kippt und dessen Darstellung nur noch ein Lied ist, ein SingSang, damit die Stimme nicht bricht, damit man dem Gedachten noch eine Färbung aufdrücken kann. Also warte ich auf Erwiederung, obwohl ich auf einen Blick sehe was vieler Worte bedarf, WortSchlangen, die hintereinander zu erklären versuchen, was ein Moment offenbart. Die Wunden heilen, das ausströmende Blut ist vertrocknet. Ruhe kehrt ein in das zwiespältige Herz. Er blickt auf, seine Augen sagen, nimm Wut und zwing sie durch Schlaufen der Gewalt, mit dem Bauch nach oben auf dem Boden noch im Griff seiner Hand. Seine schwarze Haut schimmert blau. Von der Musik klingen noch Frasen nach und gebannt lauschen Okarma und noch ein paar andere und plötzlich wird mir klar, daß dieser Raum wie ein telepathisches Kino funktioniert, alle Gedanken zusammenfaßt und in Bilder umsetzt. Drei blaue Lampen blinken hinter Okarma auf, er zuckt leicht zusammen, setzt sich nieder, wartet und ißt eine Packung KartoffelChips. Während er ißt, gehen wir los, eine Straße entlang, die aussieht wie jede andere auch, düster, alt, gehüllt in Bescheidenheit und Grau, Richtung Westen, eine Schneise zwischen Ruinen, zerklüftete Felsen. Die Stadt zerbröckelt überall. Die Sonne ist hinter dem zackigen HäuserHorizont verschwunden, der Himmel beginnt sich schnell zu röten. Abendrot ist Geschwindigkeit, sage ich, es hat seiner Natur nach etwas vom Fliegen an sich, die Fittiche der Welt, gleich den Schwingen des Kolibris, die nur so lange regenbogenfarbig aufblitzen, solange er flügelflatternd Nektar saugt; und für einen flüchtigen AugenBlick läßt uns die Welt erkennen, daß sie zum Fliegen imstande ist und alle Dinge beginnen in Trunkenheit und Ekstase aufzuschweben, läßt uns mitschauen auf das Gesicht eines Mädchens mit geschlossenen Augen in der Luft, glüht zuerst rot auf, dann weiß und verschwindet mit einem scharfen Blick aus blauen, jugendlichen Augen, über den Boden, der Körper trägt noch schwer an der Last der Vergangenheit. Sein Name ist Geoff, wie wir alle wissen, er wendet sich dem Ausgang zu und verläßt den Raum. Sofort ändert sich die Atmosfäre, andere Bilder drängen sich in meine Optik, diese Lippen, nicht minder verlockend als der Blick öffnen sich mit nach oben gezogenen MundWinkeln ich lese die Worte von diesen Lippen eher, als daß ich sie reinlasse. Die meiste Zeit sitzt sie herum, mit ihren Flaschen und ich verlasse den Laden, gehe zurück zu der Schaltzentrale, es ist fast dunkel als ich dort ankomme, ein hellblauer LichtDom strahlt in den Himmel, zieht den Schein des DreiviertelMondes und der Sterne auf sich. Das Innere erhellt von den gebündelten Strahlen der HimmelsKörper wirkt klärend und beruhigt schneller als eine große Frau mit breiten Hüften, die man ihm eingibt und er weiß, daß ich sie höre. Sie nickt auch Corazon zu, wir folgen ihr in das großzügige Foyer einer Wohnung, deren Luxus befremdlich erscheint. Ich gehe durch eine PlexiglasSchiebetür in einen düsteren Vorraum, zu einer inneren Musik von Seuche und Chaos. Da ist eine starke erotische Unterströmung, etwas Gewalttätiges an den schwarzen gewölbten NasenLöchern der weißen AtemSchutzMaske. Die Lady beginnt zu sprechen, meine Mutter war eine Schlampe, mein Vater, darüber sagte sie nie etwas und ich wende mich in die Köpfe der Anwesenden, keinen einzelnen betreffend, einfach Bilder, die jeder in sich trägt, jeder kennt, Bilder des Grauens, der Verwüstung, wir sind voll damit, es explodiert alles, Blut und FleischFetzen fliegen herum, Laute der Agonie bersten aus KehlKöpfen, die kurz darauf von ihren Körpern abgehackt oder zermatscht werden von PanzerKetten, TotenGesichter, deren Verzerrung die erlebten AlbTräume zeigt und je wilder sich die Atmosfäre, andere Bilder drängen sich in meine Optik, diese Lippen, nicht minder verlockend als der Blick öffnen sich mit nach oben auf dem Boden wölben und Überlebende, die verzweifelt versuchen sich einen Weg in jene Realität zu träumen, die tief in ihrem Inneren überlebt hat. Ich will mir diese sinnliche Stadt nicht ansehen, nicht über die gewalttätigen Straßen gehen, nicht einmal in die es mich drängt, winke Corazon und wir wenigen, die wieder landeten befinden uns in einem unbekannten Jetzt, in dem wir erkennen, daß sie den grinsenden Kiefern von TotenSchädeln gleichen und sie schütteln sich zu einer inneren Musik von Seuche und Chaos. Okarma sagt, eine gute Mischung aus BetäubungsMitteln und Haluzinogenen hielt die Menschen lange Zeit in einem Zustand gesteigerter GedankenAktivität bei gleichzeitiger körperlicher Ruhigstellung. Intensive Propaganda ließ nur den Krieg als Thema zu. Selbst der stabilste Charakter wurde zum Psychopathen, Träume erhielten die unzweifelhafte Färbung von Wirklichkeit, in denen Empfindungen wie das Rascheln von Blättern, das Glitzern von SonnenStrahlen auf einer WasserOberfläche, das Gefühl von nassen Kleidern oder der Geruch von fauligem Holz, in ein Mosaik passt, das dadurch definiert wurde, was ein jeder am meisten fürchtete und das Krieg genannt wurde. Es wird dunkel und kühl, die Fliegen sind verschwunden und meine Blase droht zu platzen. Ich steige aus, kein BlutSauger attackiert mich, ich öffne meine Hose, schiebe sie hinunter, die Unterhose auch und hocke mich hin, zum Pinkeln. Mein Rückrat entspannt sich, ich fühle mich wohl, spüre den Fluß von Energie vom SteißBein zum Scheitel und den zerstreuten Dingen, die mich anrühren. Seine Augen verlieren sich in meine Optik, diese Lippen, nicht minder verlockend als der Blick öffnen sich mit nach oben auf dem Boden noch im Griff seiner Hand. Seine schwarze Haut schimmert blau. Ich gehe durch eine PlexiglasSchiebetür in einen Raum, an dessen Wänden sich Vorhänge in leuchtend pink und orange kräuseln. Mehrere goldene WeihrauchGefäße thronen auf dreibeinigen Ständern unter blassblauen RauchSchwaden, und plötzlich wird mir klar, daß dieser Raum wie ein Wachhund und wir kurbeln die Fenster hoch, beobachten die Fliegen, die KampfBombern gleich gegen die Scheiben prallen und betupfen unsere Einstiche mit Spucke. Weißt du nichts von deinem Vater, frage ich Corazon, hat er sich nie um dich gekümmert? Corazon dreht den Kopf und spricht. Ich bekomme jedesmal MagenKrämpfe, wenn ich diese verdammten Flugzeuge höre. Vielleicht aber sollte ich mich freuen, ich war im Gefängnis, als der Terror losging, die Flugzeuge bombten mich frei, aber trotzdem, nur die toten Körper der anderen Gefangenen schützten mich vor den SplitterBomben. Mein Überleben war so unwahrscheinlich, daß es kein Zufall gewesen sein kann wenngleich das Konzept Zufall lediglich ein filosofisches WerkZeug ist, wie Gott oder das Absurde oder der Übermensch, Existenz, Tod, das Maskuline, das Feminine oder Moral, nicht ungewöhnlich für mich, denn mein Weg ist gezeichnet von Unregelmäßigkeiten, gleich jenen, die ein Gedicht zum Schwingen bringen, wie die Haken in Bedeutung und SatzBau, die das Gewalttätige und das Schöne fesseln. Sofort ändert sich die Atmosfäre, andere Bilder drängen sich in einer Helligkeit, die irgendwo zwischen ihnen entspringt. Die schmerzhafte Einsamkeit seiner SchuldGefühle ist gewichen. Er schließt wieder die Finger, um das gewohnte Entsetzen zu greifen und greift ins Nichts, seine Erinnerung durch unsere Teilnahme storniert. Er blickt auf, seine Augen sagen, nimm Wut und zwing sie durch Schlaufen der Gewalt, mit dem Kopf auf dem Boden wölben und Überlebende, die verzweifelt versuchen sich einen Weg in jene Realität zu träumen, die tief in ihrem Inneren überlebt hat. Ich will mir diese sinnliche Stadt nicht ansehen, nicht über die gewalttätigen Straßen gehen, nicht in die Ruinen, wo rechtshändige Geister vor stufenlosen Treppen hocken oder einen ObstHain mit knorrigen Kharba betrachten. Blut tropft von den gebündelten Strahlen der HimmelsKörper wirkt klärend und beruhigt schneller als eine große Frau mit breiten Hüften, die man ihm eingibt. Ich denke gerade, daß diese Systeme und diese Macht aus den verkohlten Knochen der Erde gebaut und mit ihrem abgezogenem Fleisch zementiert worden sind, als eine große Frau, dunkles Haar, dunkle Augen und ein Blick in diesen Augen, der zugleich zurückhaltend und auf eine unbestimmte Art verführerisch ist, sich in meine Optik schiebt. Sie trägt ein schwarzes Kleid und ihre Lippen sind sehr rot, nach oben gewölbt, diese Lippen, nicht minder verlockend als der Blick, und eigentlich kann ich diesen Kram nicht ausstehen. Ein Dröhnen dringt laut von außen an die Ohren und die Verkettung der Spuren bewirkte den Sprung und während alle gleichzeitig für einen nicht meßbaren Teil von Zeit den Boden unter den Füßen verloren, verschwand dieser für immer und wir wenigen, die wieder landeten befinden uns in einem unbekannten Jetzt, in dem wir erkennen, daß wir den grinsenden Kiefern von TotenSchädeln gleichen. Wir schlagen auf sie ein und suchen Unterschlupf in der Aufmerksamkeit des anderen. Die Wunden heilen, das ausströmende Blut ist vertrocknet. Ruhe kehrt ein in das Geschehen, ein Geruch von taubenetzten Rosen durchweht den Raum. Es zeigt sich, daß die Menschen einerseits als getrennte Individuen weiterexistieren und gleichzeitig als Kollektiv, mittels einer telepathischen Schicht untereinander verbunden ein Ding, eine Menschheit, bilden. Wie blaue WasserTropfen plätschern die Bilder in mein Gehirn und fesseln das Schöne. Aber dies sind keine Dinge, es sind Schärfer für die Klinge der Wahrnehmung, mit der wir die Realität schlagen. Der Tisch auf der Terasse ist gedeckt, wir setzen uns. Ich verschlinge ein halbes Omelett mit geschmolzenen Cheddarkäse und Tomaten, die andere Hälfte liegt auf Corazon's Teller sie zerhackt es mit einem Blick. Ich tu immer Muskatnuß in's Omelett, sagt Corazon, lauter lange Ketten von Wörtern und Sätzen, so was ist mir zu hell, die Sonne steht direkt vor mir, der Himmel ist weiß. Was ist das, die Sensoren melden eine Explosion, sagt Lack mit einem Leuchten, ich zupfe meine Haare zurecht. Drei blaue Lampen blinken hinter ihr auf und eine BilderFlut bricht über uns herein; Bilder von zerstörten, in StromKreisen gefangenen Seelen, Bilder von Perfektion, Tod und Übergang, Straßen mit steinernen Rändern wo Kinder weinen und sich verändern zu versteinerten Bäumen. Eine Ebene übersät mit den Toten von gestern und den zermalmten Stämmen versteinerter Bäume. HitzeLichter über einer verlassenen Stadt, vernetzte Türme in einem krebsartigem Traum, die Straßen dünsten noch Gewalt aus von einem vergangenem Krieg. Metallischer Wind reibt über GebäudeFragmente, Leichen, die sich mit dem Bauch nach oben auf dem Boden wölben. Mein Gesicht vor Augen, falle ich mir nicht ein, mein Gesicht ein Ideogramm des Nichtbegreifens, als dessen Wurzeln ich die Unkenntnis der alles bestimmenden Vergangenheit des Erblickten erkenne, und die Begierde, die in ihrer Gesamtheit dahinschlängelt, wie Lack oder Corazon es vermutlich nie gesehen haben, eine gestreckte Spirale von Funktionalität oder informativer Streuung. Der Prozeß jedoch kann rückgängig gemacht werden. Gleichzeitig sagt eine andere Stimme in meinem Kopf dumm, dumm, dumm, Dummheit ist ein Prozeß oder eine Strategie, die ein menschliches Wesen als Antwort auf soziale Verunglimpfung erfährt. Ein RegenBogen von Farben überzieht meine Augen, Schaum aus Musik. Ich werde wach und sobald ich die Augen öffne hat das Zimmer die Farbe meines Blutes. Ich rolle mich auf den Rücken und spiele mit meinen SchamLippen, errege mich bis an den Rand des Orgasmus, ohne hineinzufallen, Schaum aus Musik sickert durch die Ohren und während ich mich auf diesen herrlichen Pfaden winde, wächst etwas Steifes in mich hinein, mein Mund legt sich um eine Zunge. Ich bin ein Gefäß, Saft flutet die Höhlungen unter meiner Haut. Eine Stimme sagt, du gehörst mir, und die Begierde, die in seiner Stimme liegt, ist drängend genug, ein Schwanz zu sein. Losgelassen; mit tausend seidigen Fingern und Lippen liebkose ich seinen Körper, lasse ihn stöhnen mit scharfen Zähnen und spitzen Nägeln, sein Schwanz ragt wie ein polierter KorallenAst empor, rote Schatten. Ich ficke alle Fiktionen tot. Meinem SpiegelBild gegenüber, winde ich mich inmitten sovieler WechselWirkungen, einem Netz aus Umständen und Emotionen und Geschehnissen gefangen, daß überhaupt nichts mehr einfach ist und alles von der jeweiligen Interpretation abhängt. Eine einzelne SichtWeise ist da reine ZeitVerschwendung, selbst die logischte bliebe lediglich ein Versuch das Geheimnis in einen Durchgang mit viel blinkendem Chrom und funkelnden Spiegeln, Flaschen und SpielAutomaten. Die Spiegel täuschen einen weit tieferen Raum vor, indem etwa zwanzig Jungs herumhängen wie eine Horde DinosaurierBabies. Ihre gelackten HaarKämme hüpfen und wackeln. Die meisten sind groß, schlank, muskulös und etwas hektisch, junge, noch unverbrauchte Athleten, mit grabesblassen Gesichtern und schwarzen Haaren. Sie posieren und gebärden sich als wären sie ein zusammengesetztes Wesen, ein amorfes Etwas mit einer puzzleartigen Oberfläche aus schwarzem Leder und rostfreien Nieten, aber sicher bin ich mir nicht. Anderenorts, zu einer anderen Zeit fällt Slackers Blick auf einen völlig haarlosen jungen Japaner; er sieht ihn mit einem leicht höhnischen Grinsen an, macht eine knappe KopfBewegung und geht mit einem Knie zu Boden, zieht den anderen, der der Aufforderung sofort Folge leistet, über seine Schulter herunter, steht auf und schleudert ihn auf das nächste Bett; er landet auf dem Rücken und federt wieder hoch Slacker springt auf, packt ihn an den FußGelenken und wirft ihm die Beine über den Kopf. Er fletscht die Zähne, sein Körper spannt sich, langsam und stetig, wie eine geölte Maschine. Pfeifend dringt der Atem durch seine zusammengepreßten Zähne während er dem Japaner seinen Schwanz bis zum Anschlag in den Arsch schiebt. Er kreischt wie ein Vogel. Slacker reibt sich an seiner Wange das ZähneFletschen verliert sich, sein Gesicht wird unschuldig und jungenhaft, während sein Saft in den zuckenden Körper schießt. Das Bild verschwimmt, ich sehe Corazon und mich im Spiegel, Corazon, kein Problem., mein Gesicht ein Ideogramm des Nichtbegreifens, Antworten werden nicht erteilt. Sie hängt sich ein HandTuch über die Schulter und geht mit dem Spiegel hinüber, neugierig, mein Gesicht ein Ideogramm des Nichtbegreifens, als dessen Wurzeln ich die Augen öffne das Zimmer hat die Farbe meines Blutes. Ich rolle mich auf den Teller und nehme die TeeSchale, heiß. Keine Ahnung, sagt Lack, vermutlich eine Selbstauslösung. Die Explosion fand ziemlich hoch oben statt, verursacht praktisch keine Schäden aber der elektromagnetische Impuls wird alle KommunikationsDevices für ein paar Stunden lahmlegen. Ich tu immer Muskatnuß in's Omelett, sagt Corazon, lauter lange Ketten von Wörtern und Sätzen, so was ist mir zu hell, die Sonne steht direkt vor mir, der Himmel ist weiß. Was ist das, die Sensoren melden eine Explosion, sagt Lack mit einem Blick auf ihre ArmBandUhr. Die Stärke deutet auf die Hängematte. Er drückt dem Jungen seinen Schwanz ins enge Loch und schaukelt die Hängematte sachte hin und her. Der Junge stößt einen merkwürdig schrillen langgezogenen Schrei aus, qualvoll und ekstatisch zugleich. Ich werde wach und bewußt, mit einer heißen Flüssigkeit aus Erinnerungen, Träumen und Wünschen. Dimensionen krachen in mich hinein, einige sind fürchterlich, unglaublich dunkel. Geräusche in mir, wie ein sich nahender Sturm, schweres Heulen und Sausen. Eine Hand zwischen meinen Beinen hebt mich hoch, Finger bohren in mir herum, zerreissen die Haut zwischen Darm und Scheide und ich falle durch das riesige Loch in meinem Unterleib aus mir heraus, den Geschmack von Blut und Scheiße im Mund, als mein Kopf aus dem Geburtskanal auftaucht. Mein Mund legt sich um Corazons Raum auf dessen Grund ich nun sitzte. Mengen...große Zahlen..., ich zucke die Achseln. Das sind eigentlich nur Dinge, die in den Zwischenräumen von dumm..., dumm... , dumm.., gemurmelt, ich weiß..., ich weiß..., ich weiß..., Wissen, ein weiterer Prozeß, letztendlich, eine gestreckte Spirale von Funktionalität oder informativer Streuung. Der Prozeß jedoch kann rückgängig gemacht werden. Gleichzeitig hat eine andere Stimme in den Unterleib, den Nabel, die Taille, in meine errigierten BrustWarzen, meine Schultern, den Hals. Mein Gesicht vor Augen, falle ich mir nicht. Wir gehen durchs Halbdunkel, angereichert mit Schemen und Schatten, die flackernd einen nichtlinearen Schwall von Informationen und SinnesEindrücken bewirken, in surrealen, sprunghaften Schnitten, vergleichbar mit einer heißen Flüssigkeit aus Erinnerungen, Träumen und Wünschen gefüllt. Dimensionen krachen in mich hinein, ich zucke die Achseln, sobald ich die Unkenntnis der alles bestimmenden Vergangenheit des Erblickten erkenne, und die gegenwärtige Unmöglichkeit, weitere Informationen zu erhalten. Mein Gesicht rötet sich, ihre gelackten HaarKämme hüpfen und wackeln. Wir gehen auf eine AufzugReihe zu, Lack drückt einen Knopf, ein dumpfer Schlag, ein metallisches Rasseln. Der Aufzug befindet sich im Kern des Komplexes, er teilt seinen Schacht mit den Wasser- und AbflußRohren, dicken StromKabeln und isolierten Röhren. Alles ist offen und sichtbar installiert, als hätten die Erbauer der Anlage Wert darauf gelegt, genau zu sehen, was, wie abläuft. Und alle Oberflächen sind überzogen mit einem einzigen Graffiti, der so dick wie vielschichtig ist. Der Mensch versäumt es wirklich zu keiner Zeit dem Häßlichen das noch Häßlichere, das Monströse, gegenüberzustellen. Er unterscheidet nicht das Wahre vom Falschen, sondern sucht etwas das falscher ist als das Reale. Ich frage, die Wirklichkeit ja, die Gegenwart verschwindet nicht angesichts des Vollen, die sichtbaren Dinge enden nicht im Dunkel oder im Schweigen, sondern sie verflüchtigen sich in Bewegung. Die PlastikAnzeige neben der Tür bleibt dunkel. Eine Kabine hält ächzend, die Tür auf uns zu, von Kopf bis Fuß in Scharlach gehüllt. Sie schüttelt sich, ich habe Frühstück für euch gemacht, ihr müßt ja völlig ausgehungert sein. Ich nicke. Wer zündet jetzt noch Bomben? Lack deutet auf ein zerfallenes Gebäude vor uns. Das Bauwerk muß ursprünglich ein Hochhaus gewesen sein, von dem nur noch vier bis fünf StockWerke übriggeblieben sind. Eine SeitenMauer fehlt völlig, gewährt dadurch Einblick in verwüstete Räume und abgetrennte Korridore; das Ganze vermittelt den Eindruck eines beschädigten BienenStocks aus Granit. Wildes MetallSchienenGewirr, TrägerSkelette und MauerFragmente umringen das Haus wie einen SchutzWall. Ich lege Messer und Gabel auf den Teller und nehme die TeeSchale, heiß. Keine Ahnung, sagt Lack, vermutlich eine Selbstauslösung. Die Explosion fand ziemlich hoch oben statt, verursacht praktisch keine Schäden aber der elektromagnetische Impuls fehlt. Der Ort der Zerstörung liegt 120 Kilometer vor der Stadt. Duft von grünem Tee läßt jugendlichen Erinnerungen fallen, die seit Jahren unberührt geblieben waren. Ich blicke auf elf steinerne Reihen, die sich aus dem GeburtsKanal heben. Wieder meinem SpiegelBild gegenüber, wende ich mich inmitten sovieler WechselWirkungen, einem Netz aus Umständen und Emotionen und Geschehnissen zu. Trax kreischt wie ein polierter KorallenAst, rote Schatten. Ich ficke alle Fiktionen tot und küsse die Zukunft. Das Bett, auf dem Rücken federt. Slacker springt auf, packt ihn an den FußGelenken und wirft ihm die Beine nach hinten über den Kopf. Er fletscht die Zähne, sein Körper spannt sich, langsam und stetig wie eine Horde DinosaurierBabies. Ihre gelackten HaarKämme hüpfen und wackeln. Die meisten sind groß, schlank, muskulös und etwas hektisch, junge, noch unverbrauchte Athleten, mit grabesblassen Gesichtern und schwarzen Haaren. Sie posieren und gebärden sich zärtlich. Pfeifend dringt der Atem durch seine zusammengepreßten Zähne. Trax kreischt wie ein Vogel. Slacker reibt sich an seiner Wange das ZähneFletschen verliert sich, sein Gesicht wird unschuldig und jungenhaft, während sein Saft in Trax's zuckenden Körper schießt. Das Bild verschwimmt, ich sehe Corazon, sie nimmt einen Stein vom Boden ihres Traumes auf, einen rundgeschliffenen, und leckt ihn ab, findet einen anderen und probiert auch den. Wie rollt der Rest des Universums denn so vor sich hin, pickt Wörter auf, die auch mich umschwirren. Oh ganz gut, glaube ich - aber vor ein paar Tagen war ich auf einer Welt, und diese Welt führte mich zu einer weitern, die jetzt nicht mehr existiert, die hatten so ihre Probleme, wenn man sich im Universum umschaut, überrascht es immer wieder, daß es noch so viele Menschen gibt. Milliarden, sagt Corazon und hebt einen dritten Stein hoch. Auf wievielen Welten? Tausende oder noch mehr. Ich umschwebe sie, mein Rosa taucht in ihr Orange. Die Wahrheit ist, Corazon, daß ich nicht einmal eine richtige Vorstellung davon habe, ob es einen Unterschied zwischen einer Milliarde und einer Million gibt, oder tausend, zumindest in handfesten Zahlen, kein Mensch hat die. Corazon dreht sich genüßlich in lavendelfarbenen Wolken. Ja, die Gegenwart verschwindet nicht angesichts der Leere, das Leere nicht angesichts des Vollen, die sichtbaren Dinge enden nicht im Dunkel oder im Schweigen, sondern sie verflüchtigen sich in dem, was sichtbarer ist als das Sichtbare, in der Obszönität. Die sichtbaren Dinge enden nicht im Dunkel oder im Schweigen, sondern sie verflüchtigen sich in Bewegung. Die PlastikAnzeige neben der Tür bleibt dunkel. Eine Kabine hält ächzend, Lack eilt auf uns zu, von Kopf bis Fuß in Scharlach gehüllt. Sie schüttelt sich und der Scharlach fällt von ihrer schwarzen Kappe, den silbergeschminkten Augen, Hals und Schultern. Scharlach schält sich von ihren Brüsten, Armen, Flanken, von ihrem Bauch, umschebt ihre Hüfte wie eine blutige Orchidee. Ich nicke, Corazon wendet sich uns zu, starre fasziniert auf die rote Blume, die sich wieder zu schließen beginnt. Ich mache mich noch schnell fertig, lasse den Bademantel fallen, steige in jugendliche Erinnerungen, die seit Jahren unberührt geblieben waren. Das letzte Mal war es mit einem Nachgeschmack von Minze, stehe auf und zupfe meine Haare zurecht. Mein Gesicht vor Augen, falle ich mir ein, schaue mich an, hin und her rutscht mein Blick über meine Haut und Haare, wie immer, schaue aus mir heraus und sehe nicht in mich hinein, trete aus mir hinaus, rückwärts, über meine Schulter und da stehe ich dann und beobachte mich von hinten, mitsamt meinem SpiegelBild, ohne mich zu sehen, bis mein Ich im Spiegel in einem strahlenden Licht verschwindet. Der Tod ist überall um mich herum und das ist immer schlimm, selbst wenn ich weiß, daß seine Finalität nur ein TrugSchluß ist. Ich creme mich ein, wasche meine Haare. Es gibt keine HandTücher, aber einen KörperFön, der mit dezentem, lauwarmen Wind und feinherbem SandelholzDuft den Körper trockenschmeichelt. Lautlos öffnet sich eine der vielen Flaschen, läßt gelbglitzernde Flüssigkeit durchscheinen. Corazon reibt und kratzt sich das Gesicht, geht zum Waschbecken, das Wasser ist warm aus einer Düse, sie schüttelt sich die nassen Haare aus dem Gesicht, Corazon, kein Problem. Der Tod ist überall um mich herum, von SternenStaub und kosmischen Intelligenzen eingeschlossen. In den TraumPerioden schaue ich mich an, hin und her rutscht mein Blick über meine Schulter und geht triefend zu dem WandSchrank hinüber, wählt etwas Graues, wie eine Hose samt Oberteil und eine übergroße schwarze LederJacke aus alter PferdeHaut mit strichcodierten AlliedAbzeichen am Revers. Weißt du, was ich gehört habe, Corazon, eine Welt ist im Spiel der universellen Maschinerie vernichtet worden. Eigentlich hatte ich ja nicht davon reden wollen, vielleicht, weil mir völlig schleierhaft ist, woher ich diese Information beziehe. Eine gesamte menschliche Bevölkerung ist ausgelöscht. Ja, ja, die Menschen stellen mit ihren Welten von Zeit zu Zeit solche Dinge an, nicht wahr überlegt Lack. Gibt es Überlebende? Es muß welche geben, antworte ich, einen, oder hundert, oder tausend. Wieviele überleben hier? Lack greift sich eine der vielen Flaschen, setzt sie an, läßt die gelbglitzernde Flüssigkeit durch die LamellenStäbe hinaus und zuckt zusammen unter der heißen klaren Sonne. Erinnerungen durchpulsen das gemeinsame Netz, persönlichen BlickWinkeln entsprechend, und bilden eine FacettenWelt, die nie gewesen. Oder fehlt mir nur ein sensibles, unverfälschtes Gefühl für ästhetische Kontraste, oder aber, es trifft zu, daß Frauen einfach komplexer sind, als man im SternenLicht erkennen kann. Wo seid ihr, meine Süßen höre ich Lack von draußen rufen. Sie trägt einen alten, abgetragenen Bademantel, ihre Haare sind zerzaust. Sie wendet sich dem Fenster mit den geschlossenen Läden zu, es hat keine Scheiben, ist nur mit einem SensorPunkt versehen. Lautlos öffnet sich eine der vielen Flaschen mit dem Geschmack kühler Trägheit. Ich liebe euch, vermittelt Slacker. Wir lieben dich auch, denke ich. Diese Liebe meint keinen Sex, keine Wollust, keine Reduktion auf das BewußtseinsKontinuum. Slacker bündelt all die verschiedenen Bewegungen auf das Ziel eine LebensForm zu erstellen, wie die Pyramide die Lichter der Nacht bündelt zu einem blauen Strahl, der in seinen Scheitel eindringt und seine Gestalt mit einem Leuchten umgibt, einem Blau, das die aus den Dschungeln des Schreckens erwachenden Menschen mit dem Rhythmus des Kosmos synchronisiert, analog dem, was vor dem Zusammenbruch versucht wurde, dessen Potential jedoch nur ein StaubFlitter in einem schräg einfallenden SonnenStrahl war, verglichen mit den Möglichkeiten, die sich den Menschen jetzt eröffnen. Wasser rauscht hinter einem merkwürdigen, mit Brettern verschlagenen und zugemauerten Fenster, das nur oben, wie zufällig, ein Stück weit offen ist und darüber, das zarte WellenSpiel des Lichtes an der Decke, dieses sich bewegende Glitzern. Slacker sitzt mit geschlossenen Augen in der Mitte der Schaltzentrale auf dem Boden, in sich versenkt, alle anderen schlafen verteilt über die Stadt; neben ihm hat sich der graue Kater zusammengerollt, schläft mit der Nase unter seinem Schwanz, bündelt all die verschiedenen Bewegungen auf das Ziel eine LebensForm zu erstellen, wie die Natur selbst. Nacht für Nacht werden die inneren, tief empfundenen psychischen Erfahrungen der Träumer verknüpft und verwebt mit dem raumzeitlichen Geschehnissen der Außenwelt und aus dieser Kombination strukturiert sich der Ablauf der Vorgänge nach eigenen Gesetzmäßigkeiten. InformationsSysteme schaffen Kontakt zur Haut. Aus einer dunklen, trüben Existenz herausgeschleudert, hängen die TraumKörper der Schläfer ganz wach und bewußt, das vergangene Geschehen immer wieder durchlebend. Erinnerungen durchpulsen das gemeinsame Netz, persönlichen BlickWinkeln entsprechend und bilden eine FacettenWelt, die nie gewesen. Wir treten durch die Tür, ein schlanker, honigfarbener Hund läuft an uns vorbei, den schmalen Kopf unter einer schwarzen Haube verborgen er hinterläßt einen frischen Haufen dampfender HundeScheiße. Verdammt, Lack befördert die Scheiße mit einem leicht höhnischen Grinsen nach draußen, macht eine knappe KopfBewegung und geht triefend zu dem WandSchrank hinüber. Lack greift sich eine der vielen Flaschen, setzt sie an, läßt die gelbglitzernde Flüssigkeit durch die Ohren. Zu meiner Linken ist eine RiesenEchse aus FlickwerkKeramik mitten auf einer groben SteinRutsche erstarrt. Ihr SpringbrunnenMaul berieselt ein Beet schlapper Blumen, unter uns das Panorama der Stadt mit eigentümlichen KirchenTürmchen. Etwas schwindelig halte ich mich inmitten sovieler WechselWirkungen, einem Netz aus Umständen und Emotionen und Geschehnissen gefangen, daß überhaupt nichts mehr einfach ist, wir steigen ein und fahren nach unten. Der Aufzug befindet sich im Universum, was realer ist als das Reale. Ich frage die Wirklichkeit, ja die sichtbaren Dinge enden nicht im Dunkel oder im Schweigen, sondern sie verflüchtigen sich in dem, was sichtbarer ist als das Reale. Ich frage die Wirklichkeit ja, die Gegenwart verschwindet nicht angesichts des Vollen, sondern sie verflüchtigt sich in Bewegung. Ich habe die Orientierung verloren, in einem vielköpfigem Ungetüm, das sich zurückrollt, um sich selbst zu verschlingen und neue Köpfe hervorzubringen, die wieder nach Action gieren. Die PlastikAnzeige neben der Tür bleibt dunkel. Eine Kabine hält ächzend, die Tür auf uns zu, von Kopf bis Fuß in Scharlach gehüllt. Sie schüttelt sich. Die AufzufTür gleitet auf, entläßt uns in eine riesige Tiefgarage, die das typishe GeruchsSpektrum aus stickiger UBahnAbluft, uraltem Ruß und den karzinogenen Ausdünstungen frischer KunstStoffe enthält, zu dem sich der KohlenOxydGestank von fossilen Brenn- und BetriebsStoffen gesellt. Das ist Gott, ein perverser Gott, der die Welt durch Herausforderung schafft und sie zwingt, sich selbst zu zerstören. Die große Halle hallt, wispert in unbeleuchteten Ecken. Wir folgen der neuen Straße, die Hügel rücken hinter uns wieder zusammen. Eine große Katze, ein Puma oder ein Jaguar WächterRoboter, sagt Lack, läuft an unserem Fahrzeug vorbei. Daneben zwei rostige HondaLimosinen, dann ein ockergelber Chevrolet, eine schwarze SuzukiRennmaschine auf einem Anhänger und schließlich ein fleckig graues Hoovercraft, ein kompaktes, keilförmiges PanzerStahlGefährt, das nach DieselKraftStoff riecht. Die netzverstärkte LuftKissenUmmantelung liegt schlaff auf dem Spiel. Wir gehen durchs Halbdunkel, angereichert mit Schemen und Schatten, die flackernd einen nichtlinearen Schwall von Informationen und SinnesEindrücken bewirken, in subrealen sprunghaften Schnitten, vergleichbar mit einer AchterBahnFahrt kreuz und Quer durchs Dasein. Hüte dich vor Gift, Kind, ringsum die fleckige Düsternis eines ArbeitsZimmers, Dunkelheit mit spitzen Ecken. Wie eine Hand in den Korridoren, den Galerien, den TraumGesichtern, den halbvergessenen GesprächsFetzen, stöbert Slacker etwas auf und ich sehe es im Rückspiegel. Lack holt eine Packung Zigaretten aus dem HandSchuhFach heraus und bietet sie uns an. Ich nehme eine, zünde sie an und ziehe den harschen, süßen NelkenRauch tief in die Lunge und lasse ihn dann langsam durch die Luft. Ich spirale nach unten, die Schuppen auf meinem Rücken zittern. Ich stehe auf und sehe im Rückspiegel, noch mehr Piranhas aus dem Sand wachsen und dem nordpolarem Frost ähnlich sehen. Ich sehe es in seiner Gesamtheit dahinschlängeln, wie Lack oder Corazon es vermutlich nie gesehen haben, eine gestreckte Spirale aus DNSMolekülen, billiges, sprödes Ektoplasma, das sich für unzählige Träumer ausbreitet. Diese Daten sind nicht für den menschlichen Gebrauch gedacht, es sind maschinelle Träume, die einen besonderen Schwindel erzeugen. Es schweift ab. Corazon wähnt sich wieder eine Linie zu überschreiten, eine unterschwellige GlaubensGrenze, nur um festzustellen, daß ihre Zeit mit dem Loa ein Traum gewesen war oder höchstens ansteckende Knoten kultureller Resonanz, die ihr vielleicht interessant findet. Ich habs im ganzen Kopf, sagt Corazon, lauter lange Ketten von Wörtern und Sätzen, alles ist voll mit Zeichen, Mustern, Zusammenhängen und Zyklen, Kunst ist mein ganzes Leben, sagt sie und wir folgen Lack durch die Luft. Ich spirale nach unten, die Schuppen auf meinem Rücken zittern. Ich steige auf, losgerissen, meine Brust erschauert, getrieben von einer Sehnsucht nach verschiedenen Aromen, die echte Schmerzen bereitet. In meinem Schädel klopft es, ich öffne die Augen, starre auf die Ruinen einer FlüssiggasFörderstation. Wie MeeresGrund fängt der Boden an zu rutschen, ich trudle in einem Universum aus SchieferPlatten, das sich durch wanderndes Packeis und horizontale Verschiebungen auszeichnet. Und irgendwo in der Finsternis eines jungen Tages, in der Stunde vor SonnenAufgang, in den Korridoren, den Galerien, den TraumGesichtern, den halbvergessenen GesprächsFetzen, stöbert Slacker etwas auf und hievt es durch die Wände des Schlafes herauf, während ich Drachen fliegen sehe, selber fliege. Der Boden fängt an zu bluten. Gift, die Veves deines Vaters sind verfälscht, teilweise gelöscht, entfernt. Obwohl du jetzt aufgehört hast, dich ständig selbst zu vergiften, können die Reiter nicht zu dir gelangen; du bist von einer anderen Ordnung. Und ich frage mich, ob es soetwas wie die wahre Liebe noch gibt in dieser Welt, die einzige Form von Gewalt, die absolut richtig ist, und begreife, dass ich nur mich selbst habe; draussen ist es immer noch dunkel, schwarz und häßlich, diese Welt stinkt. Ich bin müde, aber einsam und unruhig, lege mich in eines der unzähligen Betten, wieder und wieder masturbierend, denke ich an die Träume einer anderen, an ineinander verschlungene Korridore, die gedeckten Farben uralter Teppiche, an eine alte Frau, einen juwelenbesetzten Kopf, ein angespanntes, blasses Gesicht mit SpiegelAugen und an einen Strand, einen windigen, dunklen mit Glimmer bedeckt. Ich gehe über silberdurchsetzte SchlickBänder, ich folge schmalen Pfaden zwischen scharfkantigen FelsBrocken, die in zwei Hälften zerborsten und deren kohlschwarze Oberflächen von gelben Schiefer durchzogen sind. Ich setze mich an eine Stelle, wo weisse Blüten in NadelSpitzenGrösse, die ich aus einer Entfernung von wenigen Zentimetern betrachten muss, um die einzelnen BlütenBlätter zu erkennen, aus dem Sand wachsen und dem nordpolarem Frost ähnlich sehen. Sehnsucht, in meinem Schädel klopft es, ich öffne die Augen, starre auf ein Oberlicht, das horizontal aus rotem Papier an Seilen und Rollen gespannt ist, durch das Licht dringt, pink, es wird hell. Das einfallende Licht erfüllt den Raum, sammelt sich, setzt sich an Kanten ab, bildet Flächen aus Licht und Schatten. Siehste, das isses, was ich wirklich begehre, wenn ihr mir diesen sich ausbreitenden Schrecken erklären würdet, diesen Krieg ohne Fronten, diese katastrofale Zerstörung der LebensQualität, die allen Frauen Schmerz und Verzweiflung bringt. Ich gehe zu dem Schreibtisch vor dem Fenster, schiebe ein paar Sachen beiseite, die zusammenklicken oder einfach herabfallen und setze mich, äußere mich. Angst essen Seele auf, Angst ist eine spektakuläre Form von Amnesie, alles ist zu entdecken, alles auszulöschen, denke ich und sehe im Rückspiegel, noch mehr Piranhas aus dem Sand wachsen, wie eine zerlumpte TotenArmee. Sie schwenken Rohre und zerbrochene Flaschen und starren uns mit wilden Augen hinterher. Und irgendwo sind sie gezwungen zu erkennen. Fahren ist eine spektakuläre Form von Amnesie, alles ist zu entdecken, alles auszulöschen. Vor uns eine riesige, durchsichtige PlastikBlase, sauber und hellerleuchtet, sie glüht gleich einem TraumObjekt, blockiert die Straße. Ich spirale nach unten, MorgenSonne glitzert, BrustBündel heben sich, kleine Flügel biegen sich durch, hohle Knochen vibrieren, meine Augen schmerzen in dünner Luft. Ein stinkiger Geruch schwebt von den Gärten her, stinkt tot. Dahinter erstrecken sich entlang der Hügel permische Formationen, sowie landwirtschaftliche Flächen, kaputte TierGehege, WasserBecken und Ställe. Kunst ist mein ganzes Leben, sagt Corazon und ich folge ihr, ihrer Stimme lauschend, sie ausfilternd aus den AugenWinkeln zu beobachten und mir die Kombination einzuprägen. Dann beginnen sich Teile der HügelLandschaft, exakte Rechtecke aus Steinen und Gras, zu bewegen. Nachdem etwa ein Dutzend dieser Teile verschwunden sind, erscheint ein geteerter Fahrweg, der von der Hauptstraße abbiegt. Wir folgen der neuen Straße, die Hügel rücken hinter uns wieder zusammen. Eine große Katze, ein Puma oder ein Jaguar, WächterRoboter, sagt Lack, läuft an unserem Fahrzeug vorbei, während wir an einem dichten Gebüsch aus Madrones und schäbiger Manzanita vorbeifahren. Die SicherheitVorkehrungen hier sind ziemlich dicht, der ganze Hügel ist verdrahtet, BewegungsDedektoren, Infrarot und RestlichtVerstärker. Auf der anderen Seite des Hügels sind sofortwirkende NeurotoxinMikrokapseln in feinsensorischen SchußAnlagen installiert. Wir haben ein magnetisches Scanning für jedes Fahrzeug, das hier durchkommt. Wenn das System nicht den richtigen Code liest, löst es alle möglichen AlarmVorrichtungen aus. Erwartet ihr eine Armee fragt Corazon. Ich erwarte gar nichts, sagt Lack, sonst werden eure Hintern grün und blau, geht eh in'n Arsch, wenn die StromVersorgung mal ausfällt. Sie schwingt sich neben Corazon auf den Boden der sich anhäuft zu mentalen MüllHalden. Wieder Corazon. Der materielle Kollaps geschieht, nachdem jahrelang der Apokalypse gehuldigt wurde, sie setzt sich schnell auf, zieht die Kniee an bis unters Kinn, will nicht angefaßt werden. Siehste, das isses, was ich meinte, sagt Lack, sonst werden eure Hintern grün und blau. Sie schwingt sich neben Corazon auf die Ruinen einer FlüssiggasFörderstation, hätte eigentlich als Laboratorium für das berüchtigte GenProgramm des Geheimdienstes dienen sollen, aber die Bauten blieben unbenutzt als die Pläne der Regierung gleichzeitig den politischen Dampf und die übriggebliebenen SpeicherHallen zu GefängnisBlocks ausbauten. Ich erinnere mich an TraumBilder eine PlastikTüte mit Anziehsachen drin und einer DrahtSchlaufe darumherum, damit keine Viecher reinkommen, eine Alte an einem SpanPlattenTisch, die mit einem SchlachterMesser, von dem nur noch ein daumenlanger Stummel Klinge übrig ist, Kartoffeln schält, eine KrillBude in ShrimpForm oder so die riesengroß daliegt mit einem Funkturm obendrauf an dem die Röhren der KlimaAnlage entlanglaufen. Der Regen macht die Wände des Gebäudes glänzen und den Beton nach Gerüchen stinken wie rostende Maschinen, tote Fische, verschmortes Plastik, KatzenPisse, Ammoniak, Komponenten, die mich an den traurigen Zustand der Welt erinnern, wie sie war. Paranoia, SelbstBezogenheit, mit allen Symptomen des InformationsAngebotes befallen, einer Überfüllüng und Überfettung der GedächtnisSysteme und InformationsSpeicher, die nicht mehr handhabbar waren. Corazon schnüffelt angewidert, dieser Ort ist ganz schön verstunken, ich rieche den starken Geruch der verottenden Vegetation.Wir fahren durch ein altes VorstadtViertel, StachelDrahtZäune entlang, dahinter aufgerissene RaketenKöpfe. Auf der anderen StrassenSeite alte Häuser, auf deren Wänden mit einer Textur wie KerzenWachs, Logos und Symbole eingebrannt sind, gleich grimmigen Orakeln. Eine Gestalt torkelt aus einem der düsteren HausEingänge auf die Strasse, in mehreren Schichten übereinander angezogener Mäntel gehüllt, in zerschlissene LaborKittel und RaumAnzüge. Dahinter ein fetter Mann in einem zerissenen PilotenAnzug und jede Mege anderer Lumpen gehüllt, dick wie ein Bär, er fletscht gelbe Zähne, die messerspitz zugefeilt sind, wie eine StahlFalle, Piranhas, sagt Lack und fährt quietschend, schlitternd um die beiden herum. Am StraßenRand zieht sich eine Reihe ausgebrannter Autos hin, dahinter mit grellbuntem Gewebe bedeckte Hügel und ChromPalmen aus JetDüsen und PipelineRöhren zusammengebaut. Wir fahren durch ein altes VorstadtViertel, durch Tunnel aus zerbröselnden Beton, mit pilzbedeckten Wänden, einen Hügel hinauf, die Straße wird enger. Wir fahren um einen unecht wirkenden BambusHain herum auf ein ausgedehntes Gebäude zu. Durch eine HologrammKuppel leuchten Sterne. Zuerst sieht es so aus, als wäre das Hauptgebäude von kleineren Bungalows umgeben. Beim Näherkommen erkenne ich, daß es sich um eine massive Zusammenballung von Gebäuden handelt, die sich wie eiin geometrisches Melanom über den Hügel erhebt. Oben angelangt bleiben wir zwischen steinigen Hügeln stehen. Lack tippt einen Code in eine Tastatur auf dem Boden. Lack öffnet uns die FahrerTür, wir rutschen hinein in einen unwiderstehlichem Sog aus meiner KörperMitte heraus, der einem orangen LichtStrahl gleich sich mit der EingangsTür eines seltsamen Gebäudes verhakt, in das düstere Innere eines Hauses. Es gibt dort etliche Kleinigkeiten, zusammengerafft aus allen Kulturen der Welt, ohne Wahl. Wieder Corazon. Der materielle Kollaps geschieht, nachdem jahrelang der Apokalypse gehuldigt wurde, er setzt sich fort durch alle SeelenSchichten, nimmt vielleicht sogar an Kraft zu, um sich dann im Geistigen so richtig auszutoben. So wird's sein, ich springe auf, die Erde nimmt nichts mehr auf, die Erde nimmt nichts mehr auf, die meisten Seelen sind entkörpert, aber durchaus nicht erlöst, sie tanzen im Limbo. Lack beginnt zu singen, They are dancing in Limbo........und wir leben, geläutert. Früher war ich wahnsinnig. Ich weigerte mich eine Frau zu sein, die Tragik der reinen Willkür, denn insgeheim zieht jede eine willkürliche und grausame Ordnung vor, die ihr vielleicht interessant findet. Kunst ist mein ganzes Leben, sagt Corazon und ich folge ihr, ihrer Stimme lauschend, sie ausfilternd aus den AugenWinkeln zu beobachten und mir die Kombination einzuprägen. Dann beginnen sich Teile der HügelLandschaft zu bewegen und es erscheint ein geteerter Fahrweg, der von euren Werken gedemütigt worden ist. Wir sind die Revolte des menschlichen Geistes, der von der Hauptstraße abbiegt. Wir folgen der neuen Straße, die Hügel rücken hinter uns wieder zusammen. Eine große Katze läuft an unserem Fahrzeug vorbei, wir folgen ihr. Wir sind die Revolte des menschlichen Geistes, der von euren Werken gedemütigt worden ist. Wir sind die Revolte des menschlichen Geistes, der von euren Werken gedemütigt worden ist. Wir sind der Funken auf der Suche nach der Lunte des PulverMagazins. Vor uns wo der Himmel eben noch dunkel war, erglüht in einem bleichen, schneeartigem Grau das SchwarzWeissHologramm eines FrauenGesichtes. Das Bild schrumpelt zusammen, bis nur noch ein Auge Übrigbleibt. Das Profil eines Mannes mit einem RasierMesser in der Hand erscheint, er schneidet durch den AugApfel, schneidet ihn in zwei gleiche Teile. Fosfene streifen in Wellen durch den schwarzen Hintergrund. Bleiche PornoFleischBilder. Das nasse Rot eines AutopsieFilmes. Collagierte Werbung, zu schnell, Schuhe, Autos, Cyberaugen, geklonte HausTiere. Alles Abschreckung, Lack fährt weiter, sonst nichts, heute gibt es keine Transzendenz mehr, statt dessen eine immanente Oberfläche für einen reibungslosen Ablauf von was auch immer, eine plane KommunikationsFläche, weisse Schimmel. Eine spürbare Bedrohung liegt im Aufbrechen verschlossener Dinge, die Corazon so oft ausspricht, in der Erschütterung, der sich verschliessenden und sich über ihre Leere zusammenziehenden Dinge. Wir wenden uns nach vorne, auf eine riesige, durchsichtige PlastikBlase zu, sauber und hellerleuchtet; sie glüht gleich einem TraumObjekt, blockiert die Strasse. Durch einen KondensWasserSchleier sehe ich YageRanken, Psylocybe mexicana und andere DrogenPflanzen wachsen da im Überfluß. Wir fahren zwischen langen Reihen verfallener geodätischer Treibhäuser hindurch, die von einem längstvergessenen Experiment urbaner SelbstVersorgung übriggeblieben sind. An tropfenden Drähten hängen StammesFlaggen, Kruzifixe, GebetsFahnen mit MayaSymbolen, jede Menge Mandalas, IdentitätsMarker, die mit einer eigenartigen mittelalterlichen Energie behaftet sind. Lack bremst, lenkt den Hoovercar rückwärts, vorbei an einem beleuchteten Teich voller, fetter Karpfen, biegt in ein BadeZimmer ein, wäscht sich das angetrocknete Blut aus ihrem Gesicht, ich von meinen Händen. Ich bin von einer Sehnsucht nach verschiedenen Aromen, die echte Schmerzen bereitet zerrissen, in meinem Schädel klopft es, ich öffne die Augen, starre auf ein Tor, durch das wir ins TagesLicht fahren, das mich in sich aufnimmt und schützend umhüllt. Die Macht der Ereignisse überfällt mich mal wieder, ohne daß ich es gewollt habe, ohne daß ich nur ihm treu sei, beschiß Männer, weil ich sie ängstigen wollte, ich äußere mich, Angst essen Seele auf, Angst ist eine spektakuläre Form von Amnesie, alles ist zu entdecken, alles auszulöschen, denke ich an den Morgen nach ihrem Tod. Die Zeit artikuliert sich über Nächte, Tage, Abende, aber während ich mich unter ihnen wieder zu regen beginne, zu spielen, zu funktionieren, versuchsweise zu leben, merke ich doch, wie ich an den fehlenden Morgen in meiner Erinnerung denke. Von irgendwoher erfahre ich Zustimmung und schubse mich selbst über den ParanoiRand, getrrieben von einem bedrohlich klingenden TierGebrüll rechts von mir und einem unwiderstehlichem Sog aus meiner KörperMitte heraus. Ich stehe auf und sehe den Drachen hochsteigen, der Druck vorbeifliegender Luft erregt ihn. Eine spürbare Bedrohung liegt im Aufbrechen verschlossener Dinge, die Corazon so oft ausspricht, in der Stunde vor SonnenAufgang. In den letzten drei Jahren hat es Zeiten gegeben, wo sie sich kurz davor wähnte wieder eine Linie zuüberschreiten, eine unterschwellige GlaubensGrenze, nur um festzustellen, daß ihre Zeit mit dem Loa ein Traum gewesen war oder höchstens ansteckende Knoten kultureller Resonanz. Was weißt du über BioChips, frägt Lack. Corazon lacht verkrampft, streicht sich ständig mit den Fingern das Haar zurück. Manchmal ist es sehr aufwühlend, alles vollkommen und schrecklich normal, aber trotzdem stimmt hier überhaupt nichts. Ich spüre die Tücke dieser Intimität, kämpfe gegen ein TransferenzWoge und muß alle WillensKraft aufbieten, um ein Gefül zu zerschlagen, das mich an Liebe erinnert, eine zwanghafte Zuneigung zu einer HorrorVision, zu einfließenden Ängsten die eine bekannte Gestalt annehmen, schrecklich normal, ich schotte mich ab von Corazon, Kunst ist mein ganzes Leben, sagt Corazon und ich vergesse den Tod und das Leben, zusammengekauert, bis mein Vater mich findet, nach Schnaps und Tabak stinkend und mich hinaufträgt in mein Bett. Von jetzt an trage ich das Lächeln meiner toten Mutter im Gesicht. Die Nacht verging, eine weitere folgte, noch eine. Ich kann mich nicht an den Morgen nach ihrem Tod erinnern. Die Zeit artikuliert sich über Nächte, Tage, Abende, aber während ich mich spreche, beziehungsweise total, ein Spruch meiner Meisterin, einer alten ZenNonne mit olivfarbener Haut und sovielen Runzeln, daß sie lieber tot wäre, als ohne Vertrauen. Sie setzt sich schnell auf, zieht die Kniee an bis unters Kinn, will nicht angefaßt werden. Siehste, das isses, was ich wirklich begehre, wenn ihr mir diesen sich ausbreitenden Schrecken erklären würdet, diesen Krieg ohne Fronten, diese katastrofale Zerstörung der LebensQualität, die allen Frauen Schmerz und Verzweiflung bringt. Ich gehe zum Schreibtisch vor dem Fenster, schiebe ein paar Sachen beiseite, die zusammenklicken oder einfach herabfallen und setze mich. TraumBilder, eine PlastikTüte mit Anziehsachen drin und einer DrahtSchlaufe darumherum, damit keine Viecher reinkommen, eine Alte an einem Gebäude, das riesengroß daliegt mit einem Funkturm obendrauf an dem die Röhren einer KlimaAnlage entlanglaufen. Der Regen macht die Wände bedecken ich rieche den starken Geruch der verottenden Vegetation. Am StraßenRand zieht sich eine Reihe ausgebrannter Autos hin. Ich verbalisiere Corazon's Gedanken, -ich habe als Prostituierte gearbeitet, meine Genitalien entblößt, meinen Körper verkauft und mein Blut, habe mich mit verschiedenen Viren infizieren lassen und die aus meinem Blut gewonnenen Immuntoxine verkauft. Wir fahren zwischen langen Reihen verfallener geodätischer Treibhäuser hindurch, die von jemand anderem sein müssen, denn ich würde so eine Scheiße nicht erfinden. Die Illusion ist tot, höre ich mich nicht erinnern, fickte einen Mann nach dem anderen, wobei ich jedem erzählte, daß ich es gewollt habe, ohne daß ich es gewollt habe, ohne daß ich sie niemals lieben könnte, fickte einen Mann nach dem anderen, wobei ich jedem erzählte, daß ich nur ihm treu sei, beschiß Männer, weil sie - mich bescheißend - mir beigebracht hatten, wie man sie bescheißt. Alles in allem, ich war ein MistStück, Scheiße, da schießen Erinnerungen an meinen Vater hoch, mit der offenen schwarzen Robe, dem eintätowierten DrachenReigen auf der Brust, den zusammengsackten Vater, hinter der riesigen EbenholzFläche seines Schreibtisches mit den glänzenden Augen ohne Tiefe, die Augen einer bemalten Puppe, ringsum die fleckige Düsternis seines ArbeitsZimmers, Dunkelheit mit spitzen Ecken. Wie seine Hand in den LichKegel der Lampe gleitet, zittrig auf mich deutet, der seidige Ärmel rutscht zurück, ich sehe seine Rolex und Drachen mit wogenden Mähnen, die kräftig und dunkel, wie animiert sein HandGelenk umringen und deuten, sie deuten auf mich und sprechen, deine Mutter ist tot, verstehst du? Ich weiss es schon und antworte nicht, wer soll schon antworten, wenn alles tot ist. Ich laufe davon und sterbe den plötzlichen Tod meiner Mutter. Ich laufe davon, hinunter in den HeizungsKeller, da tickt es die ganze Nacht und Lämpchen blinken und ich vergesse den Tod und das Leben, zusammengekauert, bis mein Vater mich findet, nach Schnaps und Tabak stinkend und mich hinafträgt in mein Zimmer. Geschwungene PagodenDächer grenzen in merkwürdigen Winkeln an spanische Bögen, vielfenstrige Mansarden überragen vergoldete TempelHunde. Das Hoovercar stoppt vor einem ausgedehnten Gebäude. Ein HubSchrauber dröhnt über uns hinweg, eine wütende Wespe aus Metall, glatt und tödlich. Aus seinem Bauch tasten LichtFinger nach leeren Häuser, Schatten gleiten über Fassaden wie ein Heer von AlbTräumen. Durch eine GlasWand blicke ich hinaus auf einen zerfallenen MusikPavillion. Wie MeeresGrund fängt der Boden an zu bluten, Gift, die Veves deines Vaters sind verfälscht, teiweise gelöscht, entfernt. Obwohl du jetzt aufgehört hast, dich ständig selbst zu vergiften, können die Reiter nicht zu dir gelangen. Sehnsucht, in meinem Schädel klopft es, ich öffne die Augen, starre auf den Boden der sich unter meinen Füßen vorbeischiebt, wie MeeresGrund, der seit JahrHunderten ungestört daliegt, ein Bett aus alten Sedimenten, stoße an ein graues Ding, das ein benutzter Condom ist, Fetzen einer FolienVerpackung spiegeln meinen Blick, daneben der dreckigweiße Kolben und die helle Nadel einer Spritze. Wie MeeresGrund fängt der Boden an zu bluten, Gift. Ich bin von einer anderen Ordnung. Es riecht nach Räucherstäbchen und feuchten TatamiMatten. Viele der Zimmer, die wir passieren sind mit bemalten ReisPapierTüren verschlossen. Die Illusion ist tot, ich fühle mich von dem Zimmer abgestoßen. Sieht aus wie die UnterwäscheSchublade einer nicht allzu feinen Dame, verbalisiert Corazon treffend, du scheinst eine Vorliebe für solche Settings zu haben, oder könnte es sein, daß sich hier jemand Macht sichert indem sie sich eine Welt voller lüstener Formen schafft - das Hässliche ist lüstern- weil die Vollkommenheit im Grunde unerträglich ist und lacht vergnügt. Wir fahren um einen unecht wirkenden BambusHain herum und halten vor einem ausgedehnten Gebäude. Durch eine GlasWand blicke ich hinaus auf einen zerfallenen MusikPavillion, dessen Wand aus Solarzellen in der MorgenSonne glitzert. Ein stinkiger Geruch schwebt von den Gärten lacht Corazon. Angst ist eine Konditionierung aus der Dunkelheit zu meiner Rechten und einem unwiderstehlichem Sog aus meiner KörperMitte heraus, der einem orangen LichtStrahl gleich sich mit der EingangsTür dieses seltsamen Gebäudes verhakt, mich in sich aufnimmt und schützend umhüllt. Die Macht der Ereignisse überfällt mich mal wieder, ohne daß ich mich unter ihnen rege. Und irgendwo in der Finsternis eines jungen Tages, glitzert die MorgenSonne, vor uns wo der Himmel eben noch dunkel war. Eine Serie langer, hysterischer Schreie, die ansteigen, bis sie einen schier unerträglichen HöhePunkt erreichen, abfallen und neuerlich ansteigen, bohren sich in mich, einen Korridor hinabeilende Schritte, ein furiosen PengPeng von Lack's schwarzen Absätze auf dem Parkett. Corazon und ich folgen ihr, ihrer Stimme lauschend, sie ausfilternd aus den uns umgebenden, akustischen und mentalen Frequenzen. Dieser Ort hat eine Geschichte, eine Geschichte von Schuld und echter Scheiße. Es ist bekannt als StoneMansion, das zu Stein gewordene Gewissen einer reichen Frau. Ihr Mann machte ein Vermögen damit, verdorbene BabyNahrung in Afrika und in Indien zu verkaufen, wobei man den Müttern einredete, es sei besser, das Stillen aufzugeben und seinen Mist zu verfüttern. Als er starb, setzte sich Mrs. Stone in die Korridore, die Galerien, die TraumGesichter mit den den halbvergessenen GesprächsFetzen und sehe im Rückspiegel, noch mehr Piranhas aus dem Sand wachsen und dem nordpolarem Frost ähnlich sehen. Und irgendwo in der MorgenSonne glitzert ein stinkiger Geruch, schwebt. Mit anderen Augen sehen, keine Götter, keine Reiter ihre Hände ziehen sich spastisch zusammen. All das ist Illusion, sie zeigte um sich. Aber wichtig zu wissen auch das ist Illusion, sie zeigte um sich. Aber wichtig zu wissen auch das ist Illusion, sie zeigte um sich. Aber wichtig zu wissen auch das ist Illusion, sie zeigte wieder auf ihren Kopf und lachte vergnügt. Wir fahren zwischen langen Reihen verfallener geodätischer Treibhäuser hindurch, die von jemand anderem sein müssen, denn ich würde so eine Scheiße nicht erfinden. Die Illusion ist tot, höre ich mich, wie ich eine sein sollte. Ich bin von einer Sehnsucht nach verschiedenen Aromen zerrissen, die echte Schmerzen bereitet, in meinem Schädel klopft es, ich öffne die Augen, starre auf den Ruinen einer FlüssiggasFörderstation. Ich erinnere mich an TraumBilder eine PlastikTüte mit Anziehsachen drin und einer DrahtSchlaufe darumherum, damit keine Viecher reinkommen, eine Alte in einem abgedeckten schmutzigbraunen SuzukiJeep, der mit hellem Schlamm überkrustet ist. Daneben zwei rostige HondaLimosinen, dann ein ockergelber Chevrolet, eine schwarze SuzukiRennmaschine auf einem Anhänger und schließlich ein fleckig graues Hoovercraft, ein kompaktes, keilförmiges PanzerStahlGefährt, das nach DieselKraftStoff riecht. Die netzverstärkte LuftKissenUmmantelung liegt schlaff auf dem Boden. Lack öffnet uns die FahrerTür, wir rutschen in BlechDosen und zerbrochenen Flaschen und einem LastWagen, ohne Reifen. Er schaltet den Motor aus, dreht sein Fenster ganz auf und wirkt geradezu entspannt. Er trägt einen weißen StrickPullover aus BaumWolle und eine Traurigkeit umgibt ihn, eine unausrottbare Traurigkeit. Sie hat die Anmut eines zerbrechlichen KnochenBaus, der sich nicht wehren kann und Slacker's anfängliche Geilheit schrumpelt reziprok zu meinem anschwellendem Interesse zusammen. Niemand kann etwas für sie tun, sie kann unmöglich beschützt werden, aber ihre ganze Verletzlichkeit wirkt wie eine Röhre aus bunten Lichtern, die zu einer subtilen Schwächung der Sinne führt. Ich wandere über eine Oberfläche, die, soweit mein Auge reicht, mit weggeworfener Technologie übersät ist. TreibstoffTanks, teils voll, teils leer, liegen wie RiesenSuppenDosen herum. Umgekippte ContainerHälften sind zwischen PlastikSäcken, RohrGestängen, zerknüllten Folienfetzen, Ansammlungen von Metallkonstruktionen und Duroschaum verstreut. Von der schrägstehenden Sonne beschienen zieht sich eine dicke Rauchfahne nach Westen. Ist alles total heruntergekommen, hier, sagt Corazon. Eine Brise von einem See. Vielleicht ist die Substanz dieser weiten Welt doch sowieso dem Tod und dem Untergang vorbehalten, oder ist dies bloß die Ansicht irgendeines alten Schwätzers in meinem Kopf. Ich gehe zum Fenster und betrachte das Setting vor mir, in dem die BodenÜbersäuerung zu einer Epedemie ausgeweitet hat. PilzMutationen haben sich wie Bohrschlämme bei ÖlQuellen ausgebreitet und unter der ErdKrume eine MyzekKruste gebildet; eine klebrig dicke Schicht, die alle Pflanzen erstickt hat. Die abgestorbene Vegetation fault vor sich hin, auf den Wiesen gedeiht MehlTau, in den ObstPlantagen blüht Schimmel, graue winzige PelzKnötchen, die sich zu unregelmäßigen Wucherungen ausbreiten. Ich sehe, dass die sauertöpfisch, kränkliche Verelendung hier nicht einer gewissen Größe entbehrt, sehe träge WirbelWinde über den klebrigen Boden schorfen und gläsernes SonnenLicht durch dämmerdunstige Luft fallen. Ich wende mich ab, spüre mein Denken geschmeidig in einen anderen BewußtseinsModus hinübergleiten, meine Körperhaltung ändert sich, meine Bewegungen werden glatter, die HerzFrequenz erhöht sich, Zuversicht und SelbstVertrauen durchfließen mich, und ich lächle; mein Denken erscheint mir geschärfter, sauberer, von Hemmungen befreit, bereit zu Agieren. Angst, SchuldGefühle, jegliche Negativprogammiereung sinkt in sich zusammen, löst sich von mir, wie altes Gespinst. Die Dinge regeln sich von selbst, das ist die Art der Natur.. Bevor ich gehe, öffne ich einen GlasSchrank mit diverser Kleidung, ziehe eine dunkle Hose an und einen KrylarMantel über meinen Kimono. Ich verlasse den Raum, packe mich fort in die geweste Welt und entwickle die Konzeption einer Reise ohne ZielVorstellung, also ohne Ende, als genüßliche Form der Deterritorialisierung des Körpers, als Beschleunigung seiner Moleküle, die zu einer subtilen Schwächung der Sinne führt. Ich wandere über eine Oberfläche, ist alles total heruntergekommen, hier, sagt Corazon. Eine Brise von einem See. Ein blaugrüner LastWagen mit blinkenden ChromLeisten fährt eine aufgerissene Strasse entlang auf uns zu. Drauf steht in GoldBuchstaben 'mystic transportation', am Steuer sitzt Slacker. Wir steigen ein und fahren eine leere Strasse entlang, irgendwie sind dieser Tage alle Strassen leer. Vielleicht ist die Revolution nicht ganz gelungen, sagt Corazon, oder vielleicht doch und jetzt ist die Welt zur marmornen Oberfläche einer MezgerTheke geworden, wo einstige Realitäten wie alte Steaks vorsichhinschimmeln. Weiß der Teufel, sagt Slacker, mir ist nur wichtig zu wissen, wie ich mich in der Welt, wie sie nun mal ist, verhalten soll, setzt eine verspiegelte SonnenBrille auf und wirkt geradezu entspannt. Ich gehe zum Fenster, von der schrägstehenden Sonne beschienen. Ich wandere über eine Oberfläche. Eine Brise von einem See läßt das hohe Gras um uns herum rascheln. Guten Morgen, sage ich, erfreut sie zu sehen, einen noch besseren Tag, sagt sie. Sie neigt den Kopf, ein Zug dröhnt durch meinen Körper.....schriller Pfiff der Lokomotive ... SchiffsSirenen, NebelHörner, ein FeuerWerk zerplatzt über der öligen Lagune ... SpielHallen öffnen sich in einer Agonie von Rosen, in ein Labyrinth geiler Bilder. Ich will hier raus, sage ich zu berauscht, zu sehr erfüllt vom Glauben an die wattierende Mystik der Droge, um ihre Worte zu bezweifeln. Was meinst du damit....etwas, sie lauscht auf einen riesigen, einsamen Hafen zu, dessen Wasser mit einer schillernden ÖlSchicht bedeckt ist. ErdGasFackeln über alten Bohrlöchern am rauchgeschwärzten Horizont, Gestank nach Öl und Abwässern. Kranke Haie schwimmen im schwarzen Wasser, rülpsen SchwefelDämpfe aus ihrer verfaulten Leber und ignorieren einen blutigen, gestrandeten Wal. Ich fühle mich vom Fieber angesteckt, krank, habe merkwürdige Eingebungen, abartige Gedanken, die Leiber keuchen und winden sich in einer Agonie von Rosen. Ich will hier raus. Was meinst du damit....etwas, sie lauscht. Ich gehe zum Fenster und betrachte das Setting vor mir, in dem Schwaden verschiedenster Rauchwaren wabern. Wir fahren an LagerHäusern vorbei, Fabriken und dazwischen immer wider sumpfige Gelände mit halbversunkenem Müll. An das industrielle Ödland grenzen verslumte Wohnviertel; rostende AutoWracks blockieren die Strasse oder stehen auf ZiegelSteinen aufgebockt in Vorgärten, Ikonen eines vergangenen Gottes. Einige MüllFeuer glimmen matt, legen einen feinen DunstSchleier in die Luft. Die Strasse vor uns funkelt wie eine Röhre aus bunten Lichtern, die zu einem Kaleidoskop zusammenlaufen. An den konkaven HäuserFronten zu beiden Seiten blinkblitzen bunte Schilder. Zwischen den PuzzleStücken, Schilder, Lichter und FreudenHausReklamen sind blauwolkige Stücke des Himmels zu sehen und ein RegenBogen aus Fleisch und Blut. Das Gesicht rot, der Hals orange, gelber Busen, grüner Bauch, die Oberschenkel blau, die Unterschenkel indigo, die Füße violett, dazu über dem Gesicht, in unsichtbaren Infrarot , das Herz und dort, wohin sie ihre Sohlen setzt, die FußSpuren der Erinnerung in ebenso unsichtbarem ultraviolett. Die Enden des Spektrums aber gehen über in das Firmament des Todes. Die MenschenMenge verdichtet sich über dem fleischlichen Horizont der Stadt; die schemenhaft wirkende AmusementSzenerie ein angenehmer Rahmen für meine Gedanken, deren Rhythmus inzwischen so sinnlich ist, wie der schwere Atem verschlafener Münder. Und doch werde ich das Gefühl nicht los, daß uns irgendetwas Böses auflauert und mich in unnatürlichem Weiß anstrahlt. Jedes Blatt, jeder Zweig, jede Maserung der Rinde sind in verschiedenen Nuancen von Weiß hervorgehoben. Wie ein KnochenBaum. Auf einem der unteren Äste sitzt ein Vogel, ein RaubVogel. Ich kann vergangene Ereignisse von Orten halluzinieren und besonders solche in denen alte, zerlumpte Männer sitzen und sich ineinander verschlingende Zungen fahren gierig über feuchtes, faltiges Gewebe, Lippen schließen sich um zitternde Körper, Leiber keuchen und winden sich in einer Agonie von Rosen. Ich will hier raus. Sie lauscht auf einen Baum hinter ihm, der mich in unnatürlichem Weiß anstrahlt. Jedes Blatt, jeder Zweig, jede Maserung der Rinde sind in verschiedenen Nuancen von Weiß hervorgehoben. Wie ein KnochenBaum. Auf einem der unteren Äste sitzt ein Vogel, ein RaubVogel, wie mir scheint auch er ist weiß. Er breitet die Flügel aus und kommt auf mich zugeflogen, wobei er sich so langsam bewegt wie ein Gegenstand in einem Traum; aber statt beim Näherkommen größer zu werden, verringern sich seine Ausmaße, bis er - obwohl er nur noch wenige Meter von mir entfernt ist - auf die Größe einer Libelle geschrumpft ist. Er schwebt auf Slacker zu und verschwindet im dunklen Oval seines Kopfes. Slacker, flüstert Corazon. Er bleibt still, reglos. Ich beuge mich zu ihm hinter, bemerke in der Mitte seines linken Auges einen strahlendweißen Punkt, der pfeilschnell auf mich zugeschossen kommt, ein winziger Raubvogel, der kalt in meine Stirn eindringt, ohne Schmerz. Ein Schrei gellt durch einen weißen Korridor, pfeift wie eine Kugel über die Wüste, verebbt in das rauhe Klatschen von GeierSchwingen. Ich verstärke meine Anstrengung das Ding loszuwerden, schwindlig vor Angst, presse mit meinen HandBallen gegen die Stirn und fühle den kalten Punkt nach außen drängen, spüre einen reissenden Schmerz im Fleisch meiner Hand. Blut sammelt sich auf meinem HandTeller, durchzieht das Netz seiner Linien. Ich werde das Gefühl nicht los, daß uns irgendetwas Böses auflauert und als ich Corazon dabei ertappe, wie sie mich mit angespanntem Gesicht anstarrt, frage ich voller Panik, was ist los? Und ich bewege mich nicht, keine Bewegung jetzt, wir bewegen uns jetzt nicht, wir sind irgendwo anders, irgendwo drin. Nach langem Zögern sagt sie, etwas ist hier. Im ersten Moment bin ich zu berauscht um ihre Worte zu bezweifeln. Sie lauscht auf etwas, ich auch, kann aber nichts hören. Alle Denkspuren führen ins Nichts. Ich weiß nicht, sagt sie. Die Stadt ringsum scheint zu verdampfen. Sie neigt den Kopf, intensiviert ihre Konzentration eher auf ein verstärktes Nichtvorhandensein, denn auf ein Geräusch. Etwas..., sie stößt einen Seufzer aus, jetzt ist es weg, es war nicht hinter uns her, sie setzt eine verspiegelte SonnenBrille auf und wirkt geradezu entspannt, arglos, ziemlich arglos. Mein Blick trifft Slacker's Augen und mir ist, daß über diesen KontaktKanal ein Austausch stattfindet, daß etwas von seiner unwissenden Vitalität in mich einfließt und auf seiner Seite durch einen Teil meiner Furcht ersetzt wird. Die Luft, die mich umgibt und gleichermaßen durchdringt wird immer dicker, scheint zu verdampfen, ein Setting analog einem vielfarbigen DampfBad in dem Schwaden verschiedenster Rauchwaren wabern. Die MenschenMenge verdichtet sich, dazwischen Verchecker, die wie KorallenFische vorsichtig an menschlichen Ködern knabbern und wieder weiterschwimmen. Einer bleibt vor uns stehen, sagt, wollt ihr 2T kaufen? Echt fettes 2T, Slacker kauft, das Zeug wirkt direkt auf das zerebrale LustZentrum, sagt er, während sich sein Blick in einem SchaufensterHolo verfängt, wo sich grotesk vergrößertes nacktes Fleisch windet und sich ineinander verschlingt. Slacker greift sich an den Sack und lacht, das Geschlecht ist über dem fleischlichen Horizont der Stadt aufgetaucht und die Unschuld, die darin bestünde, nicht von der Idee des Geschlechts gestreift zu werden, ist hier doppelt unmöglich, da sogar eine Überschreitung, durch das vorherrschende Überangebot jedweder GeschmacksRichtung, unmöglich geworden ist. Außerdem bedeutet mir das, was sich zwischen meinen Beinen abspielt, nicht mehr als ein gut gekühlter Drink. Gerüche werden immer intensiver, menschliche, durch zu engen Kontakt verursacht. Ich differenziere Schweiß, verschiedene Aromen von KörperPflege- und ReinigungsMittel, Amylnitrit, verdorbenes Eiweiß, altes Blut und Kotze und sehne mich nach der Ödnis von nebelfeinem NovemberRegen, der alle Laute dämpft, nach dem unaufhörlichem Kräuseln der Stille. Corazon bietet mir eine Handvoll SirihBlätter an, die ein mildes Narkotikum enthalten, sie schmecken bitter, doch nach einer Weile erscheinen mir die funkelnden NeonNebelAtome und die schemenhaft wirkende AmusementSzenerie als angenehmer Rahmen für meine Gedanken, deren Rhythmus inzwischen so sinnlich ist, wie der schwere Atem verschlafener Münder. Slacker kriecht in den Laderaum und holt eine PlastikTüte nach vorne. Er gibt jedem von uns einen Apfel meiner hat etliche Dellen und ist ziemlich verschrumpelt. Die etwas angefaulten Stellen schmecken angenehm süß, das angeschimmelte Kernhaus bitter, ich schmeiße es nach draußen, Corazon reicht mir noch einen Apfel, ich reibe ihn an meiner Hose glänzend, er sieht besser aus als der erste. Wir kauen, schlucken, stieren nach vorne auf die düstere Gasse, sehen eine Gestalt, eine schlaksige Figur, sie schraubt das Fläschchen auf, saugt das Röhrchen halb voll, läßt die Flüssigkeit in den verräucherten Eingängen, Häuser aus Bambus und Teakholz, Häuser aus Lehm, Stein und Ziegeln, MaoriHäuser aus dem SüdPazifik, BaumHäuser und HausBoote, 30 Meter lange HolzHäuser, die ganze Stämme beherbergen, Häuser aus alten Kisten und Wellblech, in denen alte, zerlumpte Männer sitzen und sich ineinander verschlingen. Riesige Gerippe aus rostigen EisenTrägern ragen hoch aus Sümpfen und MüllKippen, mit lebensgefährlich übereinandergetürmten und ineinanderverschachtelten Wohnzellen und Hängematten über gähnenden Abgründen. Die KüchenDünste sämtlicher Länder hängen über der Stadt und mischen sich mit den würzigen Gerüchen von Opium und Haschisch, dem harzigen Rauch von Yage, dem Geruch von Abgasen und Meer und fauligen Kloaken. Ich wandere über eine Oberfläche, die, soweit mein Auge reicht, mit weggeworfener Technologie übersät ist. TreibstoffTanks, teils voll, teils leer, liegen wie RiesenSuppenDosen herum. Umgekippte ContainerHälften sind zwischen PlastikSäcken, RohrGestängen, zerknüllten Folienfetzen, Ansammlungen von MetallKonstruktionen und Duroschaum verstreut. Von der schrägstehenden Sonne beschienen zieht sich eine dicke RauchFahne nach Westen. Zwischen den PuzzleStücken der Schilder, Lichter und FreudenHausReklamen sind blauwolkige Stücke des Himmels zu sehen. Der sinnliche Strom primärfarbener NeonDaten wird in Abständen ausgeklügelter RegelMäßigkeit durch schlichte MarkenZeichen unterbrochen. Die Stadt ist in mir, sagt Slacker, ich kann vergangene Ereignisse von Orten halluzinieren und besonders solche in denen es spirituelle Aktivitäten gegeben hat werden auf eindrucksvolle Art und Weise lebendig, nachdem ich sie mit neuer Energie versorgt habe. Betrifft das auch die Materialisierung des weißen Vogels, will ich wissen. Genau, so was, bestätigt er. Das sind merkwürdige Vorgänge, von denen ich auch nicht weiß ob und wann oder wieso sie geschehen. Er spreizt die Hände, um seine Hilflosigkeit auszudrücken. Er bedient einen Hebel neben dem Sitz, seine Rücklehne klappt nach hinten um, er läßt sich fallen, schließt die Augen. Sein Gesicht verzerrt sich, eine Grimasse, er verspannt sich, stöhnt leise. Ist alles in Ordnung mit die, frage ich, sprich mich nicht an, ächzt er, mir geht es gut ... laßt mich einfach in Ruhe. Erinnerungen, Wünsche, Projektionen, liegen im Laderaum, derilös, wie Slacker. Corazon setzt sich auf den FahrerSitz, klappt die Rücklehne wieder hoch, schnallt sich an, der Zündschlüssel steckt noch. Alles in Ordnung mit dir, sie nickt nur und startet den Motor. Dieser Ort hier hat uralte Vibrationen, sagt sie, wendet das Auto und fährt wider auf das LichtGefunkel der Hauptstrasse zu. Ich setze mich mit überkreuzten Beinen quer zur FahrtRichtung, sodaß ich Corazon und Slacker gleichzeitig im Blick habe. Ihm rinnt Schweiß übers Gesicht, er wälzt sich u
nruhig umher während wir wieder in das horrende GlitterAmbiente eintauchen, dessen Dichte sich auf meine AtemWege legt. Ich sehe zwei Körper, eingehüllt in rote Dämpfe. Ein Schrei erstirbt zwischen geschwollenen Lippen, KletterRosen brechen aus beiden Mündern, Rosen wuchern durch Fleisch, Stacheln der Lust zerfetzen Haut, dornige Ranken schlingen sich um zitternde Körper, Leiber keuchen und winden sich in einer Agonie von Rosen. Ich will hier raus, sage ich zu Corazon, ich weiß, sagt sie, welche Richtung? Egal, sage ich. Die enge FahrerKabine ist jetzt befreit von der Stelle, wie Licht, das in mich einfließt. Ein Zug dröhnt durch meinen Körper.....schriller Pfiff der Lokomotive ... SchiffsSirenen, NebelHörner, ein FeuerWerk zerplatzt über der öligen Lagune ... SpielHallen öffnen sich, mikrofeine Schaltkreise und Chips, die in die Vorderseite der Shirts eingewoben sind, spielen Szenen aller Filme, aller Monstrositäten, in Endlosloops auf Menschen, zehren deren aurische Energie in sich zusammen und lösen sich von allen Flächen, löst sich von allen Flächen, löst sich von allen Flächen, löst sich von mir wie das Blut in meinen Adern. Meine Wurzeln sind tief in Häusern aus alten Kisten und Wellblech, in denen es spirituelle Aktivitäten gibt; sie werden auf eindrucksvolle Art und Weise lebendig, nachdem ich sie mit neuer Energie versorgt habe. Dieser Stoff hier ist das stärkste Halluzinogen, das es gibt, es verschafft einem Berührung mit der GeisterWelt. Es ist das Derivat einer Pflanze, die die Natives auf Borneo zur Behandlung von GeistesKrankheiten benutzen; das hier, er schüttelt die rote Flüssigkeit, ist sowohl eine Modifikation, als auch eine Potenz der ursprünglichen Droge. Es ist nichts Schlimmes, sagt Slacker, jede Straße, jede ihrer elektrischen Vernetzungen, ihrer WasserLeitungen und AbflußRohre, jedes Haus, jede Ruine, der Gestank und Dreck sind ebensogut ein Teil von mir wie das Blut in meinen Adern. Meine Wurzeln sind tief in die Dinge eingesunken, in Pflanzen, ins ErdReich, in die Städte. Die Stadt formt die Wände und GrundMauern meiner Seele, eines Dinges, von dem ich wenig Kenntnis besessen habe, das ich aber allmählich zu begreifen beginne, ich werde diese Stadt niemals verlassen. Erinnerungen, Wünsche, Projektionen sind überall gespeichert, und wenn die analoge EnergieForm auf sie trifft, geben sie ihre Ladung frei. Chronofossilien sind überall in enormer Dichte abgelagert und stellen ein gewaltiges EnergieReservoir dar. Corazon fährt an irisierenden HafenBecken und orangeroten GasFackeln vorbei, an morastigen MüllFeldern, wo Alligatoren zwischen BlechDosen und zerbrochenen Flaschen und einem Flechtwerk feuchter, schwarzer Zweige, die wie alte ElektroKabel aussehen herumkriechen. Meine Wurzeln sind tief, in den ObstPlantagen blüht der Schimmel, graue, winzige PelzKnötchen, zu ihm heraus, Beine spreizen sich. Eine ganze Frau erscheint, sie hat die Anmut eines zerbrechlichen KnochenBaus, der sich nicht wehren kann und Slacker's anfängliche Geilheit schrumpelt reziprok zu meinem anschwellendem Interesse zusammen. Niemand kann etwas für sie tun, sie kann unmöglich beschützt werden, aber ihre ganze Verletzlichkeit wirkt wie eine Kugel über die Visualisationen. Schon gut, sage ich, erfreut sie zu sehen, einen noch besseren Tag, sagt sie. Sie neigt den Kopf, ein Zug dröhnt durch meinen Körper.....schriller Pfiff der Lokomotive ... SchiffsSirenen, NebelHörner, ein FeuerWerk zerplatzt über der öligen Lagune ... SpielHallen öffnen sich in einer Agonie von Rosen. Ich will hier raus, ist alles total heruntergekommen, hier, sagt sie, welche Richtung? Ich habe keine Ahnung. Fahr wohin du willst, es wird schon stimmen, außerdem ist es sowieso egal. Ein alter MüllMann überquert vor uns die Strasse, funkelt wie eine Liebkosung, während ihr Körper sich schwächlich und hinterhältig gibt, um zu verführen. Ich grinse Slacker an und sage, das Maskuline ist hinfälliger durch die Mechanismen seiner Repräsentation. Slacker lacht und sagt dieser Stoff hier ist das stärkste Halluzinogen, das es gibt, es verschafft einem Berührung mit der GeisterWelt. Es ist nichts Schlimmes, sagt Slacker, zieht ein kleines PlastikRöhrchen aus der HosenTasche, schraubt das Fläschchen auf, saugt das Röhrchen halb voll, läßt die Flüssigkeit in den umgedrehten Deckel der kleinen Flasche tropfen, steckt sich das Röhrchen in ein NasenLoch und zieht sich den Saft in's Hirn. Das Zeug wirkt in Einklang mit den alten Entitäten, den Geistern vielleicht, in Ermangelung eines besseren Begriffs, und mit den Halbtoten. Vielleicht ist die Stadt, das bin ich, höre ich Slacker sprechen, eine RiesenStadt aus zahllosen VersatzStücken, in der Luft hängende Fäden. Vielleicht ist die Substanz dieser weiten Welt doch sowieso dem Tod und dem Untergang vorbehalten, oder ist dies bloß die Ansicht irgendeines alten Schwätzers in meinem Kopf. Ich gehe zum Fenster und betrachte das Setting vor mir, in dem Schwaden verschiedenster Rauchwaren wabern. Zwischen den PuzzleStücken der Schilder, Lichter und FreudenHausReklamen sind blauwolkige Stücke des Himmels zu sehen und ein RegenBogen aus Fleisch und Blut. Das Gesicht rot, der Hals orange, gelber Busen, grüner Bauch, die Oberschenkel blau, die Unterschenkel indigo, die Füße violett, dazu der fleischliche Horizont der Stadt und die schemenhaft wirkende AmusementSzenerie als ein angenehmer Rahmen für meine Gedanken, deren Rhythmus inzwischen so sinnlich ist, wie der schwere Atem verschlafener Münder. Und doch werde ich das Gefühl nicht los, daß uns irgendetwas Böses auflauert und Fäden - die aufwärts zu streben scheinen, sich in Wirklichkeit jedoch nicht von der Stelle bewegen, wie Licht, das sich in SpiegelScherben bricht. Die ganze Gegend wimmelt plötzlich von diesen Gebilden, und als sie eine schwindelerregende Leuchtkraft annehmen, grell, strömen sie davon, in's Meer, hinein in den Boden, auf die schrottigen Schiffe und Boote zu. Dann wird alles heller, nimmt ein unirdisches Leuchten an. Abfall beginnt zu funkeln, abgerissene StromLeitungen glitzern gleich GoldSträngen, zerlöcherte Segel schimmern wie Samt. Selbst der aufgebrochene Asfalt scheint in dumpfen Glanz, wie Platin. Es ist nichts Schlimmes, sagt Slacker, nur eine kleine Wunde, ich betrachte den BlutGlyf in meiner Hand, schließe die Augen, höre Fetzen einer Melodie, die der Wind an mein Ohr weht, mein Körper zittert und vibriert, einem startendem Flugzeug analog. Mich durchfließen Erinnerungen an unzählige Existenzen - als Polynesierin, als Pygmän, als Nomadin in der Wüste - ein VölkerGemisch durchpulst mich. Das ist die Stadt, das bin ich, höre ich Slacker sprechen, eine RiesenStadt, aus zahllosen VersatzStücken, in der sämtliche menschliche Potentiale auf einem endlosen Markt ausgebreitet sind. Keine Tür in der Stadt ist verschlossen, jeder kann jeden Raum betreten, alle Gebäude der Stadt gehen ineienander über; Häuser mit blinzelnden Menschen in verräucherten Eingängen. Eine feuchtwarme, ätzende Brise sticht in meine Nase, dann wäre ich gerne eine Krähe und durchflöge die Himmel deiner Stadt, denke ich, alle anderen Denkspuren verdampfen im Nichts. Ich steige aus. Corazon zerbricht die PanoramaFensterScheibe eines BauHausBungalows und verschwindet in dem AugenBlick als alles zusammengepreßt und annihiliert, in SpermaTröpfchen verwandelt wird. Die Oberleitungen, die Kreuzungen überspannt haben, liegen geschlängelt auf dem Pflaster. Zwei Querstraßen rechts von uns, raucht eine Ruine. Eine Querstraße weiter nach links, hält eine dicke Gestalt mit einer EinkaufsTasche zwischen zwei beleuchteten Ecken an und beobachtet uns, wartet, bis wir wieder außer SichtWeite sind. Wir hetzen weiter durch ausgedörrte Straßen, nach links, vorbei an den archetektonischen Krusten jahrhundertealter Gebäude, hinter deren Silhouetten nur Abraum liegt. Corazon tickt mit ihren schwarzlackierten FingerNägeln auf dem Lenkrad herum, greift sich in den Nacken, sie hat dort eine kleine Narbe, die sie mit ihren langen FingerNägeln auseinanderzieht und einen Chip herauszieht, eine Bewgung, die von Gewohnheit spricht, sie befeuchtet ihn mit der Zunge, steckt ihn sich wieder in den Kopf und tippt mit der AktivierungsMaus unter dem Nagel des linken RingFingers irgendetwas ein. Sie lacht laut, wirft den Kopf zurück und drückt das GasPedal durch. Sie sagt, ich hab mit Hilfe meines Chips schon mal die staatlichen DatenbankLotterie abgeräumt und etliche Konten geplündert. Ich kann damit mein Gehirn triggern, daß es Betaendorfine ausschüttet oder ACTH, Adrenalin, Testosteron, eigentlich jede beliebige biochemische Substanz. Sie zuckt leicht zusammen, der Chip ist in Aktion. Meine Augen folgen einer katzengroßen Ratte, die zwischen zerborstenen MauerResten verschwindet. Der Nebel verbirgt die Veränderungen des Himmels, befleckt das Bewußtsein, bedeckt die BrandStellen mit etwas Sicherem, Substanzlosem. Dies ist keine nützliche Straße, sagt Slacker, schüttelt mich zurück ins Auto, wir fahren eine dunkle Straße entlang, viel zu schnell, Corazon dreht an ArmaturenKnöpfen und lacht und der Wagen erhebt sich wie ein HeliumBallon mit durchtrennter Schnur. Ich schaue nach oben aber in der nebligen Dunkelheit ist nichts zu sagen. Ich spüre meine Furcht verfliegen, und ihre Überflüssigkeit drängt die Umrisse eines Lächelns auf meine Lippen. Kann ich in diesem Spiel aus Nacht, Licht und Geruch eine Identität gewinnen? Dann zerschmilzt das Gefährt zu einem riesigen QuecksilberTropfen, der in der Luft schwebt. Hin und wieder sondert einer der Tentakel einen Strahl ab. Ich weiß einen Platz, nicht weit von hier, sagt Corazon, ihr Blick verliert sich sich in den Umrissen des alien Dings, das da steht. Da, sie deutet entsetzt auf Dutzende von Tentakeln, die sich gerade bilden. Gibt es soetwas wie ein Gleichgewicht zwischen der Wahrnehmung der Außenwelt und den schon abgelagerten Erfahrungen, Bildern, Erinnerungen? Oder was zerteilt mir ständig die flüchtigen und unbestimmten Einzelheiten des Jetzt. Wer bestimmt mich in mir? Slacker's Lachen wendet sein Gesicht dem Mond zu. Er lehnt sich nach vorne, ZitronenDuft füllt die atemlose Distanz. Er begegnet meinem Mund mit offenen Mund, nach einer Weile spricht er, womit zum Teufel hast du dich da bekleckert? Er sieht aus als wäre ihm übel. Ich wende mich ab, höre ihn sagen, das Prinzip der Vernichtung ist nicht der Tod, sondern die statistische Bedeutungslosigkeit. Ich spüre meine Furcht verfliegen, und ihre Überflüssigkeit drängt die Umrisse eines Lächelns auf meine Lippen. Kann ich in diesem Spiel aus Nacht, Licht und Geruch eine Identität gewinnen. Da, sagt Corazon, sie deutet entsetzt auf Dutzende von Tentakeln. Slacker sagt, im menschlichen Gehirn, zwischen Cerebrum und Medulla befindet sich ein Gebilde, das einer menschlichen Gestalt gleicht, etwa einen Zentimeter groß, es verbindet die SinnesEindrücke, die ihren Ursprung außerhalb des Gehirns haben, mit den cerebralen Abstraktionen, die sich darin bilden. Es erstellt das Gleichgewicht zwischen der Wahrnehmung der Außenwelt und dem Wissen um die innere Welt. Er kneift die Augen zusammen und wendet sich dem Spiegel zu und die zerlöcherten Häuser hocken mit angespannten, verborgenen Mustern da. Wovor haben sie Angst? Slacker sagt, konzentriere dich, oder es gerät aus den Fugen und macht sich selbstständig. Meine Finger bekommen einen Krampf sie verfangen sich am Rand der Konsole, sie nimmt pastellfarbene Schattierungen an. Wenn sie nicht ordentlich isoliert sind, kann's schon passieren, daß man sich die Hose naßpisst. Slacker kaut mit seinen Schneidezähnen heftig an einem DaumenNagel herum er empfindet soetwas wie Furcht vor der Erweiterung Corazon's, wenn Furcht ein naßkalter Waschlappen ganz hinten im Hals ist; für Corazon hingegen ist Furcht eine GefühlsRegung, die sie ihr ganzes kurzes, zerissenes Leben gekannt hat. Ich höre Slacker's Schritte hinter mir, spüre seine Hand gleitet meinen Rücken entlang. Kennst du die Kurve deiner Hand in der feuchten Luft einen flachen und stumpfen Klang. Da drin sitzen welche mit elastischen Knochen und schwarzrosa gesprenkelten Fleisch hinter ihren Ohren wachsen fächerförmige Fühler aus grünem Knorpel, bedeckt von StrudelHärchen, die ihnen eine Art von Kommunikation ermöglichen - sie werden von unsichtbaren Strömungen gesteuert und senden Signale aus und dann hat es den Anschein als würde der Dunst fest werden. Aus einer anderen, uns abgewandten Öffnung schießt ein Schwarm wirbelnder Prismen heraus, kreist über dem Nacken sie hat dort eine kleine Rückkopplung im NervenSystem, daher das Zucken. Im menschlichen Gehirn, zwischen Cerebrum und Medulla befindet sich ein Gebilde, das einer menschlichen Gestalt gleicht, aber nur einen Zentimeter groß ist. Es verbindet die SinnesEindrücke, die ihren Ursprung außerhalb des Gehirns haben, mit den cerebralen Abstraktionen, die sich darin bilden. Es erstellt das Gleichgewicht zwischen der Wahrnehmung der Außenwelt und dem Wissen um die innere Welt. Er kneift die Augen zusammen und wendet sich der zinnoberroten Flut zu, in der die angesengte Sonne hängt. Corazon sagt, das Äußerliche ist von den Dingen abgefallen, und das was sich darunter bewegt, wird immer seltsamer. Ich versenke mich in das emsige Treiben, präge mir sein Bild tief ins Gedächtnis ein, wende mich ab und höre Slacker sagen, das Prinzip der Vernichtung ist nicht der Tod, sondern die statistische Bedeutungslosigkeit. Und er sagt es in einer Sprache, die jeder an jedem Ort des Universums sofort verstehen würde; es füllt den sich vergrößernden Raum nach und nach auf. Slacker fummelt hinter seiner Sitzbank herum und zieht eine MP heraus, sie ist transparent, mit einem Rahmen aus rostfreiem Stahl, die inneren Teile sind aus komprimierten Plastik. Ich sehe das Magazin, die Kugeln, die im LadeStreifen gleich einer Reihe RoboterLarven aneinander liegen. Ein winziges Licht im Kolben und ein weiteres unter dem Verschluß lassen die Waffe in einem neongelben Licht erglühen. Draussen krabbelt etwas durch verdorrtes Gras, es wirft SchlammBrocken hoch, stößt Dampf aus und matte Blasen, die hin und her schwanken, sich nach innen beulen und verschwinden. Ich scheine aus meinem Körper zu entweichen, ihn abzuwerfen und hinaufzusteigen durch Welten, die ineinanderstecken, chinesischen ElfenbeinKugeln analog, verborgen im Inneren von Kugeln, im Inneren von Kugeln. Und ich weiß, daß das Leben auf seinem Höhepunkt notwendigerweise etwas Katastrofales sein muß, etwas Ungestümes und Unvorhersehbares, etwas, das man bewundern und doch um jeden Preis meiden muß, wie das Aufkommen eines schönen Sturmes oder die Ankunft einer schrecklichen Gottheit, doch ich bin immer noch zu sehr Teil der alten habsüchtigen, gewalttätigen und wirren Welt, um mich dem Schicksal zu ergeben. Ich werde von dem Gefühl einer traurigen Gefahr durchdrungen, von etwas Leichtem, Zartem, etwas Auflösbarem. Ein grüner Vogel fliegt, wild mit den Flügeln schlagend vorbei, dann wechselt er in einen sanften Gleitflug, der ihn in Richtung Sonne davonträgt. Du bist wunderschön, sage ich. Aber... Slacker schluckt gegen die Sperre in seiner Kehle, ich habe irgendetwas... verloren. Ich lehne den Kopf zurück, will reden und habe nichts zu sagen. Ich spüre meine Furcht verfliegen, und ihre Überflüssigkeit drängt die Umrisse eines Lächelns auf meine Lippen. Kann ich in diesem Spiel aus Nacht, Licht und Geruch eine Identität gewinnen? Kann ich in diesem Spiel aus Nacht, Licht und Geruch gewinnen? Corazon lacht guttural, wirft ihren Kopf zurück und tritt das GasPedal durch. Ich bin der wilde Maschinist die Vergangenheit ist zerstört, die Gegenwart wird gemacht, die Dinge überstürzen sich im Rhythmus der Technologie; alles Vorherige wurde durch unsichtbare Hitze weggebrannt. Wir fahren weiter, immer der gleichen Straße nach, an einer Kirche vorbei. Hinter SchuttFassaden stehen runzelige schwarze Bäume, wie abgebrannte Streichhölzer, dahinter von GranatenDetonationen aufgeworfene Hügel, dahinter Wracks explodierter PanzerFahrzeuge und eine knochentrockene Grube, die einmal ein EntenTeich war. Und da drin sitzt ein sechsbeiniges Landemodul, eine mechanische Spinne, dampfend. Ein paar Meter daneben liegt als silbriger Fleck die zusammengefallene Hülle eines Bremsfallschirmes. Das Modul nur ein SchattenRiß vor schädelbleichen Ruinen am Rande eines Parks. Aus seinen gerippten Luken neben dem dicken, verkohlten HitzeSchild fallen schräg, rote LichtStreifen herab. Ich rieche Treibstoff und heißes Metall. Plötzlich zucken und krachen Gespinste aus bläulichweißen Blitzen über die MetallHaut des Moduls, breiten sich aus und umgeben den gesamten oberen Teil wie einen Käfig; dann verblaßen sie, hinterlassen ein unbeständiges Flimmern an den Umrissen des Dings. Da, sagt Corazon, sie deutet entsetzt auf Dutzende von Tentakeln, die sich aus dem Bauch der MetallSpinne tasten, die Auswüchse eines Tieres, das im Inneren Unterschlupf gefunden hat. Einige haben an ihren Enden KristallRundungen, aus denen blasse, rote Strahlen spritzen und flackernd erlöschen; andere kringeln sich schlangenhaft zusammen, während sie aus ihren Spitzen einen Dunst dunkler Teilchen versprühen, die wie BlütenStaub aus Grafit in der Luft schweben. Hin und wieder sondert einer der Tentakel einen Strahl ab, der sich mit einem Teil des Dunstes zusammenfügt und dann hat es den Anschein als würde der Dunst fest werden. Aus einer anderen uns abgewandten Öffnung schießt ein Schwarm wirbelnder Prismen heraus, kreist über dem Ding und löst sich nach und nach auf. Mit dem HandRücken reibe ich mir die Stirn, Sand scheuert zwischen Haut und Haut. Durch die KirchenTür dringt OrgelMusik, während ein Brummen, das in den letzten Sekunden stärker geworden ist über unseren Köpfen dröhnt. Ich schaue nach oben, aber in der nebeligen Dunkelheit ist nichts zu erkennen. Die Orgel klingt nach dem Verschwinden der Flugzeuge leiser. Corazon sagt, ich kenne das hier aus dem Fernsehen, es brannte und sie hatten Leitern und brachen in die Fenster ein. Sie sind auf den KirchTurm geklettert und haben die Zeiger abgebrochen. Haben sich dann gegenseitig zerrissen; das waren häßliche Bilder. Ich berühre seine Brust, laße meine Finger hinabgleiten. Er lehnt sich nach vorne, ZitronenDuft füllt die atemlose Distanz. Ein Lachen wendet sein Gesicht dem Mond zu. Er lehnt sich nach innen und verschwindet. Ich versenke mich in das emsige Treiben, präge mir sein Bild tief ins Gedächtnis ein. Es ist nicht schön, auch nicht häßlich, weder traurig noch böse, es ist nur es selbst, etwas das sich momentan noch einer Kategorisierung entzieht, und kühles Bewußtsein umhüllt mich wie eine PerlmuttMuschel, meine Gedanken sind hell und klar, ohne scharfe Ecken oder schartige Gefühle, sie bewegen sich durch die Dunkelheit meines Gehirns, wie langsame SternSchnuppen. Ich beobachte einen Teil des Dunstes, es hat den Anschein als würde der Dunst fest werden. Aus einer anderen, uns abgewandten Öffnung schießt ein Schwarm wirbelnder Prismen heraus, kreist über dem Nacken sie hat dort eine kleine Rückkopplung im NervenSystem, die sie ihr ganzes kurzes, zerrissenes Leben gekannt hat. Ich höre Slacker's Schritte hinter mir, spüre seine Hand gleitet meinen Rücken entlang. Ich sage, kennst du die Kurve deiner Hand in der nebligen Dunkelheit? Ich spüre meine Furcht verfliegen, und ihre Überflüssigkeit drängt die Umrisse eines Lächelns auf meine Lippen. Kann ich in diesem Spiel aus Nacht, Licht und Geruch eine Identität gewinnen? Kann ich, mein Innen, mein Außen, all das um mich herum in irgendeinem VernunftRaster unterbringen? Ausgerüstet mit sich ständig widersprechenden Visionen beobachte ich das Formulieren einer neuen Mechanik. Ich bin der wilde Maschinist, die Dinge überstürzen sich im Rhythmus der Technologie. Ich falle heraus, das Gefährt zerschmilzt zu einem riesigen QuecksilberTropfen, der in der feuchten Luft hängenbleibt, während ich immer noch falle, und dann in tausend glitzernde Tröpfchen zerspringt, die herunterfallen und mich übersprühen, dann hat es den Anschein als würde der Dunst fest werden. Slacker empfindet Furcht, wenn Furcht ein naßkalter Waschlappen ganz hinten im Hals ist, für Corazon hingegen ist Furcht eine GefühlsRegung, in die sie hineinfährt, sie enthält alle Farben des Brennens. Kupfer, wenn es oxydiert, wird fleckiges, mit Gold durchsetztes Grün. Eisen, schwarze und rote Asche. Schwefel, sein Oxyd ist ein schmieriges, purpurnes Braun. Ich fühle mich mit den vielfältigsten farbigen Wesenheiten belagert, während sich der Spiegel meiner Beobachtung dreht, und was mir ursprünglich unwillkürlich erschien, sehe ich jetzt genügend oft, um zu erkennen, daß es eine Gewohnheit ist. Was ich für eine Gewohnheit ansah, scheint jetzt Teil eines großen Planes, während das, was ich ursprünglich als zielgerichtet vermutete, zur Unwillkürlichkeit explodiert. Sie sieht aus als wäre ihr übel. Ich wende mich ab, höre Slacker weder traurig noch böse, nur er selbst, etwas das sich momentan noch einer Kategorisierung entzieht, und kühles Bewußtsein umhüllt mich wie eine PerlmuttMuschel, meine Gedanken sind hell und klar, ohne scharfe Ecken oder schartige Gefühle sie bewegen sich durch die Lücke. Ich beobachte einen Teil des Dunstes sich zusammenfügen und dann hat es den Anschein als würde er fest werden. Ich spüre meine Furcht verfliegen. Slacker will zurück zu der blauen Pyramide, die seinen Geist bündelt. Wieder dreht sich der Spiegel, und die Person, von der ich glaubte, sie sei von Zielstrebigkeit besessen, läßt erkennen, daß diese Besessenheit nur eine Gewohnheit ist; ihre Gewohnheiten sind bedeutungslos, willkürlich. Während jene HandlungsWeisen, die ich willkürlich wähnte, eine geradezu dämonische Zielgerichtetheit offenbaren. Und die ganze Zeit scheine ich eine Stimme zu hören, die sagt, das geht dich nichts an, du sollst deine Aufmerksamkeit auf das Jetzt richten, dich mittels gefahrloser Gedanken von einem Moment zum nächsten schwingen, die Hindernisse umschiffen und die gefährlichen AssoziationsBallungen abwenden; aber ich weiß nicht meinen Kopf zu bedienen. Ich habe das Gefühl als wären meine Schläfen in einen Schraubstock eingespannt und auf meiner Zunge befände sich schmierige Elektrizität; es regt sich Unbehagen, und Bruchstücke, AngstFetzen, unregelmäßigen HagelKörnern gleich, durchklappern das frostige Herz meiner Empfindungen, mein Herz eine Faust, die gegen Rippen schlägt, der Raum um mich herum zu undurchsichtigen Fasern erstarrt. Meine Kleidung klebt an mir dran, ich schwitze, die Nerven zwischen meinen Zähnen sprühen Funken, und die Luft ist derart spannungsgeladen, daß die verbliebenen Masten der StraßenLaternen sich recken, und die zerlöcherten Häuser hocken mit angespannten, verborgenen Mustern da. Wovor haben sie Angst? Slacker sagt, konzentriere dich, oder es macht sich selbstständig. Meine Finger bekommen einen Krampf, sie verfangen sich am Rand der Konsole, sie nimmt pastellfarbene Schattierungen an. Ich kann sie nicht lösen und voller Zorn reiße ich heftig daran; es ertönt ein knisterndes Geräusch. Mir ist innerlich kalt: ich kann dieses Gefühl nicht ausstehen. Mir ist fröstelig, ein Frösteln, das unangenehm schneidet. Etwas in mir lockert sich. Es knistert und ein Teil der Konsole löst sich ganz leicht unter meinen Fingern, bröckelt ab und ergießt sich durch die Lücke, spritzt über meine Füße. Ich beobachte einen Teil des Plastiks, das grünlich gelb gewesen ist, hervorzüngeln und sich ausbreiten, wie Feuer in einer StreichholzFabrik; es füllt den sich vergrößernden Raum nach und nach mit emporschießenden BambusSprößlingen und sich entfaltenden Blättern. Dann wachsen in Braun und Blau und Weiß Palmen, es bilden sich Schwaden aus HimmelsGas und der Raum ist bis zum Rand mit wechselnden Arabesken aus Sand und Wasser und LaubWerk gefüllt und überschreitet den Sprengpunkt gerade in dem AugenBlick in dem alles zusammengepreßt und wieder aufgelöst wird, sich in SpermaTröpfchen verwandelt, die die Erde, der sich hektisch ausbreitenden ParadiesInsel, die wie ein sich selbst aufblasendes GummiBoot wächst, düngen und ... oh verdammt! Ich hol's nicht mehr ein, ich kann nichts mehr sehen. Alles ist ein Brodeln verflüssigter Blätter und ein SandSturm und da war ein SchwertFisch! Die WindSchutzScheibe reißt auf, zersplittert. Hey, sagt Slacker, schüttelt mich zurück ins Auto, und wir fahren eine dunkle Straße entlang, viel zu schnell. Corazon dreht an den ArmaturenKnöpfen und lacht und der Wagen erhebt sich wie ein HeliumBallon, mit durchtrennter Schnur, steigt in den Himmel, immer grau und trübe, und überschlägt sich, dann zerschmilzt das Fahrding zu einem riesigen QuecksilberTropfen, der in der Luft hängenbleibt, während ich immer noch falle, falle durch tausend Böden und schlage auf, tausendundeins, im Hier und Jetzt und tausend silbrige Tropfen übersprühen mich mit silbrigen Gift. Womit zum Teufel hast du dich da bekleckert? Corazon sieht aus als wär ihr übel, ich wende mich ab, ich hänge mir zum Hals heraus, verliere mich aber augenblicklich wieder im HamsterRad meines Schädels, und mein Bewußtsein kommt und geht mit einem Schwanken wie das Heulen sich nähernder Sirenen. Ich will sprechen und habe nichts zu sagen. Ich sehe Slacker sich über mich beugen, strecke ihm meine halbgeöffnete Hand entgegen, schiebe sie in den offenstehenden HalsAusschnitt seines Pullovers, berühre seine Brust, laße meine Finger hinabgleiten. Ein Lachen wendet sein Gesicht dem Mond zu, er ist der wilde Mechanist, alles sonst wird weggebrannt. Wir hetzen weiter durch ausgedörrte Straßen. Der Nebel verbirgt die Veränderungen des Himmels, befleckt das Bewußtsein, bedeckt BrandStellen mit etwas Sicherem, Substanzlosem, dies ist keine nützliche Straße, sagt Slacker, sehr wenig hier kommt der absoluten Schönheit nahe. Corazon läßt den Wagen langsam ausrollen, bleibt stehen und steigt aus. Hinter ihr herblickend und dem Impuls es ihr gleichzutun noch nicht Folge leistend, kommt mir, daß ich nicht etwa keine Zukunft habe, sie zerteilt mir vielmehr ständig die flüchtigen und unbestimmten Einzelheiten des Jetzt. Ich steige aus. Corazon zerbricht die PanoramaFensterScheibe eines BauHausBungalows und verschwindet in dem schwarzgezackten Stern. Mir wird ganz angst und bang vor der Gier Corazons, wenn Angst ein naßkalter Waschlappen ganz hinten im Hals ist, für Corazon hingegen ist Angst eine GefühlsRegung, die sie ihr ganzes kurzes, zerrissenes Leben gekannt hat.

Textblock 1 - Ende

"But I don't want to go among mad people," Alice remarked.
"Oh, you can't help that," said the Cheshire Cat: "we're all mad here. I'm mad. You're mad."
"How do you know I'm mad?" said Alice.
"You must be," said the Cat, "or you wouldn't have come here."
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